Totalschaden oder Fehlalarm? Im Fahrtenbuch äußerten sich die Kollegen kritisch: Unser BMW i3 litt auf seinen Winterrädern unter spürbarer Nervosität im Fahrwerk. Ab 100 km/h trat tatsächlich eine deutlich wahrnehmbare Unruhe auf. Kurz gesagt: Der Dauertest-Kandidat wirkte fahrdynamisch "wackelig".

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Also ging es zur Überprüfung in die BMW-Niederlassung in Barsbüttel bei Hamburg. Das Urteil der Werkstatt fiel vernichtend aus, denn die Mechaniker listeten massive Mängel auf: Stoßdämpfer ohne Wirkung, gebrochene Schraubenfedern an der Hinterachse, Ölverlust am Motorlager – und einiges mehr.
BMW i3 REX
Bis auf etwas zu wenig Öl ist der Range Extender des i3 kerngesund. Im Gegensatz zum Akku, der nach über 4000 Ladevorgängen nur noch 77,8 Prozent seiner ursprünglichen Kapazität hat.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Geschätzte Reparaturkosten: 5568 Euro. Schwacke ermittelte, ohne Berücksichtigung der inzwischen deutlich reduzierten Kapazität des Antriebsakkus (77,8 Prozent), einen Restwert von 7100 Euro. Diese Zahlen sprachen klar gegen den i3 – und für sein endgültiges Aus. Klar, eine Reparatur wäre wirtschaftlich alles andere als sinnvoll. Also bereiteten wir die letzte Salbung vor, luden DEKRA und Vertreter von BMW in die Redaktionswerkstatt zur Abschlussuntersuchung.

Sachverständiger findet keine Mängel am Dauertest-i3

Mit überraschendem Ausgang: Denn DEKRA-Sachverständiger Marcus Constantin untersuchte den i3 eingehend – und konnte dabei keinen einzigen der Mängel bestätigen, die die Niederlassung unserem i3 attestiert hatte. Weder Ölverlust an den Hydrolagern noch gebrochene Federn oder defekte Stoßdämpfer – nichts!
BMW i3 REX
Nachprüfung: Marcus Constantin von DEKRA konnte die Diagnose der BMW-Niederlassung Hamburg nicht nachvollziehen.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Anstelle der Zerlegung wurde das Auto daher wieder komplettiert. Und nachdem die Sommerräder mit korrektem Fülldruck montiert waren, fuhr der Wackelkandidat schon deutlich besser. Dazu gab es eine neue HU-Plakette – ohne Mängel. Verwirrend bleibt, wie es zu solch gegensätzlichen Diagnosen kommen konnte. Fakt ist: Der i3 lebt weiter – und bleibt vorerst im Dauertest. Er fährt aber immer noch nicht perfekt, und das Lenkrad steht leicht schief.
Auch die BMW-Niederlassung bekommt eine zweite Chance und wird zunächst eine Spurvermessung für rund 200 Euro durchführen. Anschließend beobachten wir, ob und wie sich das Fahrverhalten verändert. Die Erleichterung über den Fehlalarm ist jedenfalls groß – schließlich begleitet uns der beliebte i3 schon seit über einem Jahrzehnt.