Autoklau-Statistik 2008
Der Osten ist spitze

Die Zahl der Autoaufbrüche ging 2008 zwar insgesamt zurück, aber in Deutschlands Osten wurde so viel geknackt wie seit Jahren nicht mehr. Peinlich: Sogar in Polen und Tschechien ging die Diebstahlsquote im gleichen Zeitraum zurück.
Beim Autodiebstahl ist Deutschland geteilt – in den sicheren Westen und den kriminellen Osten. Das klingt politisch unkorrekt, ist aber leider die Wahrheit, schaut man in die aktuelle Auswertung des Bundeskriminalamts (BKA) für 2008. Aktiv wie seit Jahren nicht mehr waren die Knacker in Sachsen, Brandenburg, Berlin und allgemein im deutschen Osten. Besonders auffällig: Was hier gemopst wird, verschwindet auf Nimmerwiedersehen. Die Zahl der "dauerhaft abhanden gekommenen" Autos stieg gegenüber dem Vorjahr teils dramatisch an. Spitzenreiter ist Sachsen, wo 2008 sage und schreibe 1329 Autos verschwanden – 61 Prozent mehr als noch im Vorjahr. Auch das menschenleere Brandenburg wurde 2008 geradezu autoleer geklaut: 1091 Pkw kamen weg; ein Plus von 41 Prozent gegenüber 2007.

Bild: Harald Almonat
Showroom-Jacking hat um 300 Prozent zugenommen

Bild: AUTO BILD /
Rückgang beim Navi-Klau
Einen leichten Rückgang haben die Kriminalisten beim Navi-Klau registriert: Nachdem sich die Anzahl der Diebstähle von Navigationsgeräten in den Jahren 2005 und 2006 annähernd verdoppelt hatte, betrug die Zahl der Entwendungen im Jahr 2007 nach einem weiteren Anstieg von 28 Prozent 54.232 Delikte. Im Jahr 2008 war keine weitere Zunahme der Deliktszahlen zu verzeichnen. Mit 47.313 Fällen hat die Zahl der Pkw-Aufbrüche zur Erlangung von Navigationsgeräten um 13 Prozent abgenommen, lag jedoch noch immer auf dem hohen Niveau der letzten zwei Jahre.
Osteuropäische Autoknacker-Banden dominieren

Bild: BKA
Wachsende Professionalisierung und Netzwerkbildung
Das BKA beobachtet eine zunehmende Professionalisierung der Täter, die in netzwerkartigen Strukturen arbeiten und die Wegfahrsperren der meisten Neuwagen knacken können. Beunruhigender Ausblick: "Die internationale Kfz-Verschiebung ist zunehmend gekennzeichnet durch einen anhaltenden Bedarf an Kraftfahrzeugen in Südost- und Osteuropa sowie im Nahen und Mittleren Osten, die wachsende Professionalität der Täter und das vermehrt feststellbare Agieren in netzwerkähnlichen Strukturen. Die aktuelle Entwicklung in diesem Deliktsbereich lässt erwarten, dass die Diebstahlszahlen auch zukünftig auf dem derzeitigen Niveau bleiben werden."
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