Blitzmarathon: Forscher sehen keine Wirkung

Blitzmarathon: Studie der Uni Passau

Darum ist der Blitzmarathon sinnlos

Nun ist es wissenschaftlich erwiesen: Blitzmarathons sind sinnlos! Forscher der Universität Passau fanden heraus, warum das so ist und was besser gegen Raser hilft.
Im April 2020 dürfte es wieder so weit sein: Die Polizei macht Jagd auf Raser – beim alljährlichen Blitzmarathon. Schon seit 2013 liegen die Ordnungshüter regelmäßig mit großem Personalaufwand auf der Lauer, um auch durch Aufklärung für die Gefahr des zu schnellen Fahrens zu sensibilisieren. 2019 wurden trotz Ankündigung rund 45.000 zu schnelle Autofahrer erwischt. Nun aber sehen sich alle Kritiker wissenschaftlich bestätigt. Denn Forscher der Universität Passau fanden heraus: Blitzmarathons wirken – anders als von Polizei und Landesinnenministern behauptet – nur sehr kurzfristig.

"Gut zureden hilft bei Rasern nicht"

Nicht nur durch Bußgelder, auch durch Aufklärung will die Polizei beim Blitzmarathon Raser bekehren.

Vier Jahre lang werteten Stefan Bauernschuster und Ramona Rekers für eine Studie Millionen von Daten aus. Ergebnis: Blitzmarathons führen zu keiner nachhaltigen Änderung des Fahrverhaltens. Zwar fahren die Menschen während der Aktion vorsichtiger, aber am Tag danach ist dieser Effekt verschwunden. "Gut zureden hilft bei Raserinnen und Rasern nicht", sagt Bauernschuster. "Blitzmarathons haben also keinen anhaltenden Effekt für Sicherheit auf den Straßen", sagt Ökonomin Rekers. Grund: Das mit Informationskampagnen beabsichtigte "Nudging" ("Anstupsen", ein Verhalten in eine bestimmte Richtung zu ändern) funktioniere vor allem, wenn damit ein Erkenntnisgewinn einhergehe. Beim Rasen sei das offenbar nicht der Fall. Trotz des Wissens, dass Geschwindigkeitsüberschreitungen die meisten Unfälle verursachen – nehmen Menschen das Risiko in Kauf, Leben zu gefährden. Es sei denn, sie müssen fürchten, erwischt zu werden.

Auch Suchanfragen und Hashtags ausgewertet

Belegen konnten die Forscher diese Denkweise anhand folgender Daten: • Während des Blitzmarathons wurden Tempolimits deutlich mehr beachtet, es gab signifikant weniger Unfälle. • Am Tag danach verschwinden diese Effekte, obwohl das Thema noch in den Medien präsent ist. • Wenn Blitzmarathons länger dauern, ist der Effekt auch länger da – bis die Blitzer wieder abgebaut sind. • Auf Autobahnen ohne Tempolimit und damit ohne Blitzer zeigten sich keinerlei Effekte. Ausgewertet wurden unter anderem 60 Millionen Presseartikel sowie Suchanfragen bei Google und Hashtags auf Twitter. Nur kurz vor und während der Aktionen schossen die Zahlen nach oben.
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Forscher halten Tempolimits für sinnvoller

Ein Tempolimit, beispielsweise von 130 km/h auf Autobahnen, halten die Forscher für wirkungsvoller.

Eine bessere Lösung haben die beiden Wissenschaftler auch parat: Tempolimits. "Unsere Studie reiht sich in eine Reihe von Studien ein, die zeigen, dass Tempolimits wirken, dass also niedrigere Geschwindigkeiten Unfälle vermeiden können", sagt Bauernschuster. Durch die größere Gefahr, geblitzt zu werden erhöhen sich im Kalkül der Autofahrer die Kosten von zu hoher Geschwindigkeit im Verhältnis zum Nutzen, wie etwa Zeitersparnis oder Freude am schnellen Fahren.
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