Autovermieter und Fernbusse profitieren von Bahn-Streik
Gewinner des Bahn-Streiks

–
Der Bahn-Streik hat Autovermietern und Fernbussen ein gutes Geschäft beschert. Sixt dankte den Lokführern sogar mit einem Plakat für den Streik.
(dpa/sb) Der achte Streik der Gewerkschaft der Lokführer (GDL) im aktuellen Tarifstreit binnen weniger Monate hat die Bahnreisenden am Wochenende (19./19. Oktober 2014) hart getroffen. Doch viele wichen auch auf Alternativangebote wie Autovermieter und Fernbusse aus, um von A nach B zu kommen. Autovermieter Sixt reagierte schnell und dankte den Lokführern sogar mit dem Spruch: "HDGDL, GDL." Ob die Aussage "Hab' dich ganz doll lieb, GDL" letztlich aber nicht doch nur ein Werbegag war? "Wir sind total ausgebucht", berichtete eine Europcar-Mitarbeiterin in Hannover. Gestrandete Bahnreisende hätten sich zu Fahrgemeinschaften zusammengeschlossen, um einen Mietwagen zu nehmen.
Leitungen der Fernbusbetreiber brechen zusammen

Die Fernbusbetreiber profitierten vom Bahnstreik und hatten reichlich zu tun.
Zuschläge gab es trotz des Ansturms nicht
Unerwartet, aber rettend kam die Reise mit dem Fernbus für Klaus Malitz (73). Er wollte mit dem ICE von Köln zurück nach Erfurt fahren – aber sein Zug wurde gestrichen. Also buchte sein Sohn einen Fernbus. "Ich hätte nicht gewusst, wie ich sonst nach Hause komme." Während sich die einen freuten, verzweifelten die anderen. Fünf Jugendliche aus Dänemark wussten nicht, dass in Berlin die S-Bahnen stillstanden. Ihren Bus am Zentralen Omnibusbahnhof im Westen der Stadt verpassten sie deshalb. In Dänemark gingen die Herbstferien zu Ende, die fünf mussten heute (20. Oktober 2014) wieder zur Schule. "Je mehr Sitzplätze verkauft würden, desto mehr müssten die Passagiere zahlen", sagte ein Ticketverkäufer von "Flixbus" in München. "Für uns war es ein Rekord-Wochenende", bilanzierte eine Sprecherin am Sonntag. Zuschläge gab es aber nicht – ebenso wie bei "MeinFernbus".
Katastrophe für Taxifahrer
Was für die Fernbus-Anbieter ein Segen war, entpuppte sich für Taxifahrer als Katastrophe. "Seit drei Stunden habe ich keine einzige Fahrt gemacht", sagte Ahmed Basharat am Kölner Hauptbahnhof. Die Leute kämen erst gar nicht an oder nähmen gleich selbst das Auto. Auch wenn GDL-Chef Claus Weselsky im ZDF eine einwöchige Streikpause ankündigte: Der Konflikt um die Vertretung verschiedener Berufsgruppen bei der Bahn sowie um mehr Geld und weniger Arbeitszeit scheint noch weit von einer Lösung entfernt. Und das Hin und Her zwischen Lokführer- und Pilotenstreiks geht vorerst weiter: Nur neun Stunden, nachdem die GDL-Mitglieder wieder mit der Arbeit beginnen, will die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit ab Montag (20. Oktober) um 13.00 Uhr Kurz- und Mittelstreckenflüge von deutschen Airports ausfallen lassen. Autovermieter und Fernbus-Betreiber werden sich die Hände reiben.
Service-Links