Die Situation mag zunächst verlockend sein, doch in Wirklichkeit ist sie lebensgefährlich. Denn wenn das Signal im Andreaskreuz leuchtet, bedeutet das, dass ein Zug kommt. Er mag in dem Moment noch nicht zu sehen sein, doch die Geschwindigkeit der Züge wird oft unterschätzt. Außerdem ist im Grunde fast jede Begegnung mit ihnen tödlich.
Wer also den scheinbar günstigen Moment nutzen und Zeit sparen will und deshalb die Gleise überfährt, riskiert sein Leben und ein Bußgeld von bis zu 350 Euro. Den Führerschein ist man für einen Monat los, zwei Punkte in Flensburg hat man ebenfalls eingesammelt.
Wer meint, es sei eine gute Idee, Schranken oder Halbschranken zu umfahren, für den wird es noch teurer: Der Verkehrssünder kann sich auf 700 Euro und drei Monate Fahrverbot einstellen. Auch hier gibt es zwei Punkte dazu.

Noch mehr Verhaltensregeln

Das ist aber nicht alles, denn rund um einen Bahnübergang gibt es noch mehr Verhaltensregeln zu beachten. Wenn man sich mit seinem Fahrzeug einem Bahnübergang nähert, darf man dies nur mit mäßiger Geschwindigkeit tun.
Vor dem Übergang besteht Wartepflicht, wenn sich ein Schienenfahrzeug nähert, ein rotes Blinklicht oder gelbe oder rote Lichtzeichen gegeben werden, die Schranken sich senken oder geschlossen sind, ein Bahnbediensteter zum Halten auffordert oder ein hörbares Signal, wie ein Pfeifsignal des herannahenden Zuges, ertönt.
Unfälle mit Zügen enden fast immer tödlich.
Bild: dpa

Man sollte den Bahnübergang erst dann überqueren, wenn man sicherstellen kann, dass man auf der anderen Seite jenseits der Gleise anhalten kann. Besondere Vorsicht ist bei unbeschrankten Bahnübergängen geboten, da hier keine Barrieren auf der Straße vorhanden sind, um das Überqueren der Gleise zu verhindern. Deshalb sollten Sie bei unbeschrankten Bahnübergängen besonders vorsichtig und vorausschauend fahren, um Unfälle zu vermeiden.

Überholen ist generell verboten

Das Überholen an Bahnübergängen ist gemäß § 19 der Straßenverkehrsordnung (StVO) generell verboten, da die Verkehrssituation nicht immer optimal einsehbar ist. Auch hier können Verstöße zu Bußgeldern und Punkten im Bußgeldkatalog führen.
Überholt man an einem Bahnübergang, wird eine Strafe von 70 Euro fällig. Eine Annäherung an einen Bahnübergang mit überhöhter Geschwindigkeit zieht eine Geldstrafe von 100 Euro und einen Punkt in Flensburg nach sich.
Passiert man Bahnübergänge mit einem Andreaskreuz und missachtet dabei die Vorfahrt des Schienenfahrzeugs, werden 80 Euro fällig, dazu gibt es einen Punkt in Flensburg. Bei Gefährdung und Sachbeschädigung wird es teurer (bis zu 120 Euro). Dasselbe gilt, wenn man die Wartepflicht ignoriert. Auch hier sind Bußgeld und Punkte die Konsequenzen.