Laser und Lichtschranke: So blitzt die Polizei

Blitzer: Jagd auf Raser mit Lasern und Radarfallen

Berlin testet Panzer-Blitzer

Die Berliner Polizei testet bis Juli zwei gepanzerte Blitz-Anhänger mit modernster Lasertechnik. Überblick über Radarfallen, Lasergeräte und Blitzer-Türme aller Art!
Die Polizei verschärft ihre Maßnahmen gegen Raser und Rotlichtsünder – und rüstet mit neuen Laser-Blitzern auf! So auch in Berlin: Dort nahm am 7. Februar 2019 der sogenannte Enforcement-Trailer (ET), ein moderner Super-Blitzer der Firma Vitronic, seinen Dienst auf. Die 1,3-Tonnen schwere Radarfalle sieht aus wie eine Mischung aus Tarnkappen-Jet und Camping-Anhänger und steht für die Zukunft des mobilen Blitzers. Mussten die klassischen Modelle bisher mindestens von einem Polizisten überwacht werden, macht der ET dagegen alles alleine. Laut einem Polizeisprecher soll der Superblitzer vier Fahrstreifen gleichzeitig überwachen, zwei Bilder pro Sekunde schießen und bis zu 120 Stunden im Dauerbetrieb laufen können. Der gepanzerte Anhänger, offiziell Geschwindigkeitsanhänger genannt, ist zudem kugelsicher, verfügt über eine Alarmanlage und ein automatisches Feuerlöschsystem. Zwei Stück hat die Berliner Polizei für eine Probephase bis Juli 2019 für 10.000 Euro gemietet. Wenn sich die Blitz-Panzer (Stückpreis 130.000 Euro) bewähren, sollen sie fest angeschafft werden.

Superblitzer auch in Hamburg

So sehen Autofahrer den Enforcement Trailer von Vitronic, wenn sie auf ihn zukommen. Derzeit testet Berlin den Superblitzer.

2018 hatte schon die Polizei in Hamburg zwei als Anhänger getarnte Blitzer getestet: ebenfalls den Enforcement Trailer der Firma Vitronic und ein Gerät von Jenoptik, das nicht nur das Tempo heranfahrender, sondern auch wegfahrender Autos kontrollieren kann. Heißt: Wer gleich nach Passieren dieses Blitzers wieder Gas gibt, den erwischt der Superblitzer auch! Beide Geräte arbeiten mit Lasertechnologie und sind als Anhänger getarnt, was gleich mehrere Vorteile hat. Erstens sind die Blitzer für die Autofahrer extra schwer zu erkennen. Zweitens sind sie zwar mobil, können im Gegensatz zu anderen Geräten aber auch über einen längeren Zeitraum hinweg stationär eingesetzt werden. Was an Vorteil Nummer drei liegt: Die sensiblen Messgeräte sind in der stabilen Hülle gut geschützt. Unter der Haube hat zudem fortschrittlichste Technik Platz, zum Beispiel werden die Daten per Funk direkt an die Bußgeldstelle weitergegeben, ein Auslesen vor Ort ist nicht mehr nötig.
Das Gerät von Vitronic hat den Vorteil, dass die Akkus vor Ort und im Betrieb getauscht werden können, während der Jenoptik-Blitzer etwas zeitaufwendiger bei der Dienststelle aufgeladen werden muss. Trotz einiger Probleme mit beiden Geräten (fast 30 Prozent der Bilder waren unbrauchbar) wertete die Polizei die Testphase als Erfolg. Laut eines Behördensprechers sollen jetzt insgesamt sechs Geräte beider Hersteller bestellt werden. Wann die Super-Blitzer ihren Dienst aufnehmen, ist aber noch nicht bekannt.

Warngeräte und Blitzer-Apps

In einigen Fällen, in denen allzu offensichtlich eher die kommunalen Finanzen der Grund für den Aufbau eines Blitzers waren, konnten Rechtsanwälte deren Abbau erzwingen. Dennoch blitzt es bundesweit ohne Unterlass, nicht nur beim Blitz-Marathon, bei dem jährlich zehntausende Temposünder geschnappt werden. Doch auch die Gegner der Radargeräte haben illegal aufgerüstet: Warngeräte für das Auto und reflektierende Folien für das Nummernschild sollen vor Bußgeld, Punkten in Flensburg und Führerscheinentzug schützen. Auch fürs Smartphone gibt es Warn-Apps.

Polizei-Neuheit: halbstationäre Laserfalle

Der hat auch hinten Augen: Der Jenoptik-Trailer kann in zwei Richtungen blitzen!

Die Polizei kontert seit einigen Jahren mit modernen und kleinen Lasergeräten, die die Radartechnik in Genauigkeit übertrumpfen. Stylische Säulen wie in Hamburg säumen den Straßenrand, innen die modernste Blitzertechnik. Neu ist die halbstationäre Radarfalle. Die Anlagen sind auf Anhängern installiert und können personalsparend jeweils für mehrere Tage an wechselnden Orten aufgestellt werden, ohne von Beamten bewacht zu werden. Der sogenannte "Enforcement Trailer" von Vitronic wird bereits in mehreren Bundesländern eingesetzt. Raffiniert: Er tarnt sich als Anhänger, hat eine eigene Stromversorgung und eine drahtlose Verbindung zur Polizei, falls jemand versuchen sollte, ihn außer Gefecht zu setzen. Er ist sogar kugelsicher! Andere Radarfallen tarnen sich als Stromkästen, sind in Kofferräumen versteckt oder können gleich mehrere Raser auf einmal schnappen: Sie überwachen mehrere Spuren, manche sogar in beiden Fahrtrichtungen. Aktuell wird auf ganzen Autobahnabschnitten die "Section Control" getestet, bei der Raser über eine errechnete Durchschnittsgeschwindigkeit geschnappt werden. AUTO BILD gibt einen Überblick über die Blitzgeräte auf deutschen Straßen!

Laser und Lichtschranke: So blitzt die Polizei

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