Ein Serien-Kombi mit 381 PS: Das hat die Welt im Jahr 2000 noch nicht gesehen. Dann baut die quattro GmbH den Audi RS 4. Mehr Power und Understatement gehen nicht. Der RS 4 zählt zu den Meilensteinen der quattro GmbH. Bis heute.
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Es ist dieses Zischen. Du drückst einmal kurz voll aufs Gaspedal und meinst, Darth Vader versteckt sich unter der Motorhaube, zieht gierig Luft ein, um seinem Sohn anschließend eine Standpauke zu halten. Doch statt des Vertreters der dunklen Macht atmet ein 2,7-Liter-V6-Biturbo gierig nach Luft. Die benötigt er auch, um 381 PS von 6100 bis 7000 Touren zu aktivieren. Was heute nach Sportwagen klingt, ist vor 25 Jahren der absolute Wahnsinn. Und das in einem Kombi: dem Audi RS4 Avant (B5).
Eine erste Studie stellt Audi im September 1999 auf der IAA vor, im März 2000 nehmen Händler Bestellungen an, und im Mai 2000, vor 25 Jahren, fahren die ersten Audi RS 4 Avant auf den Straßen. Audi zieht dabei alle Register der Ingenieurskunst.
Audi RS 4 Avant B5
Kleines, dick gepolstertes Lederlenkrad, Sichtcarbon und ein sportliches Cockpit sind vor 25 Jahren bei einem Kombi neu.
Bild: Audi
Eigentlich ist es aber das Projekt der Sportwagenabteilung quattro GmbH: Der Hochleistungskombi auf Basis des S4 ist das erste Komplettfahrzeug, das die quattro GmbH eigenständig konzipiert und montiert. Doch statt für ein zweitüriges Coupé entscheiden sich die Entwickler unter der Führung von Audi-Legende Ulrich Hackenberg ausschließlich für einen Kombi – auch ein wenig aus Tradition.

Tradition der Power-Kombis: Vom RS 2 zum RS 4

Schon der Vorgänger Audi RS2 (1992 bis 1994), gebaut bei Porsche, versteckte seinen starken Fünfzylinder unter der Motorhaube einer Kombi-Karosserie. Starke und schnelle Kombis heißen seitdem RS Avant. Der quattro-GmbH-Technikchef Stephan Reil hat zudem eine Mission: Er will zeigen, was technisch derzeit möglich ist. Mit dem RS4 Avant B5 auf Basis des S4 Avant dreht Audi die Leistungsschraube innerhalb von 14 Monaten noch fester.
Motor
V6, Biturbo
Hubraum
2671 cm3
Leistung
280 kW (381 PS) bei 6100 bis 7000/min 
max. Drehmoment
440 Nm bei 2500 bis 6000/min 
L/B/H
4525/1799/ 1386 mm 
Leergewicht
1620 kg 
Beschleunigung
0-100 km/h 4,9 s 0-200 km/h 17 s 
Höchstgeschwindigkeit
250 km/h
Verbrauch
17,0 Liter/ 100 km (kombiniert) 
Grundpreis
129.000 Mark (Mai 2000) 
Marktpreis
49.000 Euro 
Audi hat beim Vorgänger RS2 gesehen, dass es einen Markt für eine Kleinserie von Power-Kombis gibt. "Der Audi RS4 B5 ist die logische und konsequente Weiterentwicklung eines erfolgreichen Konzepts. Statt aber das Modell in einem Joint Venture wie beim RS 2 mit Porsche zu produzieren, gründet Audi mit der quattro GmbH eine eigene Sportabteilung", sagt Frank Wilke, Geschäftsführer von Oldtimer-Spezialist Classic Analytics. Cleverer Schachzug.
Audi RS 4 Avant B5
Der 2,7-Liter-V6-Biturbo des S4 stammt von Audi, die britische Tuningschmiede Cosworth Technology überarbeitet den Motor.
Bild: Audi
Schon im Stand fällt der leistungsstärkste Audi seiner Zeit auf. 18-Zoll-Räder, ausgestellte Radhäuser, 20 Millimeter tiefergelegte Karosserie sowie wuchtige Front- und Heckschürzen. Durch die drei großen Luftöffnungen der Frontschürze zieht sich der V6-Biturbo gierig die Luft in die Trichter. Die beiden äußeren beatmen die Turbolader, der mittlere sorgt für Kühlluft für den Antrieb. Ein wahres Power-Triebwerk.
Der 2,7-Liter-V6-Biturbo des S4 stammt von Audi, die britische Tuningschmiede Cosworth Technology überarbeitet den Motor mit seinem Fünfventilkopf. Ein zum S4 größerer Turbolader versorgt dabei eine Zylinderbank mit Frischluft, Einzelzündspulen sorgen für ausreichend Energie für die Zündkerzen. Ein- und Auslasskanäle überarbeiten die Briten, vergrößern die Luftführung der Saug- und Druckseite. Auch der Ladedruck steigt von 0,9 Bar im S4 auf 1,2 Bar.
Die Kraft übertragen verstärkte Kolben und Kurbelwelle aufs Getriebe. Heraus kommen 381 PS und 440 Newtonmeter. Zum Vergleich: Der 1999 vorgestellte Ferrari F355 bietet eine identische Leistung, der ab 2001 verkaufte Porsche 911 Carrera (996) leistet "nur" 300 PS. "Mit noch mehr Leistung in einem Kombi bleibt sich Audi beim RS4 treu", sagt Frank Wilke.
Audi RS 4 Avant B5
Den RS4 sehen Autofahrer meist von hinten, wenn überhaupt. Nur 6046 Fahrzeuge entstehen.
Bild: Audi
Damit die Kraft nicht als Rauch in den Radhäusern aufgeht, verteilt Audi die immense Leistung über ein manuelles Sechsganggetriebe auf alle vier Räder. Den dritten und vierten Gang übersetzen die Ingenieure um sieben Prozent kürzer, um etwas mehr Biss ins immerhin 1620 Kilogramm schwere Auto zu bekommen. Doch es ist nicht das "Wie viel", sondern das "Wie", das den RS 4 Avant noch heute ausmacht. Nach dem Starten verfällt der V6 in tiefes, sattes Brummeln, das manuelle Getriebe trennt hart die Gänge, verlangt eine feste Hand. Mit etwas Gas rollt der Kombi zurückhaltend los.

Sprintstark wie ein Sportwagen

Schon ab 2500 Umdrehungen liegen 440 Newtonmeter Drehmoment an und schieben den Kombi kraftvoll über die Straße, ohne übertrieben nervös seine Leistung zu zeigen.
Wer es aber drauf ankommen lässt, sprintet von 0 auf 100 km/h in 4,9 Sekunden und auf 200 km/h in 17 Sekunden. Die Power übertragen Reifen in 255/35 ZR 18 auf die Straße, sauber eingebettet in rund 3,5 Zentimeter breiteren Kotflügeln. Schluss mit der Beschleunigung ist erst bei 250 km/h – vor 25 Jahren sind nur die Porsche 911 deutlich schneller. Ohne Drosselung wären sogar 290 km/h drin.
Für bissige Verzögerung sorgen neben einer trainieren rechten Wade auch größere Bremsscheiben in Verbundtechnologie – auf einer Aluplatte sitzt ein Gussreibring. Vorn kommen 360-Millimeter-Scheiben zum Einsatz, hinten 312 Millimeter.
Audi RS 4 Avant B5
Sportlich schon im Stand: 18-Zoll-Räder, ausgestellte Radhäuser, 20 Millimeter tiefergelegte Karosserie sowie wuchtige Front- und Heckschürzen.
Bild: Audi
Schnell geradeaus fahren können viele hochmotorisierte Autos, doch in Kurven trennt sich bekanntlich die Spreu vom Weizen. Die quattro-Ingenieure stimmen den Power-Kombi auf über 8000 Kilometer Nordschleife und 26.000 Kilometern auf der Teststrecke im italienischen Nardò ab. Das sollte damals reichen. Und es reicht noch heute. Dank der direkten Lenkung biegt der Kombi zackig durchs Eck, bleibt lange neutral, bis er mit viel Grip bei der Beschleunigung nach vorn stürmt. Kein Heckwackeln, kein Zittern, kein Nix. Immer noch ein sauber abgestimmtes Sportfahrwerk mit einem Rest an Komfort – eine gute Mischung aus Limousine und Sportwagen.

Innenraum mit Rennsport-Flair

Dazu passt auch der sportlich abgestimmte Innenraum: Recaro-Sportsitze, sportliche Dekorleisten in Schwarz oder Carbon, Sportlenkrad und Zierringe in Aluminium. Wichtig: die bis 310 km/h skalierte Tachoscheibe. Der erste RS4 setzt Standards für künftige Generationen. Neben der hohen Leistung sind das vor allem das sportlich-straffe Fahrwerk, große Räder und die dicken Backen.
Audi RS 4 Avant B5
Im neuen RS 4 arbeitet ein V6-Biturbo mit 450 PS und 600 Newtonmeter Drehmoment.
Bild: Audi
Audi montiert den RS4 zu zwei Dritteln in Ingolstadt, ohne Stoßfänger, Schweller und Ladeluftkühlung. Erst in Neckarsulm wird der RS4 von 50 Mitarbeitern in Handarbeit auf Hebebühnen finalisiert. Etwa 25 Fahrzeuge entstehen in den nächsten 15 Monaten täglich. Und das trotz des üppigen Preises: Audi vertreibt den Power-Kombi ab 129.000 Mark, im Frühjahr 2001 bietet die quattro GmbH ein Sportpaket mit Rennschalensitzen, zehn Millimeter kürzerem Fahrwerk, dickeren Stabis an der Hinterachse, gelochten Bremsscheiben mit Sportbremsbelägen und einer Sportabgasanlage an. Aufpreis für diesen Audi RS4 Avant Sport: 7740 Mark.
Nach anderthalb Jahren endet die Produktion des RS4 wieder. Kurz, aber eigentlich schon viel zu lang. Denn Audi ist vom Erfolg des Exoten überrascht, plant anfangs nur mit einem Absatz von 3000 Autos. Am Ende hat sich der Verkauf mehr als verdoppelt. Insgesamt entstehen 6046 Fahrzeuge, die damals wie heute heiß begehrt sind. Wie der unvergleichliche Sound des heißen Atmens von Darth Vader unter der Haube.

Fazit

von

Fabian Hoberg
Mit dem RS4 Avant B5 hat Audi einen absoluten Power-Kombi auf die Räder gestellt, der heute immer noch fasziniert. Die Kombination aus Sportmotor, straffem Fahrwerk, guter Verarbeitung sowie vor allem viel Platz und Komfort war damals einzigartig – und ist es immer noch. Leider kosten die wenigen gebauten Fahrzeuge damals wie heute ein Vermögen.