Audi R8 V10 Plus/Corvette Z07/Nissan GT-R Nismo: Test
Faszination in drei Akten

Der Audi R8 V10 Plus ist ein äußerst geschliffener Sportler. Wie schlägt er sich gegen die brachialen Konkurrenten Nissan GT-R Nismo und Corvette Z06?
- Manuel Iglisch
Manchmal hat es wirklich den Anschein, als ob die Audianer nicht so recht aus ihrer Haut könnten. Da stellen sie mit dem neuen R8 einen richtig properen Supersportler auf die Räder, hebeln ihm einen der letzten großen Drehzahlhelden ins Kreuz, schneidern ein richtig cleveres Allrad-Geflecht unters Chassis, tarieren Fahrwerk und Lenkung penibel darauf aus und garnieren das Ganze mit einer optionalen Abgasanlage, die ganze Stadtteile bröselig donnern könnte. Und dann? Dann kommen sie wieder im weißen Kittel angerannt, winken mit ihrem Lastenheft und erklären ihrem schnellen Zögling, dass er doch bitte auch ein wenig Rücksicht auf die automobilen Grundbedürfnisse nehmen solle.
Die Ingenieure haben dem R8 alle denkbaren Macken genommen
Video: Audi R8 V10 plus (2015)
So fährt der neue R8
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Mit den optionalen Cup-2-Reifen klebt die Corvette am Asphalt
Video: Chevrolet Corvette Z06 (2015)
Reinrassiger Racer
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Vorn das 6,2 Liter große Kompressor-Vieh und die spitzfindige Vorderachse, die selbst Spurrillen als Aufforderung zum Abbiegen versteht; hinten ein bescheidenes Nichts an Traktion, weil es dem Gummi mal wieder zu staubig, zu kalt oder in sonst irgendeiner Weise nicht genehm ist. Auf Parkplätzen kurbelt man sich halb zu Tode, da die Vorderachse störrisch über den Lenkeinschlag hinwegrattert, und im Regen kann man all die Elefantenrennen, die man sonst immer so verteufelt, ganz unentspannt einfach selbst inszenieren. Schon klar, Trackday-Veteranen dürften über derlei Marotten ebenso lachen wie über die Tatsache, dass ein Satz Reifen kaum länger als ein paar Stunden hält. Nur wer kauft sich eine Corvette schon als Drittwagen-Spielzeug oder sattelt freitags immer vom Alltags- auf den Wochenendreifen um?
Mit dem Nordschleifen-Nismo hat der GT-R nur wenig gemein

Fit gemacht für die Rennstrecke: Brömmler verpasst dem GT-R Nismo ein passendes Fahrwerk.
Bild: Ronald Sassen
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Der Test-Nismo indes stammt vom deutschen GT-R-Flüsterer Markus Brömmler. Anstelle des sündteuren Rekordfahrwerks kommt ein kleiner Öhlins-Bruder für rund 4000 Euro zum Einsatz, der Biturbo-V6 spielt auf einer neuen Edelstahlabgasanlage nun deutlich druckvoller auf, während anstelle der serienmäßigen Mischbereifung nun 285er-Schlappen rundum rotieren.
Wie sich R8, Corvette und GT-R auf dem Sachsenring schlagen, erfahren Sie in der Bildergalerie. Den kompletten Artikel mit allen technischen Daten und Tabellen gibt es als Download im Online-Heftarchiv.
Fazit
Reduziert man die drei hier auf ihre Rundenzeit, so fährt die Corvette einen ebenso einsamen wie monumentalen Start-Ziel-Sieg heraus. Doch diese Überlegenheit hat auch eine Kehrseite. Die massive Aerodynamik bewirkt eine grandiose Highspeed-Stabilität, verhagelt dem Ami aber auch die Längsdynamik. Und die Reifen taugen jenseits der Strecke allenfalls noch zum Standhalter. In all diesen Belangen schlägt sich der Audi deutlich besser; obendrein thrillt er als bekennender Saugmotorier genauso intensiv. Am Ende wiegen Rundenzeit und Preis aber zu schwer, als dass er sich am Ami noch vorbeimogeln könnte. Das gelingt erst dem Nissan, der hier auf seine alten Tage noch mal richtig einen raushaut. Das Lob hierfür gebührt aber nicht nur dem GT-R selbst, sondern auch Markus Brömmler, der ihn nach Nismo-Statuten weiter anschärft und damit den besten Spagat zwischen Performance, Emotion und Alltag hinlegt.
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