Och, den bin ich doch schon so oft gefahren, denkt man immer mal wieder bei der Vergabe von Dauertestwagen – und hält dann doch lieber die Klappe. Beim Audi RS 4 halte ich grundsätzlich die Klappe und denke immer nur noch: Jackpot! Gerade im Winter ist der Allrad-Bolide eine sichere Bank. Dazu sorgt der sehr deftig anschiebende und stets wohlig grummelnde V6-Biturbo für höchste Souveränität.
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Das eigentliche Geheimnis des turboblauen Audi ist jedoch seine äußerst gelungene Gesamtabstimmung. Im Gegensatz zu anderen Gefährten verkniff er sich bisher nämlich das Aufkeimen von beziehungsgefährdenden Schrullen. Mit anderen Worten: Hier nervt (fast) nix! Sogar die Ölstandsmessung per Bordcomputer arbeitet tadellos. Bei einigen anderen Autos ist das ja ein aufwendiges Prozedere: nur im Stand, bei korrekter Öltemperatur und das Auto am besten noch mit der Wasserwaage ausrichten. Darauf folgt minutenlanges Warten, bis der Computer endlich seine Messung preisgibt. Doch der RS 4 präsentiert die Messung sofort – einfach so auf Knopfdruck, sogar während der Fahrt. Und das Ergebnis erscheint stets plausibel, toll!
AUDI RS 4 Avant
Spuren nach 75.000 Kilometern: geschundener Klavierlack, abgegriffenes Alcantara. Alles andere: total im Lot!
Das beinahe makellose Bild beeinträchtigt neuerdings nur ein unschönes Fahrwerksknacken beim Ausfedern. Mutmaßlich betroffen: die Vorderachse. Und die Werkstatt suchte vergeblich. Das ist zwar nicht beziehungsgefährdend, doch diese Schrulle hätte sich der Audi gern verkneifen können – Sportfahrwerk hin oder her.
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Audi RS 4 im AUTO BILD-Gebrauchtwagenmarkt

Der Audi RS 4 Avant im AUTO BILD-Dauertest

• Dauertest-Start: 27. Mai 2020
• Preis des Testwagens mit Extras: 112.980 Euro
• Bisher gefahren: 75.984 km
• Testverbrauch: 13,1 l S/100 km
• Top: Verdammt souverän ist dieser Audi – Leistung, Traktion, Sound, Verarbeitung und Optik macht alles enorm an.
• Nicht so gut: Knackende Fahrwerksgeräusche beeinträchtigen den Fahrspaß. Tribut an das harte Setup.

Von

Stefan Novitski