Wer eine schicke, dicke oder aufgemotzte Karre fährt, hat den Vorwurf vielleicht schon mal gehört: Mit dem Wagen will Mann sein zu klein geratenes Geschlechtsteil kompensieren.
Böse? Ja, aber offenbar ist an diesem Vorurteil etwas dran. Das legt zumindest eine Studie aus Großbritannien nahe.
Die Wissenschaftler der London's Global University (UCL) mussten bei den 200 Teilnehmern zwar zu einem Trick greifen, doch der zeigte Wirkung. Denn klar: Viele Männer dehnen die Wahrheit gerne mal zu ihren Gunsten, wenn es um die Größe ihres besten Stücks geht.

Mit falschen Infos versorgt – alles für die Wissenschaft

Die Wissenschaftler gaben daher vor, dass sie untersuchen würden, wie gut sich Menschen Informationen merken können, wenn sie gleichzeitig einkaufen.
Dabei wurden den Probanden auf einem Bildschirm vermeintliche Fakten präsentiert, anschließend wurde ihnen das Bild eines Produktes gezeigt. Die Männer konnten dann angeben, wie sehr sie das Produkt begehren.
Auch ein schönes Interieur kann entzücken.
Bild: Roman Raetzke

Dazu erhielt ein Teil der Gruppe die Information, dass der durchschnittliche Penis 18 Zentimeter lang sei. In Wirklichkeit ist das männliche Genital im Schnitt rund 13 Zentimeter groß.

Mit dem Alter steigt offenbar der Komplex

Die Vermutung hinter der Falsch-Info: Männer würden so das Gefühl bekommen, nicht ausreichend bestückt zu sein. Und tatsächlich stuften diese Probanden Sportwagen als attraktiv ein. "Ab einem Alter von 29 Jahren ist der Effekt der Penisgröße auf den Wunsch nach einem Sportwagen gewachsen", schreiben die Autoren um den Experimental-Psychologen Daniel C. Richardson.
Der umgekehrte Weg bestätigte dann das Gegenteil. Die Teilnehmer der Gruppe, die mit der Information versorgt wurde, der männliche Penis sei im Schnitt zehn Zentimeter groß, waren dadurch offenbar selbstsicherer – und weniger hinter einem Sportwagen her.

Von

Andreas Reiners