BMW i3: TÜV-Report 2026
Gebrauchter i3: Dieses E-Auto ist ein Geheimtipp

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Er macht sein Ding, egal was die anderen sagen. Konzept und Design stempeln den BMW i3 zu einem besonderen Typen. Bei der HU bleibt der Elektropionier indes erfreulich unauffällig.
Bild: BMW Group
Der BMW i3 verfolgt vom Start weg an ein eigenständiges Konzept. Leichter Aufbau, ungewöhnliche Materialien und der Fokus auf Effizienz prägen seinen Charakter. Im Alltag zeigt sich das Modell überwiegend unkompliziert, größere Schwächen sind nicht bekannt. Beim Gebrauchtkauf lohnt dennoch ein genauer Blick auf Pflegezustand und Batterie.
BMW i3 (120 Ah)
- Bauzeit: 2018 bis 2022
- Motoren: 170 PS (i3) bis 184 PS (i3 S)
- Preis: ab 16.500 Euro
Das ist er: Bereits 2013 startete der innovative Elektromini von BMW, seit 2018 gibt es eine leicht angepasste Karosserie, serienmäßig Voll-LED-Scheinwerfer und größere Akkus (37,9/42,2 kWh netto/ brutto). Geblieben sind Leichtbau mit Carbonzelle, gegenläufige Fondtüren und Heckantrieb mit 170 bzw. 184 PS.
Der 4,01 Meter kurze i3 bietet vier Sitzplätze, 260 Liter Kofferraum plus 50 Liter im Frunk und zeigt sich im Innenraum mit Recyclingmaterialien der Nachhaltigkeit verpflichtet. Die auffällig schmalen 19-Zoll-Räder sollen die Effizienz steigern, laut WLTP sind um 300 Kilometer nonstop möglich. Die Akkus können an Wechselstrom mit 11 kW und an Gleichstrom mit 50 kW geladen werden.

Alles anders beim i3: Keine B-Säule, die hinteren Türen öffnen gegenläufig und nicht unabhängig von den vorderen.
Bild: BMW Group
Das kann er: Fahrspaß vermitteln. Der i3 geht flott von der Ampel weg, lässt sich angenehm leichtfüßig und wendig durch die Stadt manövrieren. Der tiefe Schwerpunkt, der Heckantrieb sowie die direkte Lenkung lassen BMW-Gefühl aufkommen, der noch mal etwas straffer ausgelegte i3 S mit 184 PS darf getrost als sportlich gelten – was zuweilen auch an der Federung zu spüren ist. Beim Standard-i3 (170 PS) müssen hinsichtlich des Komforts weniger Abstriche gemacht werden, er bringt seine Fahrgäste entspannter ans Ziel. Auffällig: Der i3 rekuperiert, sofern gewünscht, sehr stark. Er lässt sich also quasi ohne Bremse fahren.
Das macht Ärger: An i3 aus den Baujahren 2021/2022 kann nach einem Steuergerätetausch die Anfahrtsverriegelung ausfallen. 2022 sorgten fehlerhaft verbaute Gasgeneratoren des Gurtstraffers (Fahrer- und Beifahrerseite) für eine mögliche Beeinträchtigung der Rückhaltefunktion.
Das TÜV-Urteil
Fahrwerk
Rost-, Riss- und Bruchschäden gibt es gar nicht, Achsaufhängungen und Antriebswellen bleiben ebenfalls ohne Mängel. Rund um die Lenkung zeigen die jüngsten i3 minimale Fehlerquoten, Achsfedern und Dämpfung liegen mit den Mängelhäufigkeiten ziemlich genau im Durchschnitt.
Licht
Das Abblendlicht fällt schon mal negativ auf, wird leicht überdurchschnittlich oft bemängelt. Ansonsten gibt es an der Beleuchtung vorn und hinten sowie den Blinkern keinen wirklichen Grund zum Klagen.
BMW i3: Mängeleinteilung*
Ohne Mängel | Geringe Mängel | Erhebliche Mängel | Verkehrsunsicher | |
|---|---|---|---|---|
Alter | ||||
2-3 Jahre | 93,5 (Ø 89,4) | 1,8 (Ø 4,0) | 4,6 (Ø 6,5) | 0,0 (Ø 0,0) |
4-5 Jahre | 88,9 (Ø 84,7) | 2,5 (Ø 5,3) | 8,6 (Ø 10,0) | 0,0 (Ø 0,0) |
Bremsen
Während Bremsleitungen und -schläuche sowie die Feststellbremse keine Fehler zeigen, wird die Fußbremse der Zwei- bis Dreijährigen doppelt so oft bemängelt wie im Mittel, die der Vier- bis Fünfjährigen 3,5-mal so oft. In dieser Altersklasse sind auch die Bremsscheiben leicht überdurchschnittlich auffällig.
Umwelt
Wie bei einem Elektroauto kaum anders zu erwarten, überzeugt auch der i3 im Umweltkapitel mit einem fehlerfreien Auftritt.
Fazit
Abgesehen von leicht überdurchschnittlichen Mängelquoten der Fußbremse kennt der modellgepflegte BMW i3 keine echten Problemzonen. Wenn Akkuzustand (State of Health – SoH) und sonstiger Zustand in Ordnung sind, ist der innovative Elektroknirps gebraucht also eine Überlegung wert. Das besondere Konzept, die Fahreigenschaften sowie überschaubare Stückzahlen machen den i3 zu einem Geheimtipp.
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