Audi A6 allroad quattro (2003): Gebrauchtwagen
V8-Offroad-Kombi von Audi zum kleinen Preis

Bild: KFZ Botsch
Der SUV-Boom ist ungebrochen. Seit Jahren dominieren sie die Zulassungsstatistiken in beinahe allen Fahrzeugklassen. Was heutzutage kaum vorstellbar ist: Es gab eine Zeit vor dem SUV ...
Wir schreiben das Jahr 2000 – und in den USA sind nicht nur Pick-ups, sondern auch Geländewagen gefragt. Mercedes hat mit der M-Klasse einen Offroader im Programm, und auch BMW hat soeben den X5 der Baureihe E53 vorgestellt. Der SUV-Wahn nimmt seinen Lauf.
Und wie sieht es bei Audi aus? Die Ingolstädter hinken hinterher, bis zur Präsentation des ersten Q7 soll es noch einige Jahre dauern. Eine Lösung muss her – und die hört auf den Namen allroad quattro. Auf Basis des A6 C5 wird ein höhergelegter Kombi präsentiert, der auch leichtes Gelände meistern soll. Das Rezept war beispielsweise vom Volvo V70 Cross Country (auch V70 XC genannt) bekannt, der schon 1997 eingeführt wurde.
21 Zentimeter Bodenfreiheit
Streng genommen ist der Audi allroad quattro (hieß erst ab der zweiten Generation A6 allroad quattro) also ein SUV-Vorläufer. Und auch wenn ihn vermutlich nur wenige Kunden abseits der Straße bewegt haben, so wusste der allroad dank permanentem Allradantrieb und vierstufig einstellbarem Luftfahrwerk durchaus zu überzeugen. In der höchsten Stufe beträgt die Bodenfreiheit satte 21 Zentimeter (beim Nachfolger waren es nur noch 19 Zentimeter). Wer wollte, konnte den allroad sogar mit einem Untersetzungsgetriebe ordern. Ironischerweise konnte der auf den ersten Blick etwas rundlich ausschauende allroad quattro zu jener Zeit das ein oder andere SUV in die Schranken weisen.

Der Audi allroad quattro kam im Jahr 2000 auf den Markt und erhielt im Sommer 2002 eine Überarbeitung. Ab diesem Zeitpunkt war er auch als 4.2 lieferbar.
Bild: KFZ Botsch
Damals wie heute ist der Offroad-Kombi auf deutschen Straßen ein Exot. Viele Fahrzeuge wurden schlichtweg verbraucht. Zum Marktstart gab es den allroad quattro mit einem 2,7-Liter-Benziner mit 250 PS sowie als 2,5-Liter-Diesel mit 180 und später 163 PS. Aus dem Benziner holte Audi-Tuning-Spezialist MTM seinerzeit sogar bis zu 458 PS raus, was sicherlich ein "interessantes" Fahrverhalten zur Folge hatte.
Ab 2002 auch mit 4,2-Liter-V8
Nicht ganz so stark, aber ähnlich speziell ist der Mitte 2002 im Rahmen des Facelifts eingeführte 4,2-Liter-V8-Sauger, der im allroad quattro 300 PS liefert. Das reicht, um den 4,81 Meter langen Kombi (den allroad gab es ausschließlich als Avant) in 7,2 Sekunden auf 100 km/h und auf bis zu 240 km/h Topspeed zu beschleunigen. Der Haken: Der Realverbrauch liegt irgendwo zwischen 15 und 18 l/100 km.
Aber die Kombination aus einem skurril ausschauenden, höhergelegten Kombi mit einem V8-Sauger unter der Haube dürfte unschlagbar sein. Leider ist der allroad quattro als 4.2 heutzutage kaum noch zu finden. "KFZ Botsch" in Bachhagel hat aber genau solch einen Exoten im Angebot.
Der Offroad-Kombi in der Farbe Lichtsilbermetallic stammt aus dem Jahr 2003 und hat bereits 289.000 Kilometer auf dem Buckel – das ist fraglos viel, doch die Auswahl an allroad quattro 4.2 ist winzig. Hinzu kommt, dass laut des Verkäufers bereits einiges gemacht wurde. So wurden die Bremsbeläge rundherum erneuert, Motor- und Getriebeöl gewechselt, Querlenkerlager getauscht, und auch das anfällige Luftfahrwerk soll problemlos funktionieren. Bei Verkauf wird zudem der TÜV erneuert.

Ab Werk sind die Radläufe und die Schürzen unlackiert, für damals 1635 Euro Aufpreis wurden sie zumindest teilweise in Wagenfarbe lackiert.
Bild: KFZ Botsch
Schön ist, dass der allroad quattro im unverbastelten Originalzustand dasteht. Beim 4.2-Topmodell waren im Basis-Neupreis von 58.890 Euro bereits Features wie elektrisch verstellbare Vordersitze mit Sitzheizung, Xenon-Scheinwerfer und 18-Zoll-Felgen inklusive. Zusätzlich entschied sich der Erstbesitzer für folgende Extras: Einparkhilfe vorne und hinten, Bicolor-Lederausstattung in Schwarz/Grau, Navigationssystem plus, Bose-Soundsystem, Anhängerkupplung und in Wagenfarbe lackierte Schürzen und Radhausverbreiterungen. So stieg der ehemalige Neupreis auf über 68.000 Euro.
Der allroad quattro kostet unter 8000 Euro
21 Jahre später soll der Exot gerade mal 7550 Euro kosten, hat also über 60.000 Euro an Wert verloren. Doch Interessenten sollten sich nicht vom niedrigen Preis blenden lassen, denn Reparaturen können schnell ins Geld gehen.
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