Sprechen wir über den Elefanten im Raum: Nee, den 1er selbst meinen wir gar nicht. 4,36 Meter Länge und gemessene 1487 Kilogramm Leergewicht dürfen in Elektro-SUV-Zeiten tatsächlich als rank und schlank gelten.

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Vielmehr wundern sich Fans, was die Bayern mit dem kleinsten BMW sonst so angestellt haben. Der Antrieb wanderte schon 2019 von der Hinter- an die Vorderachse, die ausgeglichene 50:50-Gewichtsverteilung war damit natürlich dahin.

Platzangebot bleibt eher bescheiden

Nun schmeißen die Bayern den legendären iDrive-Controller raus – und das "i" in der Modellbezeichnung gleich mit. Idee: Verwechslungsgefahr mit den vollelektrischen Modellen vermeiden. Die Diesel dürfen ihr "d" im Namen behalten.
BMW 120
Leicht gewachsen: Mit 4,36 Metern ist der neue BMW 1er jetzt 4,2 Zentimeter länger als sein Vorgänger. Mehr Platz hat er nicht.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Technisch darf der F70 als umfangreiches Facelift des Vorgängers F40 gelten. Der Radstand blieb mit 2,67 Metern gleich, in Länge (+42 mm) und Höhe (+25 mm) legte der 1er leicht zu. Mit 300 bis 1135 Litern schrumpfte der Kofferraum leicht, was wohl mit der Hybrid-Batterie des 48-Volt-Systems zu tun hat. Es bleibt also eher bei einem Platzangebot auf gutem Kleinwagenniveau. So weit nichts Neues.

Arbeitsplatz jetzt ohne iDrive-Controller

Rundum generalsaniert präsentiert sich dagegen das Cockpit. Wie erwähnt, der iDrive-Controller flog raus, was einer maximal simplen Bedienung sicher nicht zuträglich ist. Dennoch: Das Cockpit ist logisch und durchaus liebevoll aufgebaut. Das zeigen Details wie die in M-Farben gehaltenen Nähte auf der Beifahrerseite des Armaturenbretts oder die Akzente aus Aluminium im Innenraum, durch die im Tunnel effektvoll die Ambientebeleuchtung schimmert.
BMW 120
Das Cockpit der 1ers ist liebevoll gemacht und logisch aufgebaut. Leider hat BMW den guten iDrive-Controller entfernt.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Auch gibt es eine große, zentral auffindbare Lautstärkewalze, ideal platzierte Becherhalter sowie einen weiteren, BMW-typischen Clou: Motorstart und Gangwahl lassen sich innerhalb einer Sekunde mit Zeige- und Mittelfinger der rechten Hand erledigen, weil sie ohne jegliche Verzögerung reagieren und direkt nebeneinander liegen. Dazu kommt eine verständige Sprachbedienung, die problemlos funktioniert und auch komplexe Adressen anstandslos annimmt.

Fahrzeugdaten

Fahrzeugdaten
Motor Bauart/Zylinder 
Dreizylinder, Turbo, Mildhybrid 
Einbaulage 
vorn quer 
Ventile/Nockenwellen 
4 pro Zylinder/2 
Nockenwellenantrieb 
Kette 
Hubraum 
1499 cm³ 
Systemleistung 
125 kW (170 PS) 
Systemdrehmoment 
280 Nm 
Vmax
226 km/h 
Getriebe 
Siebengang-Doppelkupplung 
Antrieb 
Vorderradantrieb 
Bremsen vorn/hinten 
Scheiben/Scheiben 
Testwagenbereifung 
225/45 R 18 Y 
Reifentyp 
Continental SportContact 7 
Radgröße 
8 x 18" 
Abgas CO2* 
122 g/km 
Verbrauch* 
5,4 l S/100 km 
Tankinhalt 
49 l 
Kraftstoffsorte 
Super 
Ottopartikelfilter 
Serie 
Vorbeifahrgeräusch 
67 dB(A) 
Anhängelast gebr./ungebr. 
1300/750 kg 
Stützlast 
75 kg 
Kofferraumvolumen 
300–1135 l 
Länge/Breite/Höhe 
4361/1800–2072**/1459 mm 
Radstand/Bodenfreiheit 
2670/156 mm 
Grundpreis
38.600 Euro
Testwagenpreis (wird gewertet)
46.600 Euro
Was Fahrassistenz angeht, ist der 1er mit Features wie Ampelassistent, Stauassistent und Wischblinker sogar einem Helfer für das Einfädeln auf Autobahnen gerüstet. Um den zu aktivieren, muss nur der Blinker gesetzt werden. Vieles davon kostet natürlich Aufpreis.

Stärkerer Dreizylinder kostet hohen Aufpreis

Satte 5000 Euro extra muss investieren, wer statt des 122 PS starken 116 einen 120 haben möchte. Dabei ist der Grundmotor der gleiche: Ein fröhlich schnatternder 1,5-Liter-Dreizylinder erledigt seine Arbeit, leistet 156 PS.
BMW 120
Den 1,5-Liter-Dreizylinder gibt es auch im Basismodell 116 – im 120 ist er mild hybridisiert, leistet 170 PS und kostet satte 5000 Euro mehr.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Dazu gesellt sich ein 20 PS starker Mildhybrid, die Systemleistung beträgt so schließlich 170 PS, das Drehmoment 280 Newtonmeter. 100 km/h stehen nach 7,7 Sekunden auf dem Tacho, 6,7 Liter in unserem Testzyklus auf dem Bordcomputer. Auch Topspeed (226 km/h) und Bremswege (rund 33 Meter mit optionaler M-Sportbremse) können sich sehen lassen.

Im Fahrwerk steckt deutlich mehr

So weit also die Daten. Gefühlt bleibt der Antrieb aber ein wenig hinter der erwarteten Dynamik zurück – was sowohl mit der trommeligen Geräuschkulisse zu tun haben könnte als auch mit den dynamischen Qualitäten des Fahrwerks. Der 1er wirkt verwindungssteif, lenkt sowohl präzise als auch direkt ein.
BMW 120
Trotz Frontantrieb bleibt auch der 1er ein typischer BMW. Das dynamische Fahrwerk könnte es locker mit mehr Leistung aufnehmen.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Das schreit förmlich nach einem stärkeren Antrieb. Federn und Dämpfer legen eine gesunde Grundhärte an den Tag. Die ist nicht jedermanns Sache, ließe sich aber auch einfach durch die Abwahl des M-Sportpakets vermeiden. Elektronisch verstellbar sind die Dämpfer nicht, sollen sich lediglich an die Frequenz der Unebenheiten ein wenig anpassen.

Wertung BMW 120

Wertung BMW 120
Karosserie
Ein Raumwunder war der 1er noch nie. Kofferraum eher wie im Kleinwagen, dürftige Sicht nach hinten.
3,5 / 5
Antrieb
Der Dreizylinder macht seine Sache nicht schlecht, sportliches Feeling kommt aber kaum auf.
3,5 / 5
Fahrdynamik
Wer die straffe Grundabstimmung mag, findet im 1er nach wie vor den Dynamiker seiner Klasse.
4 / 5
Connected Car
Hier ist BMW-Spitzenklasse. Ob Streaming, Spiele oder Assistenz – alles bestens vernetzt.
4,5 / 5
Umwelt
Benziner mit Mildhybrid. Der 120 erfüllt schon Euro 6e-bis FCM, verbraucht in der Stadt ca. sieben Liter.
3 / 5
Komfort
Gutes Geräuschniveau und gut stützende Sitze, das Sportfahrwerk mag manchen zu rumpelig sein.
3,5 / 5
Kosten
Ein Schnapper war der 1er nie. An die 50.000 Euro für einen Dreizylindermotor sind schon happig.
3 / 5
AUTO BILD-Testnote
1,9
Preislich tut der 120 schon in der Basis weh: ab 38.600 Euro geht es los. Inklusive M-Sportpaket, der M-Sportbremse und dem wichtigen, 3800 Euro teuren Innovationspaket (beinhaltet u. a. induktives Handy-Laden, Matrix-Licht, beleuchtete Niere, Keyless Go) liegt der Preis bei 46.600 Euro. Den 1er ganz nackt zu kaufen, erscheint aber auch als falscher Verzicht – jetzt, wo er sich mehr denn je durch seine Technik auszeichnet.

Bildergalerie

BMW 120
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BMW 120 im Test

Fazit

Der 1er bricht mittlerweile mit vielen Traditionen, aber BMW entwickelt ihn auch weiter. Er ist weiterhin handlich, fährt agil, bietet darüber hinaus heute Technik auf Premium-Niveau – was allerdings auch einen Premium-Preis mit sich bringt. AUTO BILD-Testnote: 1,9