Autokredit: Barzahler-Rabatt

Barzahler-Rabatt und Autokredit

Bar zahlen und sparen?

Wer den Kredit für ein Auto bei der Hausbank aufnimmt, kann dem Händler gegenüber als Barzahler auftreten. Das gibt dann einen ordentlichen Barzahler-Rabatt, hört man oft. Doch ist das wirklich so?
Eines vorweg: "Barzahlung" bedeutet beim Thema Barzahler-Rabatt nicht, dass Sie eine Plastiktüte voller Geld zum Autohändler schleppen müssen. Sie müssen den Betrag lediglich in einer Summe begleichen. Wenn Ihre Rücklagen dafür nicht ausreichen, können Sie einen Kredit in entsprechender Höhe aufnehmen. Einen Autokredit gibt es bei der Hausbank oder über den Autohändler. Der Unterschied dabei: Nehmen Sie den Kredit bei Ihrer Hausbank auf, können Sie dem Händler gegenüber als Barzahler auftreten. Viele Kreditinstitute bewerben ihre Autokredite mit dem entsprechenden Hinweis, dass der Barzahler beim Händler mit einem ordentlichen Barzahler-Rabatt rechnen kann. Doch ist das wirklich so, und ist der Kredit bei der Hausbank in jedem Fall günstiger als der Kredit über die Autobank beim Händler?

Hohe Rabatte gibt es nicht nur für Barzahler

Beim Barzahler-Rabatt ist oft die Rede von "bis zu 20 Prozent". In Wirklichkeit handelt es sich bei solchen Preisreduzierungen aber nicht um einen Barzahler-Rabatt, sondern um Nachlässe, die die Händler ohnehin auf ihre Neuwagen gewähren. Und das gilt auch für den Fall, dass Sie das Auto beim Händler finanzieren lassen. Denn der Preiskampf am Automarkt zwingt die Händler, die meisten Fahrzeuge deutlich unter dem Listenpreis anzubieten. Tatsächlich lagen die Neuwagen-Rabatte für die 30 meistgekauften Autos in Deutschland in den letzten Jahren regelmäßig etwa zwischen zwölf und 25 Prozent. Greift der Händler noch zum Preissteuerungs-Trick der Tageszulassung (das Fahrzeug ist dann nicht mehr Neuwagen, sondern Gebrauchtwagen), wird das Auto sogar um bis zu 35 Prozent günstiger.

Barzahler-Rabatt oft nur ein geringer Vorteil

Auf dermaßen preisreduzierte Modelle noch einen Barzahler-Rabatt von 20 Prozent zu erwarten, wäre naiv. Wenn dieser Rabatt überhaupt gewährt wird, dürfte er sich eher um fünf Prozent oder darunter bewegen. Bei Gebrauchtwagen fällt der Barzahler-Rabatt nochmals geringer aus. Für einen derart geringen Vorteil einen ungünstigen Kredit aufzunehmen, ist kaum ratsam. Denn die Zinsen für einen Autokredit bei der Hausbank liegen in der Regel über denen eines Händlerkredits. Mit einer Händlerfinanzierung fahren Sie also möglicherweise doch besser. Hier hilft nur eine genaue Kalkulation.

Händler profitieren von einer Finanzierung meist mehr

Natürlich hängt alles auch vom Verhandlungsgeschick des Käufers ab. Über eines sollte er sich jedenfalls im Klaren sein: Es ist längst nicht mehr so, dass der Barzahler dem Händler lieber ist als ein Kunde, der eine Finanzierung abschließt. Im Gegenteil: Die Margen beim Autoverkauf sind für den Händler ohnehin gering. Schließt der Kunde aber eine Finanzierung ab, erhält der Händler von der Autobank eine Provision, die sich für ihn lohnt. Zudem bietet die Finanzierung für den Händler die Chance, den Kunden langfristig an sich zu binden. Bei einer "Barzahlung" hat er dafür kaum Möglichkeiten. Der Käufer fährt vom Hof und ist erst einmal weg.
Fazit: Der Barzahler-Rabatt wird oftmals völlig überschätzt. Den Listenpreis für ein Auto zahlt heute eigentlich niemand mehr. Dazu ist der Preiskampf am Automarkt viel zu hoch. Die angebotenen Preisnachlässe haben aber kaum etwas mit einer Barzahlung zu tun. Der Käufer, der eine Finanzierung abschließt, ist für den Händler eigentlich sogar noch wertvoller als der Barzahler. Einen Autokredit bei der Hausbank aufzunehmen, um dann beim Händler als Barzahler aufzutreten, ist daher selten die bessere Lösung. Gerade in Zeiten, in denen viele Autobanken mit attraktiven Null-Prozent-Finanzierungen locken. In jedem Fall sollte man aber beide Möglichkeiten durchrechnen und beim Händler selbstbewusst verhandeln – auch ohne Barzahlung.

Autoren: Gerald Beeckmann,

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