Es sind alarmierende Zahlen: 2022 starben in Deutschland an Bahnübergängen 42 Menschen, wie der NDR anhand der Daten der Bundesstelle für Eisenbahnunfalluntersuchung (BEU) berichtet.
Zuletzt waren es 2010 so viele Tote. Dabei sinkt parallel die Anzahl der Übergänge, rund 4.000 weniger sind es seit 2010, insgesamt noch knapp 16.000. Wie kommt es dann zu so vielen Todesfällen?
Die meisten Unfälle ereigneten sich durch das Missachten von Blinklichtern und Lichtzeichen beziehungsweise durch das Umfahren von Halbschranken. In rund 97 Prozent der Fälle liegt ein Fehlverhalten der Verkehrsteilnehmer vor, erklärt die Bahn. Das Umfahren der Halbschranken mache mehr als ein Drittel aller Unfälle aus, heißt es weiter.

Unachtsamkeit, Leichtsinn und Unkenntnis

146 Unfälle waren es 2022 insgesamt, 165 Menschen wurden dabei verletzt, 42 getötet. Meist aus Unachtsamkeit, Leichtsinn, aber auch aus Unkenntnis, dass der Schienenverkehr stets Vorrang hat oder wie die Schilder wie das Andreaskreuz zu lesen sind.
Und Lokführer sind im Fall der Fälle chancenlos, denn ein rechtzeitiges Anhalten ist schlicht utopisch. Ein Beispiel:  Bei einem 1000 Tonnen schweren Personenzug gelingt bei Tempo 100 der Stopp nach rund einem Kilometer!
Unfälle am Bahnübergang enden sehr oft tödlich.
Bild: dpa

Der Rat der Bahn: "Es ist lebenswichtig, an geschlossenen Schranken und leuchtendem Lichtzeichen beziehungsweise blinkendem Rotlicht unbedingt zu halten und am Andreaskreuz aufmerksam zu sein".
Soll heißen: bremsbereit sein und langsam fahren, dabei mögliche Tempolimits beachten und nicht überholen. Ebenso sollte man auf akustische Signale achten. Sind die Schranken geschlossen, diese niemals umfahren. Außerdem warten, bis Lichtsignale komplett erloschen sind.