Made in Germany gilt immer noch als Qualitätsmerkmal. Das belegen zumindest die beiden kleinen SUVs von Audi. Rein in den Q3, der in Brasilien zusammengesetzt wird: Alles ordentlich, alles sauber – aber das satte, souveräne Audi-Gefühl vergangener Tage fehlt irgendwie.

Bei der Verarbeitungsqualität der beiden gibt es Unterschiede

Audi Q2
Überraschung: Der Audi Q2 wirkt hochwertiger als sein großer Bruder Q3, der in Brasilien gebaut wird.
Die Blende hinterm Schalthebel beherbergt nicht nur Startknopf und Lautstärkeregler, sie wirkt auch enorm einfach. Zum Umklappen der Fondlehne gibt es nur noch eine schlichte Schlaufe direkt unten am Gelenk. Und die Bedienung erfolgt weitgehend über den großen Touchscreen, in dessen Menü-Untiefen Funktionen wie Regensensor und Instrumenten-Dimmer fast untergehen. Wechsel zum Q2, der aus dem Stammwerk in Ingolstadt kommt: Alles erscheint eine Spur sorgfältiger montiert, zielt viel eher in Richtung edel und stark. Hier fassen wir gern hin, klappen die Fondlehne über eine stabile Taste neben der Kopfstütze, drehen und klicken uns mit dem MMI blind durch die Fahrzeugsysteme – und finden separate Knöpfe für die wichtigsten Funktionen.

In Fahrt schlagen sich Q2 und Q3 in etwa gleich gut

Audi Q2 Audi Q3
Sprintsieger: Mit dem 150 PS starken 1.5er ist der Q2 etwas spritziger, beide federn eher straff.
Beim Wechsel auf die Rückbank zeigt der 29 Zentimeter längere Q3 dann aber, was seine Bestimmung ist. Sitzen wir vorn noch in beiden Audi gleich entspannt, stoßen Erwachsene im Q2 auf der Rückbank früher an ihre Grenzen. Wer öfter zu viert verreist, wird hier nicht so richtig glücklich. Zumal der Q3 die zweite Reihe auch noch geteilt längs verschieben und die Lehne in mehreren Stufen neigen kann (Rücksitzbank plus, Serie). Deutlich talentierter zeigt sich der Q3 auch als Gepäckträger – ein bis zwei richtig große Koffer schleppt er zusätzlich weg. Beim Fahren bleiben die Unterschiede gering. Beide federn eher straff, der Q3 mitunter sogar ein wenig steifbeing. Der 1.5er mit 150 PS wirkt im Q2 zwar etwas wacher und weniger angestrengt, bringt dem Kleinen aber kaum Zeitvorteile. Teurer wird die Audi-Show beim Q3. Der Grundpreis liegt 7650 Euro höher, pro Kilometer kostet er aber nur bescheidene fünf Cent mehr. Nicht zu viel für so viel Auto.
Fazit: "Der Q2 hinterlässt einen sehr runden Eindruck – und reicht an seinen großen Bruder dennoch nicht heran. Der Q3 sichert sich den Sieg am Ende mit richtig viel Platz und einem geringen Wertverlust."