Audi Q5 Sportback: Gebrauchtwagen-Test
Audi Q5 Sportback gebraucht: gut ist nicht perfekt

In der noblen Mitte ist der Audi Q5 der zweiten Generation seit 2017 zu Hause. Gebraucht ist das SUV auch für Normalverdiener leistbar. Doch lohnt ein Kauf?
Bild: Christoph Börries
Unter Dienstreisenden ist die mittlere SUV-Baureihe von Audi eine feste Größe. In zweiter Auflage ging der Q5 II (intern FY) 2017 an den Start und wurde bis 2025 im Werk San José Chiapa in Mexiko gebaut. Optisch blieb die Revolution aus, technisch legte man spürbar nach: ein stärker digitalisiertes Bedienkonzept, frische Antriebe und ein Allrad-Update sprechen für die zweite Q5-Generation.
Der Q5 wird seinem Premiumanspruch voll gerecht
Das ist er: Auf dem modularen Längsbaukasten MLB Evo des Volkswagen-Konzerns aufbauend, hat der Q5 der zweiten Generation die gleichen Gene wie A4 und A5 B9, ist außerdem eng mit dem Porsche Macan verwandt.

Unser Testwagen trägt die Lackfarbe "Azorengrün", der Besteller steckte einst üppige 14.000 Euro in Mehrausstattung.
Bild: Christoph Börries
Für den zweiten Q5 bedeutet das konkret Gewichtsreduzierung, eine deutlich frischere Elektronikarchitektur und leistungsfähigere Assistenten. Mit 4,66 Meter Länge (ab Facelift 4,68 cm) ist er klassisch im Feld der Premium-Mittelklasse-SUV positioniert. Sein Radstand von 2,82 Metern sorgt für erwachsene Platzverhältnisse in der ersten und zweiten Reihe, auch mit 1,90 Meter Körpergröße sitzt man ergonomisch entspannt und genießt ein angenehmes Raumangebot. Und auch der Gepäckraum ist familientauglich: 550 Liter sind es im Normalzustand, immerhin 1550 Liter bei umgelegter Rückbank.
Generell zeigt sich der Q5 als Qualitätsprodukt, wird seinem Premiumanspruch als Gebrauchter voll gerecht: saubere Spaltmaße, präzise Verarbeitung, kaum sichtbarer Verschleiß, eine hochwertige Materialauswahl und ein hübsch gestyltes Cockpit rechtfertigen das gehobene Image- und leider auch Preisniveau.
Auf dem Gebrauchtwagenmarkt sind viele Fahrzeuge gut gewartete Ex-Dienstwagen, wirken auch nach Jahren trotz hoher Laufleistungen erstaunlich frisch.
Lohnt ein jüngerer Q5 FY? 2020 erhielt das Modell ein Facelift. Äußerlich erkennt man es an der neuen Front mit flacherem Oktagon-Singleframe-Grill und neuen LED-Grafiken sowie Mildhybrid-Antrieben. Innen macht ein aufgefrischtes MMI-Infotainment die Evolutionsstufe sichtbar.
SQ5 als eigenständiges Topmodell
Das hat er: Audi bot den Q5 traditionell in mehreren Ausstattungslinien an. Oberhalb der Basis gibt es Varianten wie Design, Sport und die sportlich akzentuierte S line. Darüber rangiert der SQ5 als eigenständiges Topmodell. Wie bei Audi üblich wirkt der Premium-Charakter häufig erst richtig durch die Optionsliste.
Begehrt und oft teu(r)er sind Gebrauchte mit S-line-Paketen, Virtual Cockpit, Matrix-LED-Scheinwerfern, B&O-Sound und Head-up-Display. Auch die adaptive Luftfederung gehört zu den Feinheiten, das Designpaket Audi exclusive kann die Charakteristik des Q5 im Alltag spürbar aufwerten.
Ab 190 PS ist man gut motorisiert
So fährt er: Als talentierter Kilometerfresser wurde der Q5 dienstlich sehr oft als Diesel geordert. Bei 150 PS geht es los, ab 190 PS ist man gut motorisiert. Sehr souverän und als Zugfahrzeug zu bevorzugen sind die Versionen mit 3.0-TDI-Motoren (231 bis 347 PS). Die Benziner sind mit 204 bis 354 PS im Alltag je nach Profil etwa zwei bis vier Liter durstiger, wirken dafür etwas sportlicher. Mit rund 40 Kilometer elektrischer Reichweite punkten die TFSI-e-Plug-in-Hybride, die jedoch auf zügig gefahrener Langstrecke leicht über neun Liter Super verbrauchen.

Lehrbuch-Charakter hatten diese Audi-Innenraumgeneration für große Teile der Branche. Qualität und Ergonomie sind top.
Bild: Christoph Börries
Gelungen ist das Fahrwerk: Solange alle Querlenker fit sind, vereint es Dynamik und Gelassenheit in sich. Bereits die Stahlvariante ist angenehm ausgewogen. Fahrzeuge mit der optionalen, bei Defekten kostspieligen Luftfederung wirken noch ein Quäntchen souveräner. Zentraler Technik-Baustein ist der robuste quattro-Allradantrieb. Je nach Motorisierung kommt das quattro-ultra-System zum Einsatz, das die Hinterachse bei Bedarf zuschaltet und die Effizienz erhöht. Frontantrieb und Schaltgetriebe gab es nur selten in Basisversionen.
Probleme mit dem Hochvoltakku des Hybridmodells
Das macht Ärger: Audi bot mindestens zwei Jahre Neuwagengarantie, drei Jahre auf Lack und zwölf Jahre Durchrostungsschutz, acht Jahre oder 160.000 km auf den Hochvoltakku. Da guter Rostschutz lange als Audi-Domäne galt, sind Rückrufe wegen möglicher Korrosionsherde in den Holmen und Achsträgern, die teils intensiv blühen, bitter.
Ebenfalls möglich: ausfallende MMI-Systeme, ruckelnde S-tronic-Getriebe sowie bei höheren Fahrleistungen ausgeschlagene Mehrlenkervorderachsen, leichte Ölundichtigkeiten und Probleme mit dem Hochvoltakku des Hybridmodells, inklusive Rückrufen wegen Brandgefahr durch Überhitzung. In Summe sind es 13 beim KBA hinterlegte Rückrufe.
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