Editorial

Ist der Wandel jetzt da?

Diese Frage stellt sich beim Blick auf die Zulassungszahlen für September durchaus. Zum ersten Mal lag der Anteil reiner Elektroautos in Deutschland bei mehr als einem Drittel (34,5 Prozent) aller Neuzulassungen. Knapp 88.600 E-Autos kamen neu auf die Straße. Noch größer war nur der Anteil der Hybride mit 38,5 Prozent.
Ganz anders sieht es bei Verbrennern aus: Benziner kamen im September nur noch auf 17,4 Prozent, Diesel auf neun Prozent Marktanteil. Der Markt verschiebt sich also spürbar. Hohe Spritpreise machen Verbrenner trotz Tankrabatt teurer im Alltag, gleichzeitig senken Förderungen und Rabatte die Einstiegshürde beim E-Auto. Eine aktuelle Shell-Studie zeigt, dass immer mehr Verbrennerfahrer über den Umstieg nachdenken. 2025 waren es noch 22 Prozent, 2026 bereits 37 Prozent. Und wer bereits ein E-Auto fährt, ist offenbar größtenteils überzeugt: 89 Prozent der heutigen E-Fahrer würden wieder ein Elektroauto kaufen.
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Heißt das also, der Verbrenner ist erledigt? Ganz sicher nicht. Für viele Autofahrer bleiben Benziner und Diesel die naheliegende Wahl – besonders, wenn viel Langstrecke gefahren wird, zu Hause keine Lademöglichkeit besteht oder der Preis beim Kauf entscheidet. Aber die Rechnung wird komplizierter. Gerade ein Diesel, der lange als sparsamer Langstreckenantrieb galt, kann bei den aktuellen Spritpreisen zur Kostenfalle werden.
Lena Trautermann
Lena Trautermann, stellvertretende Chefredakteurin AUTO BILD.
Bild: Lena Trautermann
Deshalb lohnt sich der nüchterne Blick: Was kostet das Auto nicht nur beim Kauf, sondern im Alltag? Beim Tanken oder Laden, bei Versicherung, Wartung und Wertverlust? Genau das zeigt unser Vergleich zwischen Mercedes GLC 400 elektrisch und 450 d ab Seite 18. Und auch beim Toyota C-HR schauen wir in der Kaufberatung ab Seite 32 ganz genau hin, welches Antriebskonzept zu welchem Fahrertyp passt.
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Klar ist: Auch der Verbrenner spielt weiterhin eine wichtige Rolle. Doch das Elektroauto wird für immer mehr Menschen zur echten Alternative, weil Reichweite, Angebot und Kosten immer häufiger zusammenpassen. Am Ende geht es nicht darum, den einen Antrieb gegen den anderen auszuspielen. Es geht darum, ehrlich zu rechnen. Und genau da wird es gerade spannend.

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