Als Autofahrer kennt man die Situation und hat sich wahrscheinlich auch schon unzählige Male über sie geärgert: Ein Auto tuckert gemütlich auf der Mittelspur und behindert so den nachfolgenden Verkehr. Die notorischen Mittelspur-Fahrer sind allerdings teilweise im Recht.
In Deutschland gilt ein Rechtsfahrgebot. "Es ist möglichst weit rechts zu fahren, nicht nur bei Gegenverkehr, beim Überholen, an Kuppen, in Kurven oder bei Unübersichtlichkeit", heißt es in der Straßenverkehrsordnung.

Es gilt das Rechtsfahrgebot

Was bedeutet: Das permanente Fahren auf der mittleren oder linken Spur auf einer Autobahn ist verboten, da der Verkehrsraum optimal genutzt werden soll, damit der Verkehr bestmöglich fließt.
Es wird aber in der Praxis nicht ganz so eng gesehen, denn ein andauerndes Ein- und Ausscheren kann für gefährliche Situationen sorgen.
Notorisches Mittelspurfahren kann gefährlich werden.
Bild: dpa

Wenn zum Beispiel jemand die Mittelspur blockiert, müssen rechts ankommende Autofahrer über zwei Spuren ausscheren, um zu überholen. Das sorgt für eine erhöhte Unfallgefahr. Es kommt auch vor, dass sich Autofahrer bei einem langsamen Fahrzeug auf der Mittelspur das Überholen sparen und einfach rechts vorbeifahren – was verboten ist. Auch eine aggressive Fahrweise dem Mittelspur-Schleicher kann für Gefahren sorgen.

Mittelspur-Nutzung ist erlaubt

Diese Situation hat zur Folge, dass es bei einer dreispurigen Straße erlaubt ist, den mittleren Fahrstreifen durchgängig zu nutzen, wenn rechts davon hin und wieder Fahrzeuge unterwegs sind. Wenn also der nächste Überholvorgang absehbar ist.
Dabei gibt es einen Fingerzeig: Kann man die rechte Spur deutlich länger als 20 Sekunden befahren, muss man auch wieder auf die rechte Spur wechseln.
Strafe muss auch hier sein, denn das durchgängige Befahren der Mittelpur kann gefährliche Folgen haben. Bei einem Verstoß dagegen sind 80 Euro und ein Punkt fällig, wenn man damit andere Verkehrsteilnehmer behindert.