Schiedsrichter, so sagt man im Fußball, sind immer dann besonders gut, wenn man nach einem Spiel nicht über sie redet. So gesehen muss sich die FIA ernsthaft Gedanken um ihre Schiedsrichter machen. Zu oft bieten die zuletzt Grund für Kontroversen nach den Rennen. Und greifen, wie im Fall Fuji, mit ihren diskussionswürdigen Entscheidungen in den Titelkampf ein. Spätes Bremsen gehört zum Rennsport. Dass sich ein Fahrer dabei mal verschätzt, wie es Hamilton beim Start in Fuji unzweifelhaft tat, ebenso. Geschadet hat er damit nur sich selber. Das soll strafwürdig sein? Also bekommt künftig ein Fußballer, der einen Elfmeter verschießt, eine gelbe Karte? Massas Foul gegen Hamilton nach Verbremser vor einer Schikane hingegen war, um im Bild zu bleiben, durchaus eine Grätsche in die Beine, ohne den Ball zu spielen. Gelb, also Durchfahrtsstrafe, angemessen. Dann kassierte Sébastien Bourdais für das Allerwelts-Duell bei dem er Massa berührte eine Zeitstrafe, die dem Brasilianer einen zweiten Punkt beschert. Irgendwie komisch. Nascar-Gelb nennen Amerikaner das, wenn Offizielle, um künstliche Spannung zu erzeugen, regulierend in den Rennverlauf eingreifen. Wir wollen keine amerikanischen Verhältnisse!

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