(dpa/AUTO BILD/KI) Der Verband der Automobilindustrie (VDA) hat die Bundesregierung und die Europäische Union zu einem verstärkten Engagement beim Abschluss von Freihandelsabkommen aufgerufen. Hildegard Müller, die Präsidentin des VDA, betonte am Dienstag in Berlin die Bedeutung dieser Abkommen für die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Automobilbranche. Müller machte deutlich, dass jedes ausstehende Freihandelsabkommen die Position anderer stärke und die deutsche Seite schwäche.
Zusätzlich appellierte Müller an die Bundesregierung, den Standort Deutschland zu stärken und wies darauf hin, dass im letzten Jahr in mehreren kritischen Bereichen keine wesentlichen Fortschritte gemacht wurden. Dies betrifft die Energiepreise, das Steuersystem und den Bürokratieabbau. Sie kritisierte die Fokussierung der Politik auf das Krisenmanagement und forderte eine Abkehr davon, Krisen als Hauptargument zur Erklärung und Rechtfertigung politischer Entscheidungen zu nutzen. Ihrer Meinung nach würde dies den Eindruck erwecken, dass der Regierung eine strategische Ausrichtung fehle.
Für das kommende Jahr prognostiziert der VDA ein weltweites Wachstum des Automarktes um 2 Prozent, während für den deutschen Markt ein leichter Rückgang um 1 Prozent erwartet wird. Der Verband sieht zudem eine Diskrepanz zwischen den Neuzulassungen von reinen Elektroautos und deren Produktion in Deutschland. Hier wird ein starkes Produktionswachstum von 25 Prozent vorhergesagt, während bei den Neuzulassungen ein Rückgang um etwa 14 Prozent erwartet wird. Als Hauptgrund für diese Entwicklung nennt der VDA die reduzierte Förderung für Elektroautos.