Laser und Lichtschranke: So blitzt die Polizei

Blitzer: Jagd auf Raser mit Lasern und Radarfallen

Hamburg schaltet Super-Blitzer scharf

In Hamburg wurden die ersten zwei von sechs Super-Blitzern in Betrieb genommen. Überblick über Radarfallen, Lasergeräte und Blitzer-Türme aller Art!
(dpa/cj) 2018 hatte die Polizei in Hamburg als Anhänger getarnte Blitzer getestet – und offenbar für gut befunden. Denn jetzt, im Frühjahr 2019, wird in der Hansestadt "scharf geschossen": Im Rahmen einer neuen Offensive gegen Raser und andere Temposünder sind seit dem 18. Februar 2019 zwei der neuen Super-Blitzer in Betrieb. Vier weitere sollen bis zum Sommer folgen. Die 1,3 Tonnen schweren Radarfallen sehen aus wie eine Mischung aus Tarnkappen-Jet und Camping-Anhänger – und stehen für die Zukunft des mobilen Blitzers. Mussten die klassischen Modelle bisher mindestens von einem Polizisten überwacht werden, macht diese Generation fast alles alleine. Außerdem soll es in Hamburg noch 2019 Dutzende neuer Tempo-30-Strecken vor Kitas, Schulen und Seniorenheimen geben.

So sieht der Superblitzer "Enforcement Trailer" von der Seite aus.

Bei den Radarfallen handelt sich um den Enforcement-Trailer (ET) der Firma Vitronic mit Lasertechnologie. Die Geräte sind für die Autofahrer extra schwer zu erkennen. Zudem sind sie zwar mobil, können im Gegensatz zu anderen Geräten aber auch über einen längeren Zeitraum hinweg stationär eingesetzt werden. Was an Vorteil Nummer drei liegt: Die sensiblen Messgeräte sind in der stabilen Hülle gut geschützt. Unter der Haube hat zudem fortschrittlichste Technik Platz, zum Beispiel werden die Daten per Funk direkt an die Bußgeldstelle weitergegeben, ein Auslesen vor Ort ist nicht mehr nötig. Akkus können vor Ort und im Betrieb getauscht werden. Trotz einiger Probleme mit beiden Geräten (fast 30 Prozent der Bilder waren unbrauchbar) wertete die Polizei die Testphase als Erfolg.

Berlin testet Panzer-Blitzer

Auch in Berlin verschärft die Polizei ihre Maßnahmen gegen Raser und Rotlichtsünder – und rüstet ebenfalls mit den neuen Laser-Blitzern auf! Dort nahm am 7. Februar 2019 ein Enforcement-Trailer seinen Dienst auf. Laut einem Polizeisprecher soll er vier Fahrstreifen gleichzeitig überwachen, zwei Bilder pro Sekunde schießen und bis zu 120 Stunden im Dauerbetrieb laufen können. Der gepanzerte Anhänger, offiziell "Geschwindigkeitsanhänger" genannt, verfügt auch über eine Alarmanlage und ein automatisches Feuerlöschsystem. Zwei Stück hat die Berliner Polizei für eine Probephase bis Juli 2019 für 10.000 Euro gemietet. Wenn sich die Blitz-Panzer (Stückpreis 130.000 Euro) bewähren, sollen sie fest angeschafft werden.

Warngeräte und Blitzer-Apps

In einigen Fällen, in denen allzu offensichtlich eher die kommunalen Finanzen der Grund für den Aufbau eines Blitzers waren, konnten Rechtsanwälte deren Abbau erzwingen. Dennoch blitzt es bundesweit ohne Unterlass, nicht nur beim Blitz-Marathon, bei dem jährlich Zehntausende Temposünder geschnappt werden. Doch auch die Gegner der Radargeräte haben illegal aufgerüstet: Warngeräte für das Auto und reflektierende Folien für das Nummernschild sollen vor Bußgeld, Punkten in Flensburg und Führerscheinentzug schützen. Auch fürs Smartphone gibt es Warn-Apps.

Polizei-Neuheit: halbstationäre Laserfalle

Der hat auch hinten Augen: Der Jenoptik-Trailer kann in zwei Richtungen blitzen!

Die Polizei kontert seit einigen Jahren mit modernen, kleinen Lasergeräten, die die Radartechnik in puncto Genauigkeit übertrumpfen. Stylische Säulen wie in Hamburg säumen den Straßenrand, bestückt mit ausgefeilter Blitzertechnik. Neu ist die halbstationäre Radarfalle: Die Anlagen sind auf Anhängern installiert und können personalsparend jeweils für mehrere Tage an wechselnden Orten aufgestellt werden, ohne von Beamten bewacht zu werden. Der Enforcement-Trailer von Vitronic wird bereits in mehreren Bundesländern eingesetzt (siehe oben). Andere Radarfallen tarnen sich als Stromkästen, sind in Kofferräumen versteckt oder können gleich mehrere Raser auf einmal schnappen: Sie überwachen mehrere Spuren, manche sogar in beiden Fahrtrichtungen. Aktuell wird auf ganzen Autobahnabschnitten die "Section Control" getestet, bei der Raser über eine errechnete Durchschnittsgeschwindigkeit entlarvt werden. AUTO BILD gibt einen Überblick über die Blitzgeräte auf deutschen Straßen!

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