Blitzer Eso ES3.0: Fehler bei LED-Licht

Laser und Lichtschranke: So blitzt die Polizei

Blitzer: Fehlmessung Autos mit LED-Licht

Gutachter warnen vor Falschblitzern

Gutachter bemängeln die von Behörden eingesetzte Blitzanlage Eso ES:3.0: Sie funktioniert bei Autos mit LED-Licht und in der Dunkelheit nicht zuverlässig, sagen sie!
LED-Scheinwerfer können auf Tempomessungen "unmittelbaren Einfluss nehmen und sie sogar verfälschen". Zu diesem Ergebnis kommen vier Sachverständigenbüros in einem Artikel der Märzausgabe von "Verkehrsunfall und Fahrzeugtechnik". Betroffen ist die Blitzanlage Eso ES3.0, die bundesweit etwa 700-mal im Einsatz ist. Grundlage des Artikels sind Fahrversuche am Sachsenring mit elf Pkw-Modellen mit LED-Scheinwerfern in der Dunkelheit. Nach Auswertung der rund 300 gültigen Messungen waren "Messfehler klar nachzuweisen".

Moderner Blitzer hat Probleme mit gepulstem LED-Licht

Vom Fahrbahnrand aus erfasst das Gerät Eso ES3.0 mit Hilfe von Sensoren über Unterschiede in der Helligkeit den Fahrzeugumriss und die Dauer der Vorbeifahrt. Daraus berechnet ein Programm das Tempo. Weil bei vielen Autos das LED-Licht mehrere Hundert Mal pro Sekunden an- und ausgeschaltet wird (sogenanntes gepulstes Licht), kann die exakte Bestimmung des Umrisses bei Dunkelheit beeinträchtigt und die ermittelte Geschwindigkeit falsch bestimmt werden. Ein weiterer Fahrversuch auf einem Flugplatz bei Cottbus lieferte im März 2019 "Anhaltspunkte für Abweichungen um die 10 km/h", so der Sachverständige Fabian Schwarz aus dem Saarland gegenüber der "Lausitzer Rundschau". 25 Ingenieurbüros sind angeblich am Versuch beteiligt. Fazit: An der Beeinträchtigung durch das LED-Licht bestehe kein Zweifel. Weitere Versuche seien nötig, um die Stärke und die Umstände der Beeinträchtigung näher zu bestimmen.

Forderung: Blitzer im Dunkeln nicht einsetzen

Bis zur endgültigen Klärung empfiehlt Mathias Grün von der VUT Sachverständigengesellschaft aus Saarbrücken, Eso ES3.0 im Dunkeln überhaupt nicht einzusetzen. Der Sachverständige Roland Bladt aus Hessen spricht sich für eine Nachprüfung durch die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB) in Braunschweig aus, "da es sich um einen systematischen Fehler handelt". Dort erhielt das System 2006 seine Zulassung. Die PTB sieht dazu trotz anhaltender Kritik keine Veranlassung. Auf Anfrage verweist die Behörde auf die Bauartprüfung, bei der es zu keinen Abweichungen gekommen sei. Zudem äußert sie Zweifel an der Methodik der Fahrversuche durch die Sachverständigen. Die wiederum werfen der PTB vor, sie argumentiere mit "abgegriffenen Formulierungen außerhalb jeglicher technischer Logik", sagte ein an den Messreihen beteiligter Sachverständiger AUTO BILD.
Eso ES3.0 also die Zulassung entziehen? Das sehen die Sachverständigen kritisch: Das Gerät sei derzeit das einzige, dass bei der Messung erhobene Rohmessdaten speichere – und damit das einzige, bei dem eine nachträgliche Prüfung der Werte überhaupt möglich sei.

Das ist der Blitzer-Bulli aus der Scheune

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LED-Scheinwerfer

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