(dpa/brü) Juso-Chef Kevin Kühnert möchte große Firmen wie BMW eigenen Worten zufolge kollektivieren. In einem "Zeit"-Interview sagte er, er wolle eine Kollektivierung von Unternehmen wie BMW "auf demokratischem Wege" erreichen. Ohne Kollektivierung sei "eine Überwindung des Kapitalismus nicht denkbar". Am Beispiel des Autobauers führte er weiter aus: "Mir ist weniger wichtig, ob am Ende auf dem Klingelschild von BMW 'staatlicher Automobilbetrieb' steht oder 'genossenschaftlicher Automobilbetrieb' oder ob das Kollektiv entscheidet, dass es BMW in dieser Form nicht mehr braucht." Entscheidend sei, dass die Verteilung der Profite demokratisch kontrolliert werde. "Das schließt aus, dass es einen kapitalistischen Eigentümer dieses Betriebes gibt", sagte der Vorsitzende der SPD-Jugendorganisation.

Reaktionen: "Verirrter Fantast", "Was hat der geraucht?"

Heftige Kritik an Kühnerts Vorschlag kam von allen Seiten, auch aus den eigenen Reihen. "Was für ein grober Unfug. Was hat der geraucht? Legal kann es nicht gewesen sein", spottete Johannes Kahrs, der haushaltspolitische Sprecher der SPD-Fraktion im Bundestag auf Twitter. SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil sagte: "Diese ist nicht meine und auch keine Forderung der SPD." Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) sagte in BILD: "Die Forderung zeigt das rückwärtsgewandte und verschrobene Retro-Weltbild eines verirrten Fantasten." Zum Glück habe man den Sozialismus überwunden. CSU-Generalsekretär Markus Blume kritisierte den Juso-Chef: "Kühnert soll in die Linkspartei eintreten." CDU-Vize Thomas Strobl sagte, erst spreche Grünen-Chef Robert Habeck von Enteignungen, jetzt kämen diese Stimmen auch aus der SPD. FDP-Generalsekretärin Linda Teuteberg forderte die SPD auf, dringend ihr Verhältnis zum Eigentum zu klären.