Zwei Experten, drei Meinungen, diese ironische Feststellung neutraler Beobachter bei vielen Diskussionen trifft in Teilen auch auf das autonome Fahren zu. Unstrittig ist, dass eine funktionierende Technologie helfen kann, Unfälle zu vermeiden. Schließlich ist die Unaufmerksamkeit des Fahrers eine der häufigsten Crashursachen. Moderne Assistenzsysteme sorgen da heute schon für mehr Sicherheit im Straßenverkehr.
Wieviel sicherer muss es da doch sein, wenn nur noch Passagiere und keine Fahrer mehr im Auto sitzen. 90 Prozent weniger tödliche Unfälle durch autonomes Fahren prognostizierte einst eine Studie von McKinsey. Mittlerweile sind Experten weit weniger optimistisch.

Tesla Model Y
Frühestens ab 2040 rechnen Experten mit einer größeren Zahl selbstständig fahrender Autos auf dem Markt.
Bild: D. Byrne / AUTO BILD

Ein Drittel weniger Unfälle

Ein Grund dafür: Die Technik für automatisches Fahren wird vom Menschen gemacht. Und eben deshalb fahren autonome Autos auch so wie Menschen. So argumentiert jedenfalls das unabhängige US-amerikanische Insurance Institute for Highway Safety (IIHS) zu diesem Thema und geht deshalb davon aus, dass "nur" rund ein Drittel menschlicher Fehler am Steuer von Computern kompensiert werden können. Unterm Strich bedeutet aber auch das mehr Sicherheit im Straßenverkehr.
Es könnte aber auch mehr werden, meinen die IIHS-Experten. Dann müsste bei der Entwicklung selbstfahrender Autos aber Sicherheit die absolut oberste Priorität sein. Und genau das ist sie nach Meinung der Wissenschaftler derzeit nicht. Vor allem, weil das zu Lasten von Geschwindigkeit und Komfort gehen würde. Was wiederum eine deutlich geringere Akzeptanz beim Verbraucher zur Folge haben könnte.
So oder so ist das Thema noch Zukunftsmusik. Frühestens ab 2040 rechnen Experten mit einer größeren Zahl selbstständig fahrender Autos auf dem Markt. Auch das relativiert die Aussichten auf einen schnellen Sicherheitsgewinn im Straßenverkehr durch mobile Computer.