Biosprit: EU verschiebt Entscheidung
Biosprit-Reform aufgeschoben

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Die Energieminister der EU-Staaten konnten sich nicht auf eine Reform der Biosprit-Regeln einigen. Die Meinungen bei den Interessenverbänden gehen auseinander.
(dpa) Die EU schiebt eine Reform ihrer Biosprit-Politik auf die lange Bank. Die Energieminister konnten sich bei einem Treffen in Brüssel nicht wie geplant auf eine gemeinsame Position einigen. "Es gibt noch einige offene Fragen, und deshalb konnten wir keine politische Einigung erzielen", sagte der litauische Minister Jaroslav Neverovic am Donnerstag. Er leitete das Treffen, weil Litauen derzeit den Vorsitz der EU-Staaten hat. Die EU sucht nach Möglichkeiten, die Herstellung konventioneller Biokraftstoffe aus Raps, Getreide oder Soja auszubremsen. Kritiker befürchten eine Verdrängung von Flächen zum Anbau von Nahrungsmitteln. Doch die Berechnung von Verdrängungseffekten durch Spritpflanzen gilt als schwierig. Stattdessen will die EU neue Biokraftstoffe aus Klärschlamm oder Algen fördern. Eine Minderheit der Länder verweigerte sich einem Kompromissvorschlag Litauens. Während Polen und Ungarn der Kompromiss zu weit ging, bemängelten ihn Italien, Dänemark, die Niederlande und Luxemburg als zu lasch. Deutschland wollte trotz Bedenken zustimmen.
Stimmen zum Kompromiss

EU-Klimakommissarin Connie Hedegaard ist vom Kompromiss der EU-Staaten enttäuscht.
Bild: Olivier Hoslet
Biosprit in Europa

EU-Energiekommissar Günther Oettinger befürchtet, dass es nun lange dauern wird, bis das Thema Biosprit-Reform wieder auf den Tisch kommt.
Bild: dpa
Biosprit: Kein E10 in Österreich
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