Vermutlich hatte der V40 die Schnauze einfach gestrichen voll. Erst bekommt er von den Testern aus den pragmatische­ren Ressorts in bester Radio-Eriwan-Manier verklickert, dass er im Prin­zip ja ein prima Auto sei, bloß eben nicht ganz so gut wie einige andere. Und dann wird er von uns auch noch auf der Rennstrecke abgewatscht. Über drei Sekunden verliert sein Topmodell T5 im Kompaktklasse-Grand-Prix (Autobild Sportscars Heft 8/13) auf den Golf GTI, sechs sogar auf den Sieger Renault Mégane RS. Bitter ist jedenfalls ein süßes Wort für die Niederlage, die er damals einstecken muss.
Volvo Heino V40 T5 HPC
Beim Heico V40 T5 HPC begeistern vor allem Fahrwerk und Klang.
Bild: Ronald Sassen
Heico V40 T5 HPC Einer hat sich deshalb zum Rächer auserkoren und im Volvo-exklusi­ven Fitnessstudio von Heico Sportiv mal so richtig austrainieren lassen. Ein Ge­windefahrwerk verringert das Spiel zwischen Karosserie und Straße, sechskolbige Sportbremsen erset­zen die schüchternen Serienstop­per, den Innenraum möbeln Reca­ro-Schalen auf, während sich der 2,5-Liter-Fünfzylinder weitestmög­lich vom 254 PS starken Serienorgan zu distanzieren sucht. Ein größerer Lader, passende Ladeluftkühler, geweitete Atemwege und eine klap­pengesteuerte Abgasanlage samt Sportkats bringen 66 PS. Clou des Dopings ist ein Injektions­system für Wasserethanol, das die Leistung noch mal um 30 PS auf­spritzt, vom TÜV aber leider nicht gesegnet wird.
Audi S3 Sportback
Wählbar ist beim S3 nur der Look der Räder, 18 Zoll stehen als Größe fest.
Bild: Ronald Sassen
Audi S3 Sportback Audis drit­te Ausgabe bleibt dem bekannten Strickmuster treu, nimmt sich den Turbomotor weiterhin quer zur Brust und allradelt mit der Haldex-Version des quattro-Antriebs. Die elementaren Neuerungen konzentrieren sich allesamt im Frontbereich und betreffen erstens die messbaren knapp 70 Kilo Ge­wichtsverlust gegenüber dem Vor­gänger, zweitens die neue Progres­sivlenkung, die erst angenehm sachte, dann giftiger anspricht, und drittens den Vierzylinder mit kom­binierter Einspritzung und Valvelift-System. Der ist gerundet zwar nach wie vor zwei Liter groß, beutet sich nun jedoch schonungsloser aus. 1,2 Bar ladern 300 PS aus nur 1984 Ku­bik, womit er den verblichenen S3 um 35 übertrifft.
BMW M 135i xDrive
Der 1er-Sportautomat ist schnell, trickreich und Dreh- und Angelpunkt für den spielfreudigen Antrieb.
Bild: Ronald Sassen
BMW M135i xDrive Der M 135i motorisiert als einer von immer wenigeren noch nach Art des Hauses, drückt seine Turbola­dung mit 0,8 Bar um einiges mode­rater aus, steht dank der drei Liter Hubraum aber voller und zeitiger im Saft. Dass der 1er schneller los­schnalzt, liegt aber nicht nur an der Kraftentfaltung, sondern vor allem am großartigen Sportautomaten, der das Drehzahlband mit acht Stu­fen kürzer steppen kann als der Doppelkuppler im Audi S3. Gefühl bringt so rich­tig nur der 320 PS starke Reihensechser ins Spiel. In den kleinen Gängen wird er noch weitestgehend vom Schubschwall des Turbos über­schwemmt, sobald die Übersetzun­gen jedoch länger werden, entfaltet sich der urtypische Hochdrehcharme ebenso wie die Reibeisenstimme, für die er so vergöttert wird. Wie der Vergleich ausgeht und weitere Details zu den drei kompakten Sportlern erfahren Sie in der Bildergalerie.



Fazit

von

Stefan Helmreich
Es ist wie bei der Wahl: Rot-Grün greift an, doch am Ende siegt Schwarz. Unterschied: Dank sei­nes feinen Antriebs, des verspiel­ten Fahrverhaltens und der Tatsache, beides mit Zahlen belegen zu können, herrscht der 1er allein. Dahinter folgen ein optimierter Audi, dem zur Machtübernahme ein paar Newtonmeter und Stand­haftigkeit auf der Vorderachse fehlen, sowie – auf Rang drei – Heico Sportiv, die einen eigentlich chancenlosen V40 zum S3-Riva­len hochoperieren und damit der heimliche Sieger dieses Ver­gleichstests sind. Kurvengefühl, Klang, Antritt – nichts davon erin­nert noch an den Serien- T5 und verdient allein deshalb unsere vollste Emotion. Zum Leidwesen des HPC bemisst sich Preis-Leistung nicht an der Ausgangsbasis, son­dern an der Konkurrenz.