Gerade bei modernen Autos sind schwache und früh streikende Autobatterien ein großes Thema. Denn der Stromverbrauch ist hoch: Assistenzsysteme, Sitzheizung, Navi und vor allem die Start-Stopp-Automatik verbrauchen viel Strom. Der Generator, auch Lichtmaschine genannt, sorgt während der Fahrt für Nachschub. Aber gerade bei kurzen Strecken, dauert die Fahrt nicht lang genug, um die Batterie vollständig wieder aufzuladen. Auf Dauer nimmt der Akku dadurch Schaden.

Batteriepulser: So funktioniert die Technik – und wo ihre Grenzen liegen

Video: Service Batterie

AUTO BILD-Ratgeber

Schon nach vier Jahren machen viele Autobatterien mittlerweile schlapp. Das muss aber nicht so sein. Einer vermeintlich kaputten Starterbatterie kann mithilfe eines Batteriepulsers zu neuer Frische verholfen werden. Der Batteriepulser, auch Desulfator genannt, soll totgeglaubte Batterien zu neuem Leben verhelfen. Dabei handelt es sich um ein kleines Gerät, das an den Plus- und Minuspol der Batterie angeschlossen wird. Er gibt in bestimmten Abständen Stromimpulse ab, die die Leitfähigkeit des Akkus wieder verbessern können. Wichtig: Der Batteriepulser ist kein Batterieladegerät, er sorgt lediglich dafür, die Batterie wieder ladefähig zu machen. (Weitere Infos: Richtige Pflege der Batterie)

Batterie-Pulser

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Bei fast allen gängigen Autobatterien handelt es sich um Blei-Akkus. Sie bestehen aus Bleiplatten in einer Schwefelsäure-Mischung. Wird die Batterie entladen, entstehen Sulfat-Kristalle, die sich normalerweise bei der Aufladung wieder auflösen. Wird die Batterie jedoch über einen längeren Zeitraum nicht voll aufgeladen, lagern sich die Kristalle an den Platten ab (Sulfatierung). Die Folge: Die Ladekapazität der Batterie sinkt. Irgendwann ist die Sulfatierung soweit fortgeschritten, dass sich die Batterie gar nicht mehr laden lässt. Normalerweise wird die Autobatterie an diesem Punkt "für tot erklärt" und muss getauscht werden.
Mit dem Batteriepulser lassen sich die Sulfatierung aber in manchen Fällen reduzieren. Wichtig: die Methode funktioniert nicht immer, eine Garantie, dass ein Pulser eine Autobatterie retten kann, gibt es nicht. Zudem besteht das Risiko, dass sich bereits verfestigte Ablagerungen nicht gleichmäßig lösen und die Batterie weiter schwächen. In einen neuen Stromspeicher verwandelt sich die alte Starter-Batterie durch einen Pulser also nicht. Dennoch gibt es immer wieder Erfahrungsberichte, wonach sich mit einem Batteriepulser zumindest ein Teil der ursprünglichen Batteriekapazität wiederherstellen lässt.
So verlängern Sie das Leben Ihrer Autobatterie
Ein Batteriepulser wie der Novitec Megapulse kann dem Akku zu neuer Frische verhelfen.
Bild: AUTO BILD
Die Spannungsspitzen des Batteriepulsers sollen die Sulfatkristalle aufbrechen und die Sulfatierung rückgängig machen. Der Batteriepulser kann dabei entweder angeschlossen werden, wenn die Batterie bereits streikt, aber auch vorsorglich fest an der Batterie montiert werden, sodass sich Sulfat-Ablagerungen deutlich langsamer bilden können. Auch hochwertige Ladegeräte haben manchmal ein Desulfatierungs-Programm. Allerdings sind sie nur für den kurzfristigen Einsatz geeignet.

Worauf ist bei der Anwendung zu achten?

  • Kein Wunder-Tool: Ein Batteriepulser kann keine mechanisch beschädigte oder intern defekte Batterie instand setzen.
  • Keine Hilfe bei Tiefenentladung: Bei einer tiefentladenen Batterie ist in der Regel nur ein Ladegerät mit speziellem Recovery- oder Reaktivierungsmodus geeignet.
  • Kurzschluss vermeiden: Beim Anschluss eines Batteriepulsers ist stets auf die korrekte Polarität zu achten; geeignete Schutzmaßnahmen sind notwendig, um Kurzschlüsse zu vermeiden.

Welche Vorteile hat der Batteriepulser?

  • Volle Leistung abrufen: Wird ein Batteriepulser dauerhaft an der Batterie betrieben, kann er der Sulfatierung entgegenwirken und dazu beitragen, die verfügbare Batterieleistung länger zu erhalten.
  • Umwelt schonen: Mit jeder kaputten Autobatterie entstehen ein paar Kilogramm Giftmüll. Je länger die Batterie also genutzt werden kann, desto besser für die Umwelt.
  • Geld sparen: Das spart Geld, denn eine neue Autobatterie kostet je nach Typ zwischen 75 und 400 Euro. Wer sie in der Werkstatt einbauen lässt, zahlt noch höhere Preise für den Akku und zusätzlich für den Einbau. Dabei können selbst bei Kompakt-Autos Kosten von bis zu 750 Euro entstehen. Zum Vergleich: Ein Batteriepulser kostet um die 50 Euro.

Wie kann man die Batterie sonst noch pflegen?

  • Regelmäßig aufladen: Gerade Kurzstrecken setzen der Batterie zu. Sie sollte deswegen regelmäßig mit einem Ladegerät nachgeladen werden. Das Gleiche gilt, wenn der Wagen über einen längeren Zeitraum abgestellt wird: Das Anschließen eines Ladegerätes zur Erhaltung der Ladung beugt Startproblemen vor. (Autobatterie-Ladegeräte im Test.)
  • Akku sauber halten: Sind die Pole der Batterie verschmutzt, entstehen Kriechströme, die zur Entladung führen können.
  • Spannung im Blick behalten: Mit einem einfachen Multimeter (ab acht Euro) lässt sich die Spannung der Batterie überprüfen. Fällt der Ruhestrom (erst 30 Minuten nach Abstellen des Autos messen) unter 12,4 Volt, ist es höchste Zeit, nachzuladen. Komfortablere Alternative: Eine nachrüstbare Spannungsanzeige fürs Cockpit. Hier kann die Batteriespannung jederzeit bequem vom Autos aus kontrollieren. Etwas gründlicher arbeiten sogenannte Batterietester (ab etwa 30 Euro). Eine wirklich genaue Analyse des Akku-Zustands können jedoch nur teure Profi-Geräte vornehmen.