Autofahrer könnten für E-Scooter zur Kasse gebeten werden
Experte fordert höhere Parkgebühren zugunsten von E-Scootern

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E-Scooter haben bei vielen Menschen kein gutes Image. Ein Berliner Verkehrsexperte hält sie aber für durchaus praktisch - und prognostiziert ihnen eine gute Zukunft.
Bild: dpa
(dpa/AUTO BILD/KI) Seit fünf Jahren sind E-Scooter in vielen deutschen Städten verfügbar und stehen gleichzeitig im Zentrum kontinuierlicher Kritik. Andreas Knie, ein Verkehrsexperte vom Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung, vertritt die Ansicht, dass E-Scooter eine positivere Bewertung verdienen. Er schlägt vor, sie durch höhere Parkgebühren für Autos attraktiver zu gestalten. Knie erläutert, dass das kostenfreie oder günstige Parken von Privatautos im öffentlichen Raum die Geschäftsmodelle von Leihfahrzeuganbietern untergräbt. Eine Erhöhung der Parkgebühren könnte dazu führen, dass E-Scooter im Vergleich zu Autos als kostengünstigere Alternative wahrgenommen werden und somit eine solidere Geschäftsbasis erhalten.
In einigen Städten, einschließlich Berlin, wird bereits über eine Anhebung der Parkgebühren diskutiert. Knie warnt jedoch vor einer möglichen Verspätung dieser Maßnahmen, die die aktuellen E-Scooter-Anbieter finanziell belasten könnte. Der Mobilitätsforscher hebt hervor, dass E-Scooter vorrangig von Touristen genutzt werden, jedoch zunehmend auch für alltägliche Wege eine Rolle spielen. Sie bieten eine praktische Verbindung zum öffentlichen Nahverkehr und weisen eine deutlich höhere Nutzungseffizienz auf als Autos: Während Autos durchschnittlich nur zu vier Prozent der Zeit genutzt werden, erreichen Leihgeräte eine Nutzungsquote von 15 bis 20 Prozent.
Trotz dieser Vorteile steht die Branche vor Herausforderungen, insbesondere was die Entwicklung eines langfristig tragfähigen Geschäftsmodells betrifft. Knie weist darauf hin, dass die bisherige Finanzierung der Anbieter größtenteils auf Risikokapital basierte, das unter den Bedingungen vor der Zinserhöhung günstiger war. Es gab in der Vergangenheit bereits Übernahmen unter Konkurrenten, und es wird erwartet, dass diese Konsolidierung weitergeht.
Abschließend betont Knie, dass E-Scooter aller Voraussicht nach ein dauerhafter Bestandteil des städtischen Verkehrs bleiben werden. Er prognostiziert, dass sie auch in fünf Jahren noch genutzt werden, obgleich die Nutzungsdauer über diesen Zeitraum hinaus momentan schwer vorherzusagen ist.
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