BMW 7er
Der neue 7er

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AUTO BILD-Archiv-Artikel 35/1986: BMW ist wieder auf der Überholspur. Auf leisen Sohlen zwar und in geduckter Haltung, aber das Ziel ist klar: Mit dem neuen 7er will BMW endlich an der Mercedes-S-Klasse vorbeiziehen.
AUTO BILD fuhr bereits das neue Luxus-Modell der Bayern, den BMW 735i Kat. Worte werden an Taten gemessen. BMW-Entwicklungschef Dr. Wolfgang Reitzle zeigt sich im Umgang mit Worten nicht zimperlich, wenn es um die neue Generation der BMW-Flaggschiffe geht. "Ich bin ganz sicher, Sie finden kein anderes Fahrzeug, dass in kritischen Fahrsituationen so mühelos zu beherrschen ist", verspricht er in punkto Fahrwerk. Noch eine Kostprobe: "...Das Auto ist leiser als alle anderen Limousinen, die Sie kennen." Mit anderen Worten: BMW baut endlich die beste Limousine der Welt – ohne Stern auf der Kühlerhaube. Dabei waren die alten, seit 1977 gebauten BMW 7er keineswegs glücklos. Und schlecht schon gar nicht. Aber halt nicht so gut wie die schwäbische Konkurrenz.
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AUTO BILD unterzog den BMW 735i Kat (7er ohne Kat gibt's künftig nur noch auf Sonderwunsch) die ersten Testfahrten. Soviel vorweg: Mercedes wird sich anstrengen müssen, wenn die neuen großen BMW im Oktober 1986 zu den Händlern kommen. Die Entscheidung der Käufer wird nicht mehr so einfach für die Stuttgarter ausfallen. Wir treten also ein in diese noble neue Welt. Der erste Eindruck: BMW scheint vor allem nach dem Grundsatz gehandelt zu haben: "Vertrautes einfach besser machen." Die Elektronik-freundlichen Münchner Techniker ließen sich nicht zu übermäßigen Experimenten mit Digital-Anzeigen hinreißen. Klar gezeichnete Rundinstrumente beherrschen den Fahrerplatz. Ein Display übermittelt mit ganzen Worten eventuelle Störungen.
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Und wie eh und je neigt sich die Mittelkonsole sanft zum Piloten. Da passt einfach wieder alles im Bereich des griffigen, mit Leder überzogenen Vier-Speichen-Lenkrads, das sich in typischer BMW-Manier Richtung Fahrer herausziehen lässt. Das Holz-Paneel, das offenbar zur Innenraum-Aufwertung gedacht ist, wirkt freilich etwas billig. Sensible 7er-erfahrene Popos registrieren schließlich noch ein neues Sitzgefühl: Man ist straff und dennoch komfortabel gebettet. Vor allem werden jetzt durch besseren Seitenhalt Oberschenkel und Hüften auch bei schneller Kurvenfahrt nicht über den Sitzrand hinausgedrückt. Davon kann sich Daimler-Benz getrost eine Scheibe abschneiden und zusätzlich noch einen Blick ins Fond-Abteil der neuen 7er wagen.
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