Nichts ahnend fährt man seine tägliche Strecke, dabei läuft vielleicht der Lieblingssong im Radio. Und zack: Ein roter Blitz durchbricht den Frieden. Dann der panische Blick auf den Tacho, obwohl die Zahl eh nicht mehr aussagekräftig ist, denn ganz automatisch ging sofort der Fuß auf die Bremse. Obwohl es dann schon lange zu spät war.
So oder so ähnlich könnte es kürzlich einem Raser in der Schweiz ergangen sein, wobei der in einer 50er-Zone mit 77 km/h unterwegs war – das klingt eher nach bewusster Übertretung der Geschwindigkeitsbegrenzung als nach einem Versehen. Die Strafe? Immens! Während hierzulande 180 Euro und ein Punkt in Flensburg die Folge gewesen wären, zahlt der Schweizer gleich so viel, wie er für zwei neue VW Golf GTI berappen müsste!

Fast 100.000 Euro Strafe für den Raser

Wie es zu der hohen Strafe von 95.500 Euro (90.000 Franken) kam, ist einfach erklärt. Denn in der Schweiz berechnet sich die Höhe der Buße nach dem Einkommen des Rasers. Und da es sich laut "24 heures" um einen der 300 reichsten Menschen des Landes handelt – der über ein Vermögen von mehreren Hundert Millionen Franken verfügen soll – fällt die Quittung entsprechend hoch aus. Unter einem Instagram-Post witzeln die Kommentatoren darüber, dass sie ein solch geringes Einkommen hätten, dass die Schweiz ihnen fürs Geblitztwerden noch Geld zahlen müsste.

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Und tatsächlich fällt die Strafe in diesem Fall auch nur auf den ersten Blick so utopisch hoch aus. Der Raser muss "nur" 10.000 Franken direkt bezahlen, während die restlichen 80.000 Franken auf Bewährung ausgestellt werden. Sollte der Multimillionär die nächsten drei Jahre also verantwortungsbewusst im Straßenverkehr unterwegs sein, dann wird diese Summe nie fällig. Doch auch eine Strafe von 10.000 Franken, also ungefähr 10.600 Euro, wäre in Deutschland unvorstellbar.

Das ist die höchste Geldstrafe in Deutschland

Laut dem deutschen Bußgeldkatalog liegt die höchste Geldstrafe für eine Geschwindigkeitsübertretung innerorts bei 843,50 Euro – und dafür müsste man 70 km/h zu schnell gewesen sein. Übrigens: Die Schweiz ist nicht das einzige Land, in dem die Strafe nach dem Einkommen des Rasers berechnet wird. Im Jahr 2023 fuhr ein Finne in seinem Heimatland 32 km/h zu schnell durch eine 50er-Zone und musste daraufhin umgerechnet 121.000 Euro Strafe zahlen!