Laser und Lichtschranke: So blitzt die Polizei

Blitzer: Jagd auf Raser mit Lasern und Radarfallen

Neue Super-Blitzer für Hamburg

Hamburg hat neuartige Laser-Blitzer in Betrieb genommen: Sie fangen Rotlicht- und Temposünder. Überblick über Radarfallen, Lasergeräte und Blitzer-Türme aller Art!
Die Polizei verschärft Ihre Maßnahmen gegen Raser und Rotlichtsünder – und rüstet mit neuen Laser-Blitzern auf! Am 18. Oktober 2018 sind im Hamburger Stadtgebiet sechs neue Blitzer in Betrieb gegangen. Nach Auswertung von Unfalldaten installierte die Polizei zwei kombinierte Geschwindigkeits- und Rotlichtblitzer sowie vier spezielle Rotlichtüberwachungsanlagen an sechs Standorten. Zudem soll eine weitere Anlage in den kommenden Wochen an der Willy-Brandt-Straße/Rödingsmarkt in Betrieb gehen. Die bisherigen, schleifenbasierten Blitzer wurden allesamt durch neue Lasergeräte ersetzt.

Super-Blitzer im Anhänger

Der hat hinten Augen im Kopf: Der Jenoptik-Trailer kann nach vorne und nach hinten blitzen!

Bereits seit 28. Mai 2018 testet die Polizei in Hamburg zwei ganz besondere, als Anhänger getarnte Blitzer: den Enforcement Trailer der Firma Vitronic und ein Gerät von Jenoptik, das nicht nur das Tempo heranfahrender, sondern auch wegfahrender Autos kontrollieren kann. Heißt: Wer gleich nach Passieren dieses Blitzers wieder Gas gibt, den erwischt der Superblitzer auch!
Beide Geräte arbeiten mit Lasertechnologie und sind als Anhänger getarnt, was gleich mehrere Vorteile hat. Erstens sind die Blitzer für die Autofahrer extra schwer zu erkennen. Zweitens sind sie zwar mobil, können im Gegensatz zu anderen Geräten aber auch über einen längeren Zeitraum hinweg stationär eingesetzt werden. Was an Vorteil Nummer drei liegt: Die sensiblen Messgeräte sind in der stabilen Hülle gut geschützt. Unter der Haube hat zudem fortschrittlichste Technik Platz, zum Beispiel werden die Daten per Funk direkt an die Bußgeldstelle weitergegeben, ein Auslesen vor Ort ist nicht mehr nötig. Das Gerät von Vitronic hat den Vorteil, dass die Akkus vor Ort und im Betrieb getauscht werden können, während der Jenoptik-Blitzer etwas zeitaufwendiger bei der Dienststelle aufgeladen werden muss. Trotz einiger Probleme mit beiden Geräten (fast 30 Prozent der Bilder waren unbrauchbar) wertet die Polizei die Testphase als Erfolg. Laut eines Behördensprechers sollen jetzt insgesamt sechs Geräte beider Hersteller bestellt werden. Wann die Super-Blitzer ihren Dienst aufnehmen sollen, ist aber noch nicht bekannt.

Reaktion auf einst 13.000 Verkehrstote pro Jahr

Die neuen Geräte sind technisch Lichtjahre von den ersten Raserfallen entfernt. Schon seit sechs Jahrzehnten setzt die Polizei auf strahlende Messtechnik: 1956 stand der Prototyp der ersten Radarfalle VRG 1 von Telefunken auf der Internationalen Polizeiausstellung in Essen. Der Anlass: Die Zahl der jährlichen Verkehrstoten in der noch jungen Bundesrepublik war trotz geringen Verkehrsaufkommens auf erschreckende 13.000 geschnellt. Zum Vergleich: Im Jahr 2017 ging die Zahl der Verkehrstoten auf 3177 zurück, so wenig wie zuletzt vor rund 60 Jahren. Mit Blitzlicht konnten damals dank der ersten Radargeräte Temposünder sogar in der Nacht erwischt werden. Als Stichtag der ersten Radarkontrolle gilt in vielen Publikationen der 21. Januar 1957 mit einem Test in Düsseldorf.

Warngeräte und Blitzer-Apps

In einigen Fällen, in denen allzu offensichtlich eher die kommunalen Finanzen der Grund für den Aufbau eines Blitzers waren, konnten Rechtsanwälte deren Abbau erzwingen. Dennoch blitzt es bundesweit ohne Unterlass, nicht nur beim Blitz-Marathon, bei dem jährlich zehntausende Temposünder geschnappt werden. Doch auch die Gegner der Radargeräte haben illegal aufgerüstet: Warngeräte für das Auto und reflektierende Folien für das Nummernschild sollen vor Bußgeld, Punkten in Flensburg und Führerscheinentzug schützen. Auch fürs Smartphone gibt es Warn-Apps.

Polizei-Neuheit: halbstationäre Laserfalle

Der Super-Blitzer "Enforcement Trailer" ist gut getarnt und unkaputtbar.

Die Polizei kontert seit einigen Jahren mit modernen und kleinen Lasergeräten, die die Radartechnik in Genauigkeit übertrumpfen. Stylische Säulen wie in Hamburg säumen den Straßenrand, innen die modernste Blitzertechnik. Neu ist die halbstationäre Radarfalle. Die Anlagen sind auf Anhängern installiert und können personalsparend jeweils für mehrere Tage an wechselnden Orten aufgestellt werden, ohne von Beamten bewacht zu werden. Der sogenannte "Enforcement Trailer" von Vitronic wird bereits in mehreren Bundesländern eingesetzt. Raffiniert: Er tarnt sich als Anhänger, hat eine eigene Stromversorgung und eine drahtlose Verbindung zur Polizei, falls jemand versuchen sollte, ihn außer Gefecht zu setzen. Er ist sogar kugelsicher! Andere Radarfallen tarnen sich als Stromkästen, sind in Kofferräumen versteckt oder können gleich mehrere Raser auf einmal schnappen: Sie überwachen mehrere Spuren, manche sogar in beiden Fahrtrichtungen. Aktuell wird auf ganzen Autobahnabschnitten die "Section Control" getestet, bei der Raser über eine errechnete Durchschnittsgeschwindigkeit geschnappt werden. Hier ein Überblick über die Blitzgeräte auf deutschen Straßen!

Laser und Lichtschranke: So blitzt die Polizei

Diesen Beitrag empfehlen

Anzeige

Online-Voting

Wurden Sie schon mal geblitzt?

Tempokontrollen sind ...

Automarkt

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.