Aus den eigenen Fahrzeugdaten Geld machen

Aus den eigenen Fahrzeugdaten Geld machen

Wie Ihr Auto mit seinen Daten bald 500 Euro im Jahr für Sie verdient

Bald verdienen wir mit unseren Auto-Daten Geld: Bis zu 500 Euro im Jahr soll  Big Data für Privatleute bringen, sagt ein Unternehmer. Das Beste: Es geht fast von allein!
Wenn wir fahren, zeichnen unsere Autos alles auf: Position, Tempo, Kilometerstand, Bremsweg etc. Bisher haben Endkunden nichts von den Daten, die ihre Autos sammeln – aber Hersteller nutzen sie und verdienen Geld damit.
# Dashcam im Test
1.

Aukey DR01

Preis*: 54,99 Euro

Testnote: gut

2.

Aukey DRA 1

Preis*: 44,99 Euro

Testtnote: gut

3.

MiVue C512

Preis*: 59,00 Euro

Testnote: gut

4.

Lamax C7

Preis*: 59,99 Euro

Testnote: befriedigend

5.

MiVue C314

Preis*: 48,25 Euro

Testnote: befriedigend

5.

Apeman C570

Preis*: 31,99 Euro

Testnote: ausreichend

*Einkaufspreis des Testprodukts
"Es ist Zeit für einen Wandel", sagt Manfred Heiss. Der 65-jährige Unternehmer aus München will Autofahrern erstmals ermöglichen, mit ihren Daten selbst Geld zu verdienen. Seit Kurzem bietet Heiss im Internet MyAutoData für Autofahrer an, einen "Datentresor" voller Autodaten: TÜV-Gutachten, Werkstattberichte, Kredit- und Leasingabrechnungen. Hinzu kommen Bewegungsdaten: Mit App und einem Stick in der OBD-Steckdose werden Fahrleistungen und GPS-Koordinaten aufgezeichnet. Auch diese Aufzeichnungen landen in der Daten-Cloud von MyAutoData.

Jeder Autofahrer bestimmt, welche Daten er überlässt

Unternehmer Manfred Heis hat jahrzehntelange Erfahrung in der IT- und Automobilindustrie.

Der Rest ist einfach: Jeder Autofahrer bestimmt selbst, welche Daten er Firmen zur Nutzung überlässt. Je nachdem, wie freigiebig er ist, umso mehr Geld könnte er damit verdienen. Die US-Marktforschung "Research & Markets" schätzte vor Kurzem den weltweiten Markt für Auto-Daten im Jahr 2027 auf über 200 Milliarden Euro. Schon heute ist Datenhandel lukrativ: Bis zu 15 Euro zahlen Vermarkter nur für die Anschrift einer Person, um sie an die Werbeindustrie weiterzuverkaufen. "Alle arbeiten mit unseren Daten, und die gehören uns!", sagt Manfred Heiss. Wie viel kann man mit den Daten verdienen? Heiss glaubt: "Bis zu 500 Euro im Jahr – unabhängig vom Fahrzeugtyp."

Datenschützer sieht keine rechtlichen Probleme

Datenschutzexperte Thilo Weichert zweifelt an den Ertragsmöglichkeiten von MyAutoData.

"Ich habe Zweifel, ob das ein Markt ist", sagt Dr. Thilo Weichert, Vorstandsmitglied der deutschen Vereinigung für Datenschutz. Er sieht rechtlich keine Probleme, wenn Endverbraucher ihre Daten selbst vermarkten möchten. Doch die potenziellen Verdienstmöglichkeiten sind nach seiner Einschätzung weitaus geringer, als MyAutoData verspricht. "Man kann das versuchen, sofern die Daten wirklich anonymisiert sind." Aber derartige Informationen seien bereits in hoher Qualität vorhanden. Ein Anbieter wie MyAutoData könne nur über einen niedrigen Preis in den Markt, folgert der ehemalige Datenschutzbeauftragte von Schleswig-Holstein.

500.000 Nutzer müssen mitmachen

Entscheidend wird sein, genügend Daten aufzuhäufen: 500.000 Nutzer und 500 Unternehmen müssen mitmachen, damit die Vermarktung interessant wird – sagt ein Sprecher von MyAutoData. Ende 2022 sollen bereits eine Million Nutzer und 1000 Unternehmen das Portal nutzen. "Die Sache ist absolut rechtssicher, wir handeln strikt im Sinne der Datenschutzgrundverordnung", bekräftigt Unternehmer Heiss, der nebenbei als Autor für die Stiftung Datenschutz tätig ist.

Drei Stunden Arbeit müssen investiert werden

Wer bei MyAutoData seine Daten hochlädt, kann sie an Unternehmen verkaufen – sofern Interesse besteht.

Natürlich verursacht der Datenhandel auch ein bisschen Arbeit: Nutzer müssen technische Daten, Angaben zu Versicherung, Leasing- oder Kaufvertrag in die Internet-Seite eintragen. "Drei Stunden dauert das in etwa", sagt Gründer Heiss. Dann haben Nutzer ihre sämtlichen Auto-Daten über die Cloud jederzeit griffbereit. Wie viel davon und wem sie die Informationen zugänglich machen, bestimmen sie selbst. Denkbar sind Versicherungen, Werkstätten, Teilehandel, Autohäuser o.ä., aber auch andere Branchen. "Weil sich die Daten auch lokal filtern lassen, lohnt sich die Nutzung auch für kleine Betriebe", sagt Manfred Heiss. So könne ein Reifenhändler besondere Angebote nur für seine Nachbarn anbieten, Werkstätten könnten ihre Werbung auf einzelne Fahrzeugtypen spezialisieren.

App leitet mobile Daten permanent weiter

Zu den stationären kommen in Echtzeit noch die dynamischen Daten: Ein Daten-Stick für die OBD-Diagnoseschnittstelle des Autos sendet Fahrdaten an eine App im Smartphone, die sie permanent in den "Datentresor" weiterleitet. "Ein richtiger Datenschatz", lobt Karl-Heinz Mühlbauer vom Consulting-Unternehmen Panadress, spezialisiert auf datenbasiertes Marketing. Auch dieses Geschäftsmodell gibt es schon: zum Beispiel bei MyHammer, wo Handwerker sich um die Aufträge von anonymen Inserenten bewerben. Doch erstmals behalten die Kunden die Kontrolle über ihre Daten. Heiss: "Hier drehen wir den Spieß um: Consumer to Business." Der Unternehmer, der lange für das Softwareunternehmen Oracle, Hewlett-Packard und BMW arbeitete, hat bisher eine sechsstellige Summe in sein Projekt gesteckt.

Die Kosten

Was das kostet: Der Datentresor ist für stationäre Daten gratis, Stick und App für dynamische Daten kosten im Rahmen der Premium-Mitgliedschaft jährlich 71,40 Euro. Das funktioniert allerdings nur mit Autos ab Baujahr 2002. Geld verdienen will das Start-up vor allem durch Provisionen: Jeder erfolgreiche Datenhandel bringt MyAutoData 50 Prozent des Ertrages.

Autor: Roland Wildberg

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