Die Häme bei manchem Raser dürfte groß gewesen sein – aber auch nur von kurzer Dauer. Ein mobiler Blitzer in einem Wohngebiet von Bielefeld (Foto oben: Symbolbild) hat von einem pflichtbewussten Polizisten ein Knöllchen verpasst bekommen. Drohende Strafe: ein Verwarngeld in Höhe von 15 Euro (zur Bußgeld-Übersicht). Begründung: Das stadtbekannte Radargerät mit Namen "Guntram" stand entgegen der Fahrtrichtung und zu nah an einer Einmündung. Doch der Strafzettel wurde schon kurz danach wieder einkassiert. "Wir werden die Sache nicht weiter verfolgen. Das Verfahren wird eingestellt", sagte ein Polizeisprecher.

Blitzer genießen Sonderrechte

Denn: Für mobile Blitzanlagen gelten laut StVO – wie auch für andere Fahrzeuge von Polizei, Feuerwehr oder Rettungsdienst, aber auch für Post, Müllabfuhr oder Messfahrzeuge der Bundesnetzagentur – Sonderrechte und Ausnahmegenehmigungen. Das heißt aber nicht, dass die Polizei und die Verkehrsbehörden der Kommunen die Radarfallen willkürlich und überall aufstellen dürfen. So gilt beispielsweise ein Mindestabstand hinter Orts- oder Hinweisschildern. Grund: Autofahrer sollen nicht abrupt abbremsen und einen Auffahrunfall provozieren. Der Mindestabstand ist Ländersache, er liegt zwischen 75 und 200 Metern. Ausnahmen hierbei wiederum sind besondere Gefahrenstellen vor Schulen, Kindergärten oder Seniorenheimen, wo Blitzer auch näher an einem Tempolimit-Schild stehen dürfen.
Mit Material von dpa.