BMW auf dem MWC 2019: Zukunft des iDrive

BMW bekommt neues Bediensystem

BMW kündigt für 2021 ein neues Bediensystem an – mit Sprach- und Gestensteuerung sowie Eyetracking. Hat das iDrive dann ausgedient?
BMW überarbeitet radikal sein Bedienkonzept. Schon in zwei Jahren soll die sogenannte "Natural Interaction" auf den Markt kommen – also 2021 mit dem iNext. Natural Interaction ist eine Mischung aus Eyetracking, Gesten- und Sprachsteuerung. Das System wird zunächst auf den vorderen zwei Plätzen funktionieren: Richtet der Fahrer oder Beifahrer beispielsweise während der Fahrt seinen Blick auf ein Hotel, zeigt darauf und sagt "Hey BMW, was ist das?", dann gibt es vom IPA (Intelligent Personal Assistant) eine gesprochene Antwort und einen optische Info auf dem Hauptdisplay. Neben generellen Infos zum Hotel bezieht BMW auch Bewertungen von Drittanbietern mit ein und bietet die Möglichkeit, ein Zimmer zu buchen.

Was ist mit dem Datenschutz?

Per Fingerzeig sollen Passagiere in Zukunft Informationen über ihre Umgebung bekommen und Fahrzeugfunktionen steuern können.

Um zu erfassen, welches Gebäude gemeint ist, greift BMW auf die HD-Karten von Here zurück und interpretiert die Blickrichtung sowie die Handbewegung. Dazu wird es eine Kamera direkt vor dem Fahrer geben, eine weitere in Höhe des Innenspiegels. Das Eyetracking wird zusätzlich genutzt, um zu erkennen, ob der Fahrer müde ist oder ob er gerade auf die Straße guckt. Diese Infos helfen dem Fahrzeug im autonomen Level 3, womit der iNext auf den Markt gehen soll. Und was ist mit dem Datenschutz? Laut BMW soll die Informationsverarbeitung mehr im Fahrzeug und weniger in der Cloud stattfinden, um private Daten zu schützen und um auch im Offline-Modus zu funktionieren.

Fahrzeugfunktionen per Fingerzeig aktivieren

Die Steuerung per Geste, Gesichtserkennung und Sprache soll auch Fahrzeugfunktionen beeinflussen können. Fingerzeig aufs Schiebedach und der gesprochene Befehl zum Öffnen sollen reichen – und schon fährt das Panoramadach zurück. Auch bestimmte Menüpunkte auf dem Hauptbildschirm soll die Steuerung anwählen können. Sie ermöglicht es aber auch, Fragen zu stellen und so die Fahrzeugfunktionen besser zu verstehen.

Hat das iDrive trotzdem eine Zukunft?

In einer Virtual-Realty-Demo zum Vision iNext dient die Frontscheibe bereits als Bildschirm für Infos, Menüs und Filme beim autonomen Fahren.

Mit dem neuen Bediensystem "Natural Interaction" können einige herkömmliche analoge Bedieneinheiten zukünftig aus BMW-Modellen fliegen. So wie die Schalter fürs Licht oder die Klimabedienung, die entweder intelligent und automatisch funktionieren oder auf Sprachbefehle reagieren. 23,5 Grad ist eben schneller gesagt, als über Lüfter und Temperaturregler eingestellt. Bestimmte Schalter sollen aber bleiben, etwa die Knöpfe für die Fensterheber. Ob das bewährte iDrive bei BMW überholt ist, wurde markenintern lange diskutiert. Um einen Menüpunkt auf dem Bildschirm anzuwählen, reicht die Blick-Finger-Sprache-Kombination. Bei Untermenüs würde das aber zu sehr ablenken, in so einem Fall funktioniert das iDrive besser. Damit wäre das iDrive bei BMW nicht endgültig vom Tisch.

Kommt ein riesiges Head-up-Diplay?

Video: BMW – Zukunft von iDrive

Aus für BMW iDrive?

Ob BMW künftig auf eine XXL-Projektion in der Windschutzscheibe setzt, bleibt abzuwarten. In einer Virtual-Realty-Demo zum Vision iNext dient die große Scheibe bereits als Bildschirm für Infos, Menüs und Filme beim autonomen Fahren. Nachdem BMW in Vergangenheit im Bereich der Sprachsteuerung und Connectivity anderen Herstellern wie Mercedes hinterherhinkte, gehen die Bayern mit der Ankündigung für die Natural Interaction nun in die Offensive. BMW ist der erste Autohersteller, der offiziell die Nutzung von Eyetracking in Serienmodellen ankündigt.

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