In US-amerikanischen Großstädten wie San Francisco gehören autonome Taxis seit 2023 zum Stadtbild – Fahrzeuge, die völlig ohne menschliche Fahrer durch die Straßen navigieren. In Deutschland hingegen befindet sich die Technologie des autonomen Fahrens noch in der Testphase.
Die Bundesregierung hat sich jedoch ambitionierte Ziele gesetzt und verabschiedete eine Strategie, mit der der Durchbruch für das autonome Fahren gelingen soll. Doch während die Politik die Weichen für eine Zukunft ohne Lenkrad stellt, zeigt eine aktuelle Umfrage des Branchenverbands Bitkom, dass viele Bürger in Deutschland dieser Entwicklung skeptisch gegenüberstehen.

Unklare Rechtslage bereitet Sorgen

Besonders die unklare rechtliche Lage, etwa die Frage der Haftung bei Unfällen, bereitet 74 Prozent der 1005 befragten Personen ab 16 Jahren Sorgen. Innerhalb der vergangenen zwölf Monate hat sich die öffentliche Meinung jedoch leicht verbessert. 2023 äußerten nämlich noch 78 Prozent der Befragten Bedenken bezüglich der rechtlichen Situation. Zudem machen sich 60 Prozent der Befragten Gedanken wegen möglicher Hacker-Angriffe, die die Sicherheit autonomer Fahrzeuge gefährden könnten.

Risiko durch technische Probleme?

55 Prozent sehen hingegen technische Probleme als potenzielles Risiko an, das den sicheren Betrieb beeinträchtigen könnte. Darüber hinaus trauen 44 Prozent der Befragten der Technik nicht zu, genauso gut wie ein menschlicher Fahrer mit schwierigen Situationen, etwa plötzlichen Hindernissen oder widrigen Wetterbedingungen, umzugehen. Außerdem spielen die Kosten eine Rolle: 43 Prozent sehen hohe Investitionskosten in die Verkehrsinfrastruktur als Nachteil, rund 35 Prozent halten autonome Mobilität schlichtweg für zu teuer.

Meistgenannter Vorteil: reduzierte Lärmbelästigung

Trotz der teils ausgeprägten Skepsis erkennen viele Bürger auch die potenziellen Vorteile, die autonome Fahrzeuge mit sich bringen. Eine deutliche Mehrheit von 58 Prozent sieht in der reduzierten Lärmbelästigung durch eine angepasste und gleichmäßigere Fahrweise einen wichtigen Gewinn. Fast ebenso viele Befragte, nämlich 52 Prozent, erhoffen sich einen besseren Verkehrsfluss durch die effiziente Koordination autonomer Fahrzeuge, die den Verkehr in Echtzeit anpassen und damit Staus oder Verzögerungen minimieren könnten.

Sicherheit ein großes Thema

36 Prozent schätzen den potenziell erhöhten Fahrkomfort, etwa durch ruhigere Fahrmanöver oder individuell anpassbare Fahrzeugfunktionen. Auch in Bezug auf die Sicherheit sehen viele Menschen in autonomen Verkehrsmitteln eine Chance – sowohl für andere Verkehrsteilnehmer (34 Prozent) als auch für die Insassen (29 Prozent).