Dreier oder A4? Diese Frage reduziert sich in erster Linie auf die Antriebsphilosophie. Beim BMW 318d werden natürlich die Hinterräder mit reichlich Drehmoment versorgt. Der Audi A4 überträgt seine maximal 320 Newtonmeter auf die Vorderachse. Kein Wunder also, dass der BMW die "Freude am Fahren" wörtlich nimmt und sich dynamischer gibt. Kürzer, leichter, spritziger im Anzug und mit der präziseren Lenkung richtet sich der Diesel-3er an aktive Fahrer. Allerdings macht auch der A4 optisch eher auf Snowboarder als auf Langlauf-Skilehrer. Im Audi geht es ebenfalls zügig und sportlich zur Sache. An der Haftgrenze wirkt er allerdings kopflastig und neigt zum Untersteuern. Was soll’s?

Überblick: Alle News und Tests zum Audi A4

Audi A4 2.0 TDIe
Sparfuchs: Der Audi A4 2.0 TDIe ist ein echter Geizkragen in Sachen Spritdurst.
Bild: Conrad Piepenburg
Bei beiden Modellen zählt ja trotz toller Fahrleistungen viel mehr das Spartalent als Kaufargument. Das hat der A4 einen Tick besser drauf. Sein kleines "e" in der Typbezeichnung weist ihn als Diplom-Geizkragen mit einer um fünf Prozent verlängerten Achsübersetzung aus. Zusammen mit Leichtlaufreifen funktioniert das Paket so gut, dass der A4 2.0 TDIe mit 5,5 Liter Durchschnittsverbrauch auskommt und seine Werksangabe weniger stark als der 318d (5,8 Liter) übertrifft. Mit serienmäßigem Start-Stopp-System, Schaltanzeige und Bremsenergie-Rückgewinnung hat der A4 endlich zum 3er aufgeschlossen, der bereits seit Jahren mit solcher Technik durch die Lande kurvt. Auch bei Komfort und Nutzwert herrscht Gleichstand. Beide Modelle federn straff, aber nicht zu hart. Dank Sportfahrwerks liegt der auf Effizienz getrimmte Audi übrigens 20 Millimeter tiefer als der Normal-A4.

Überblick: Alle News und Tests zum BMW 3er

3er BMW 318d
Der BMW 3er bietet hinten mehr Platz als der A4 – obwohl er 17 Zentimeter kürzer ist.
Bild: Conrad Piepenburg
Obwohl der BMW 17 Zentimeter kürzer misst, bietet er Passagieren auf den Rücksitzen etwas mehr Platz. Bei Kofferraumvolumen und Zuladung geben sich beide keine Blöße und empfehlen sich als Reiselimousinen für die große Tour. Nonstop den Tank leer zu fahren ist fast unmöglich. BMW 318d wie Audi A4 schaffen mehr als 1000 Kilometer, ohne Sprit nachzufassen. Der BMW kostet zwar in der Anschaffung ein paar Hunderter weniger, verursacht aber langfristig die höheren Unterhalts- und Spritkosten. Darum erarbeitet sich der A4 im Kostenkapitel einen kleinen Vorsprung und gewinnt das Duell gegen den 318d knapp.

Fazit

von

AUTO BILD
Das war eng. Ganz eng. Auch A4 und 3er begegnen sich auf Augenhöhe. Und das nicht nur beim Preis, sondern auch bei Platzangebot, Nutzwert und Komfort. Der A4 erarbeitet sich einen leichten Vorsprung durch seine sparsamere Antriebstechnik. Das dynamischere Fahrerlebnis bietet jedoch der 318d.