Zehn Zylinder, 435 PS, dabei praktisch und bezahlbar – ist ein gebrauchter Audi S6 Avant zu gut, um wahr zu sein? AUTO BILD hat den Check gemacht – und zeigt die Alternativen.
Perfekte Ergonomie, Kraft und Sound im Überfluss: Auch ein alter S6 bietet noch großen Fahrspaß.
Bild: Sven Krieger / AUTO BILD
Ein tiefes Grollen ertönt nach dem Schlüsseldreh. Dieser brave Audi-Kombi ist nicht der typische, besser ausgestattete TDI wie alle. Es ist ein echter, potenter S6 mit 5,2-Liter-V10. Du fragst dich: Soll ich es wagen? Der S6 grollt. Ungestüm und dank Quattro-Allrad frei von Traktionsproblemen drücken dich die 435 unter der Haube zusammengepferchten PS brutal nach vorn. Die Sechsstufen-Tiptronic schaltet spürbar, aber sauber. Das Fahrwerk ist hart, aber erträglich, die Sportsitze mit fest integrierten Kopfstützen sind eng, aber gemütlich. Unter mächtigem Getöse stürmt dieser entfesselte Vertreterkombi in 5,3 Sekunden auf 100, nach unter 20 Sekunden sind die 200 erreicht, erst bei 250 greift der elektronische Anker. Wahnsinn!
* Weitere Informationen zum offiziellen Kraftstoffverbrauch und zu den offiziellen spezifischen CO2-Emissionen und gegebenenfalls zum Stromverbrauch neuer Pkw können dem "Leitfaden über den offiziellen Kraftstoffverbrauch" entnommen werden, der an allen Verkaufsstellen und bei der "Deutschen Automobil Treuhand GmbH" unentgeltlich erhältlich ist www.dat.de.
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Der 5,2-Liter hat die gleiche Basis wie der 3,2-Liter-V6 und der 4,2-Liter-V8 von Audi.
Bild: Sven Krieger / AUTO BILD
Allerdings verbraucht das bei Audi entwickelte Brutalo-Triebwerk bei dieser Fahrweise schnell 30 Liter und mehr. Auch sonst sind kaum unter 15 Liter drin. Super plus wohlgemerkt. Ist das wirklich noch zeitgemäß? Der S6 grollt. Du schaust unter die Haube. Um noch halbwegs kompakte Abmessungn hinzubekommen, mussten die zehn Pötte dicht aneinanderrücken. Die geringen Wandstärken sorgen für eine enorme Hitzeentwicklung. Gerade bei den ersten beiden Baujahren 07 und 08 sind Motorschäden schon bei deutlich unter 100.000 km eher die Regel als die Ausnahme. Zwar sollen die Abkehr vom Longlife-Öl und jährliche Wechsel Besserung bringen, doch auch so bleibt das Reparaturrisiko kaum kalkulierbar. In diesen S6, der beim Autohaus Schumacher in Steyerberg (Niedersachsen) für 14.990 Euro steht, flossen im letzten Jahr 18000 Euro! Niemand weiß, was noch kommt. Auch die übrigen Kosten bieten reichlich Zündstoff für dicke Luft daheim. Die Reifen halten nur 25.000 km, Bremsen, Versicherung ... Der S6 grollt jetzt ganz leise. Mit etwas Wehmut machst du den V10 aus. Und während er noch knistert, steigst du in den TDI nebenan.
Weitere Bilder und die Alternativen zum S6 sehen Sie in der Bildergalerie.
Dass Verbrauch, Versicherung und Verschleiß in dieser Leistungsklasse eine Stange Geld kosten, ist kein Geheimnis. Am Ende ist es das kaum zu kalkulierende Reparaturrisiko bei den Motoren, das S6 V10 vor 2009 nicht empfehlenswert macht. Leider!