Audi A8 W12 6.3 (2015): Gebrauchtwagen
W12-Luxuslimousine rund 120.000 Euro unter Neupreis

Vor zehn Jahren hat dieser Audi A8 L W12 6.3 über 180.000 Euro gekostet – jetzt gibt es die Luxuslimousine mit üppiger Ausstattung für einen Bruchteil des Neupreises!
Bild: Bilotta + Hau GmbH
Viel mehr geht nicht! Dieser Audi A8 L W12 6.3 stammt aus einer Zeit, in der Luxus und Opulenz kaum Grenzen kannten. Einer Zeit, in der ein großvolumiger Zwölfzylinder zum guten Ton in der Luxusklasse gehörte. Einer Zeit, in der Kunden die freie Auswahl hatten: Audi, BMW und Mercedes boten ihre Flaggschiffe alle mit sämigen Zwölfzylinder-Motoren an.
Heutzutage gibt es einen solchen Motor nur noch im Mercedes-Maybach S 680 – bei Audi und BMW schauen die einst verwöhnten Kunden in die Röhre. Was bleibt, ist der Gebrauchtwagenmarkt, auf dem speziell in der Ober- und Luxusklasse der Wertverlust immens hoch ist.
Ein Paradebeispiel hierfür ist der Audi A8 – und dabei ist die Modellgeneration zweitrangig. Als Neuwagen wurde der A8 von potenziellen Kunden allzu oft links liegen gelassen – BMW 7er und vor allem die Mercedes S-Klasse waren und sind einfach beliebter. Schlecht für Audi, aber gut für Gebrauchtwagenkäufer – denn das bedeutet, dass es den A8 gebraucht teilweise fast unverschämt günstig gibt.

Viel ist nicht zu sehen, doch unter der Abdeckung steckt ein 6299 cm³ großer W12.
Bild: Bilotta + Hau GmbH
Beim Händler Bilotta + Hau GmbH aus Saarbrücken steht derzeit ein Exemplar zum Verkauf, das zeigt, wie massiv der Wertverlust ausfallen kann: Die Rede ist von einem Audi A8 D4, dessen Neupreis jenseits der 180.000 Euro lag. Schon bei der Motorisierung wurde das große Kreuz gesetzt. Im Jahr 2015 lag der Basispreis eines Audi A8 L W12 6.3 bei 143.800 Euro. Der 6299 cm³ große Zwölfzylinder des A8 leistet 500 PS und 625 Nm maximales Drehmoment. Trotz über zwei Tonnen Leergewicht beschleunigt der Audi dank serienmäßigem quattro-Antrieb in 4,7 Sekunden auf 100 km/h. Bei 250 km/h greift die Elektronik ein – theoretisch wäre deutlich mehr möglich.

Ein kleines W12-Logo im Singleframe-Kühlergrill verrät das Topmodell des A8.
Bild: Bilotta + Hau GmbH
Langversion misst 5,27 Meter
Wie es sich für ein Topmodell gehört, gab es den W12 ausschließlich als Langversion, die mit 5,27 Meter noch mal knapp 14 Zentimeter länger ist als ein gewöhnlicher A8 – Platz, der ganz den Fondpassagieren zugutekommt, damit sie besonders komfortabel reisen können. Das hier gezeigte Exemplar in der edlen Individuallackierung "Rocky Mountains Dark Brown" wurde erstmals im November 2015 zugelassen und von dem ersten und einzigen Besitzer in knapp zehn Jahren gerade mal 53.478 Kilometer bewegt – was einer jährlichen Laufleistung von nur gut 5000 Kilometern entspricht.
Zusätzlich zu der ohnehin schon mehr als üppigen Serienausstattung des damaligen Topmodells wurden unter anderem diese Features dazugeordert: Nachtsichtassistent (2200 Euro), Fondsitz-Paket mit Ruhesitz hinter dem Beifahrer (8880 Euro), Head-up-Display (1390 Euro), Vollleder-Paket in Beige (2870 Euro), das große Bang & Olufsen Advanced Sound System (5370 Euro), zweiteiliges Panoramadach (1365 Euro), 21-Zoll-Felgen (1550 Euro), Standheizung (1535 Euro), Rear Seat Entertainment (3650 Euro) und kardanisch gelagerte Leseleuchten im Fond von Audi exclusive (890 Euro).
Diese Liste ließe sich noch deutlich weiterführen. Der A8 ist extrem gut ausgestattet, dennoch geht in dieser Fahrzeugklasse sogar noch mehr. Mit einem Neupreis von über 180.000 Euro war die Luxuslimousine 2015 aber alles andere als ein Schnäppchen.
Das soll der A8 kosten
Zehn Jahre und gut 50.000 Kilometer später hat der Wertverlust erbarmungslos zugeschlagen. Aktuell ist der scheckheftgepflegte A8 für 59.900 Euro inseriert – das entspricht einem Wertverlust von mehr als 120.000 Euro. Doch an der Preisschraube lässt sich sicher noch drehen ...

Einzelsitze im Fond und extra viel Beinfreiheit: Hier lässt es sich aushalten. Der Pflegezustand scheint hervorragend zu sein.
Bild: Bilotta + Hau GmbH
Ein Preisvergleich zeigt, dass dieser A8 der teuerste W12 ist, der aktuell im AUTO BILD-Gebrauchtwagenmarkt inseriert ist. Ähnliche Autos, wenn auch mit schlechterer Ausstattung, beginnen bei etwa 40.000 Euro, Vorfacelift-Modelle sind sogar noch günstiger.
Doch wie immer gilt: Nicht vom vermeintlich günstigen Einstiegspreis blenden lassen. Im Unterhalt bleibt eine Luxuslimousine dieser Art teuer – und das auch ohne unerwartete Reparaturen.
Fazit
Man wird ja wohl noch träumen dürfen. Ein Auto 120.000 Euro unter Neupreis zu erstehen, klingt verlockend. Zumal dieser A8 nicht nur mit einer extrem guten Ausstattung, sondern auch noch mit einem faszinierenden Motor punkten kann. Aber Interessenten sollten sich den Kauf besser zweimal überlegen. Die Folgekosten können einen schnell auffressen!
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