Auktion: "The Beast"
Wer dieses Auto ersteigert, könnte bald verklagt werden!

"The Beast" steht erneut zum Verkauf – und zeigt sich mit einem Detail, für das der erste Besitzer fast ins Gefängnis gekommen wäre. Alle Infos!
Bild: Historics Auctioneers
Erst zweieinhalb Jahre ist es her, da kam "The Beast" zuletzt unter den Auktionshammer. Damals brachte das Einzelstück 72.500 Pfund (knapp 82.000 Euro) ein – weitaus weniger als zuvor angenommen. Schließlich handelt es sich um ein absolutes Unikat! Wer jetzt an den gelben Wagen mit acht Scheinwerfern denkt, liegt allerdings nur halb richtig!
Denn zur Auktion bei Historics Auctioneers in England erscheint das Biest in "neuem" Gewand. Das auffällige Gelb ist einem dunklen Grau gewichen, und die Anzahl der Scheinwerfer hat sich halbiert. Ganz neu ist diese Optik eigentlich nicht: Auch wenn das Biest die längste Zeit mit gelbem Kleid und individualisiertem Grill (trägt die Initialen des Erfinders) unterwegs war, so war der ursprüngliche Look ein anderer. Und zwar einer, der seinen Entwickler John Dodd fast ins Gefängnis brachte!

Dieser Grill mit der Rolls-Royce-Kühlerfigur "Spirit of Ecstasy" könnte dem neuen Besitzer zum Verhängnis werden.
Bild: Historics Auctioneers
Dabei ist die Front im ersten Moment gar nicht das, was das meiste Aufsehen erregt. Vielmehr bleiben die Augen an der extrem langen Haube hängen, die jedoch kein stilistischer Gag ist, sondern einen ganz praktischen Hintergrund hat. Unter dieser Haube schlummert schließlich der Merlin-Motor von Rolls-Royce: ein ursprünglicher Flugzeugmotor mit zwölf Zylindern und 27 Liter Hubraum! Ganz genau scheint es sich um eine abgewandelte Version des Merlins zu handeln, den Meteor, der in verschiedenen Panzern zum Einsatz kam und um die 750 PS leisten soll.

Das wahre Biest von "The Beast": Der einstige Flugzeugmotor mit 27 Liter Hubraum und ungefähr 750 PS.
Bild: Historics Auctioneers
Doch was führte dazu, dass John Dodd aufgrund dieses exzentrischen Fahrzeugs fast im Gefängnis landete? Kurz gesagt: Rolls-Royce verklagte den Ingenieur aufgrund des Kühlergrills, der wohl bloß eine Nachahmung eines Rolls-Royce-Grills war, und der darauf befindlichen Emily. John Dodd verlor diesen Prozess, verweigerte die Geldstrafe zu zahlen und floh – gemeinsam mit seinem Biest – nach Spanien. Hier tauschte er den RR-Grill gegen die Variante mit seinen Initialen. So wurde aus RR also JD.
Droht dem neuen Besitzer ebenfalls eine Klage?
Dass das Unikat nun erneut einen Grill von Rolls-Royce trägt – oder zumindest in der passenden Optik –, ist eine spannende Fortsetzung der Story. Ende November wird sich zeigen, ob sich ein wertschätzender Käufer findet und wie viel Geld dieses Mal geboten wird. Und, vor allem: ob der neue Besitzer auch bald eine Klage von der Luxusmarke am Hals hat.
Das Auktionshaus gibt einen Schätzpreis von 75.000 bis 100.000 Pfund an. Für alle, die die originale Optik vermissen: Das Silber ist bloß foliert, der gelbe Lack schlummert noch immer darunter.
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