Audi A8 gegen BMW 7er: Vergleich
Der A8 hat mehr Macht

–
Im Vergleich zwischen Audi A8 und BMW 7er geht es um Prestige und Image.
Die Frage lautet: Wer baut die bessere Luxuslimousine? Den kleinen Unterschied macht am Ende der Antrieb.
Gestatten, Vorstandsetage: Das ist die Welt der dicken Büroteppiche, edlen Holzmöbel, persönlichen Assistentin und des eigenen Chauffeurs. Der öffnet seinem Chef mit der hinteren Tür von A8 oder 7er nicht nur den Zutritt zu einem höchst exklusiven Ambiente, sondern bewegt in beiden Fällen absolute Spitzentechnik. Weder der große Audi noch das BMW-Flaggschiff leisten sich auf den ersten Blick erkennbare Schwächen bei Platzangebot, Sitzkomfort sowie den Assistenz- und Unterhaltungssystemen. In beiden Fünf-Meter-Limousinen steckt deutsche Ingenieurkunst vom Feinsten. Nur bei der Technik gehen die bayerischen Erzrivalen unterschiedliche Wege.
Überblick: Alle News und Tests zum Audi A8
BMW betreibt dabei Etikettenschwindel. Obwohl die Typenbezeichnung 740d einen standesgemäßen V-Achtzylinder vermuten lässt, wird er von einem Dreiliter-Reihensechszylinder angetrieben – hochgedopt auf 306 PS und 600 Newtonmeter von zwei Abgasturbinen. Damit spurtet der Hecktriebler in 6,4 Sekunden auf 100 km/h, ist jederzeit für blitzartige Zwischenspurts gut und fährt bei Tacho 255 sanft gegen den Begrenzer. Nicht schlecht! Trotzdem stellt sich die Frage, ob der Biturbo-Sechszylinder in der Luxusliga gewinnbringenden Fortschritt verspricht. Audi hält in dieser Klasse nichts vom Downsizing und beim neuen A8 4.2 TDI am Achtzylinder fest. Eine kluge Entscheidung. Der ebenfalls doppelt aufgeladene 4,2-Liter- Diesel (parallel mit zwei gleich großen Turbos) kann alles besser als der BMW: Er spurtet schneller, ist elastischer und dabei sogar einen Tick sparsamer.
Überblick: Alle News und Tests zum BMW 7er

Bild: Conrad Piepenburg
Außen verzichtet Audi auf übertriebenen Protz. Wer nicht genau hinguckt, hat den A8 ruck, zuck mit dem A6 verwechselt. Das wird nicht jeder Premium-Kunde schätzen. Klarer Fall von (zu viel) Understatement. Nur nicht beim Preis. Audi verlangt ab 90.800 Euro und damit über 10.000 Euro mehr als die Konkurrenz aus München. Auch der 740d mit Allradantrieb ist 7000 Euro günstiger. Bei beiden Modellen gibt es natürlich Aufpreislisten, die dick sind wie Lexika – der Vorteil liegt hier bei BMW. Für den 740d sind die raffinierteren Technikoptionen wie Head-up-Display, EU-6-Paket oder Regenradar, das sich auf den Bordmonitor holen lässt, bestellbar. Außerdem arbeitet die Spracherkennung im BMW fixer. Von der Aktivierung bis zum Beginn der Zielführung benötigt er nur 42 Sekunden. Der A8 lässt sich für die gleiche Aufgabe 22 Sekunden mehr Zeit. Und: Audis Touchpad mit Handschrifterkennung mag zwar innovativ und cool sein, dürfte aber den normalen Kunden überfordern – und geht deshalb nur als interessante Spielerei durch.
Fazit
In der Luxusliga sind Erfolge besonders wichtig. Darum kann man Audi nur gratulieren. Der A8 4.2 TDI verfügt über den stärkeren und besseren Motor. Dazu kommen Allradantrieb und Alukarosserie, sodass der fünfstellige Mehrpreis gegenüber dem 740d gerechtfertigt ist. Ansonsten fahren beide Chefwagen nahe zu auf Augenhöhe. Ihr üppiges Platzangebot und der Komfort lassen kaum noch Wünsche offen.
Service-Links