BMW 3er (G20): Connectivity-Check

BMW OS 7.0 im AUTO BILD-Check

Der aktuelle BMW 3er hat die siebte Generation des Infotainmentsystems iDrive an Bord. Wie gut ist das neue BMW OS 7.0 wirklich? AUTO BILD macht den Connectivity-Check!
BMW OS 7.0 – das ist BMWs Antwort auf Mercedes MBUX! Nach den Neuauflagen von BMW 8er und X5 (G05) bekommt auch der aktuelle 3er G20 die inzwischen siebte Generation des iDrive. WĂ€hrend eines zweiwöchigen Tests haben mehrere AUTO BILD-Redakteure das System ausgiebig im Alltag ausprobiert. Hier kommen die Ergebnisse des Connectivity-Checks im BMW 3er!

Top 1: Fahrerprofile

Digitale Instrumente im "Live Cockpit". Gut: Musiktitel inklusive Cover werden im Kombiinstrument angezeigt.

Schon lĂ€nger bietet BMW seinen Kunden die Möglichkeit, sich ein eigenes Fahrerprofil anzulegen, das gespeicherte Einstellungen bequem ĂŒber die Cloud in andere BMW-Modelle ĂŒbertrĂ€gt. Dazu wird ein kostenloser "Connected Drive"-Account benötigt. Anschließend mit der Mail-Adresse und dem Passwort im Auto anmelden, und der 3er ruft automatisch alle gespeicherten Einstellungen (Sitze, Außenspiegel, letzte Audioquelle etc.) ab. Das bietet sich vor allem fĂŒr Familien an, da mehrere Profile im Auto hinterlegt werden können. Alle favorisierten Einstellungen sind beim Einsteigen nur einen Klick entfernt.

Top 2: Fahrassistenzsysteme

Ein Extra, das AUTO BILD jedem Vielfahrer empfiehlt, ist der Driving Assistant Professional fĂŒr 2000 Euro extra. So fĂ€hrt der BMW 3er nach nur einem Tastendruck am Lenkrad teilautonom: Er hĂ€lt die Spur, den Abstand und passt die Geschwindigkeit automatisch an die geltenden Tempolimits an. Außerdem bremst das System sogar bis zum Stillstand ab und fĂ€hrt automatisch wieder an. Dazu verbaut BMW eine Infrarot-Kamera im Live-Cockpit, die die BlickfĂŒhrung des Fahrers ĂŒberwacht.
Im zweiwöchigen Test hat sich das System keinen einzigen Fehler erlaubt – ganz egal ob zur Rush Hour in der Innenstadt oder bei einer Vollsperrung auf der Autobahn. Hinzu kommen komfortable ErgĂ€nzungen wie die 360-Grad-Kamera des Parking Assistant Plus fĂŒr 950 Euro oder das Head-up Display mit Top-Auflösung und vielen Informationen fĂŒr 1100 Euro.

Top 3: Funktionen und Bedienung

Den iDrive-Controller spart BMW auch beim neuen 3er nicht ein. Der Startknopf ist in die Mittelkonsole gewandert.

Das BMW OS 7.0 ist die inzwischen siebte Generation des bekannten iDrive. Beim Funktionsumfang haben die MĂŒnchner noch mal ordentlich aufgerĂŒstet: So sind mit dem Online Entertainment Paket beispielsweise zwölf Monate Deezer Premium inklusive, auf Wunsch lassen sich auch andere Streamingdienste wie Napster mittels eigener App direkt im System abrufen. BMW verspricht sogar, dass auch Spotify bald folgen soll. FĂŒr jahrelange BMW-Fahrer erfordert die MenĂŒfĂŒhrung zu Beginn eine leichte Umgewöhnung. Aber schon nach kurzer Zeit haben sich alle Redakteure ausnahmslos schnell und gut in dem sehr umfangreichen System zurechtgefunden. Hinzu kommt, dass sich der Startbildschirm komplett individualisieren lĂ€sst.
Im 2800 Euro teuren Live Cockpit Connected Drive enthalten sind ein 10,25-Zoll-Display fĂŒr die digitalen Instrumente und ein 12,3-Zoll-Touchscreen fĂŒr alle anderen Inhalte. Auch der Concierge Service und die Remote Services sind in diesem Paket inklusive. Was die Bedienung angeht, lĂ€sst das neue System keine WĂŒnsche offen: Alle wichtigen Funktionen lassen sich wahlweise per Sprachsteuerung ("Hallo BMW"), ĂŒber den Touchscreen oder ganz klassisch ĂŒber den iDrive-Controller in der Mittelkonsole steuern. Sogar Gestiksteuerung ist gegen 300 Euro Aufpreis im BMW 3er erhĂ€ltlich.

Top 4: Sprachsteuerung

Besonders stolz ist BMW auf den Intelligent Personal Assistant. Um ihn zu aktivieren, muss man einfach "Hallo BMW" sagen oder die Taste fĂŒr die Sprachsteuerung am Lenkrad drĂŒcken. Kleine Randinfo: Das Aktivierungswort lĂ€sst sich von BMW auf ein beliebiges zweisilbiges Wort Ă€ndern.

BMW 3er (2019): Connectivity - Neuvorstellung - Test - Infos

Infotainment-Check im neuen 3er

Im BMW 3er ist ĂŒber Fahrer und Beifahrer jeweils ein Mikrofon im Dachhimmel eingebaut – so erkennt das Auto automatisch, wer von beiden das Kommando gibt. Beispiel Sitzheizung: Es muss nicht gesagt werden: "Stelle die Sitzheizung auf der Fahrerseite auf Stufe drei." Der Intelligent Personal Assistant erkennt ĂŒber das Mikrofon, ob Fahrer oder Beifahrer den Wunsch geĂ€ußert haben. Im Test hat der BMW 3er Fragen und Befehle sehr zuverlĂ€ssig verstanden – eine Wiederholung war nur selten nötig. Wichtig dabei ist, immer nach vorne zu sprechen: Wenn der Kopf stark zur Seite geneigt wird, versteht einen der 3er nicht immer auf Anhieb.
Die Funktionen des Personal Assistant sind umfassend und reichen von verschiedenen Einstellungen (Klima, Sitzheizung, Navigation) ĂŒber RĂŒckfragen zum Fahrzeugstatus (nĂ€chste Inspektion) bis hin zu allgemeinen Fragen nach Wetter, Restaurants in der NĂ€he und aktuellen Nachrichten. Das funktioniert alles sehr zuverlĂ€ssig, und BMW hat auf die meisten Fragen eine Antwort. Es gibt es auch ein großes ABER!

Flop 1: Sprachsteuerung

Wie kann die Sprachsteuerung Top und Flop zugleich sein? Ganz einfach: Das System versteht zwar zuverlĂ€ssig alle Fragen und Kommandos, es braucht in der Regel aber extrem viel Zeit zum Antworten! Speziell im Vergleich zum MBUX von Mercedes braucht der IPS im BMW 3er durchschnittlich mindestens die doppelte Antwortzeit – das ist deutlich zu langsam! Bei bestimmten Fragen – beispielsweise nach dem Wetter – spielt natĂŒrlich auch immer die Internetverbindung eine Rolle. Nach dem zweiwöchigen Test lĂ€sst sich aber definitiv festhalten, dass die Sprachsteuerung des BMW 3er langsamer antwortet als die Konkurrenz von Mercedes.

Flop 2: Apple Carplay

Lange Zeit war BMW der einzige Hersteller, der eine kabellose Apple Carplay-Verbindung angeboten hat. Inzwischen haben Hersteller wie Skoda nachgezogen – auch hier ist kein Kabel mehr nötig. Wenn Carplay erst mal lĂ€uft und das Smartphone induktiv lĂ€dt, dann ist das eine feine Sache. Wird die Verbindung allerdings aus irgendeinem Grund getrennt, ist das Neuverbinden umstĂ€ndlich und zeitraubend – so dauert es meist deutlich lĂ€nger, als kurz ein Kabel anzuschließen. Zudem hat BMW bei Apple Carplay ein Abomodell eingefĂŒhrt: Nach einem Jahr mĂŒssen Kunden entweder 110 Euro pro Jahr oder 300 Euro fĂŒr drei Jahre bezahlen, um Apple Carplay weiter nutzen zu können.

Flop 3: Kein Android Auto

Seit 2011 ist Android das weltweit beliebteste Betriebssystem, mit einem Marktanteil von ĂŒber 75 Prozent. Dennoch bietet BMW keine UnterstĂŒtzung fĂŒr Android Auto an. Stattdessen fokussieren sich die MĂŒnchner komplett auf Apple-User, die mit weniger als 25 Prozent weltweitem Marktanteil deutlich in der Minderheit sind.

Fazit: BMW OS 7.0 im BMW 3er

Der AUTO BILD Connectivity-Check zeigt: BMW hat mit dem neuen OS 7.0 ein gutes System mit extrem vielen Funktionen entwickelt. Nach kurzer Eingewöhnung ist die Bedienung leicht verstĂ€ndlich und ĂŒbersichtlich. Zudem lassen sich verschiedene Inhalte personalisieren. Die Sprachsteuerung wurde ebenfalls weiterentwickelt, ist aber im Vergleich zur Konkurrenz deutlich langsamer – hier muss BMW definitiv nachlegen!
DafĂŒr verspricht BMW sogenannte Remote Software Updates: Kunden mĂŒssen fĂŒr ein Update des Systems nicht mehr in die Werkstatt fahren, stattdessen spielt die Software entweder ĂŒber das Smartphone oder ĂŒber die im Auto verbaute SIM-Karte ins System. Dabei unterscheidet BMW zwischen kostenfreien und kostenpflichtigen Updates.
Der ebenfalls im Connectivity-Check getestete BMW Driving Assistant Professional gehört zu den besten aktuell erhÀltlichen Fahrerassistenzsystemen und ist uneingeschrÀnkt zu empfehlen!

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infotainment

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