BMW X2 (F39): Gebrauchtwagen-Test
Modischer Dynamiker: BMW X2 als Gebrauchtwagen
Gebrauchter BMW X2 im Check
Die erste Generation des BMW X2 (F39) wurde 2023 abgelöst. Dadurch werden Gebrauchte günstiger. Zu wem passt das bayerische Kompakt-SUV optimal?
Kompakte SUV-Modelle haben Hochkonjunktur. BMW verpasste dem Thema mit dem im Herbst 2017 vorgestellten X2 eine ausgeprägte eigene Note. Vergleichsweise flach bauend, mit einem schnittigen Heck im Kombi-Coupé-Stil, und deutlich dynamischer abgestimmt als das Gros seiner Konkurrenten, eroberte der im Werk Regensburg gebaute Münchener die Herzen seiner Fans. Technisch ist der X2 ein Baukastenkind, teilt sich als Abkömmling der UKL2-Plattform viele Teile mit der X1-Baureihe und dem Mini Countryman. Das spart Kosten und erleichtert langfristig die Verschleißteileversorgung.

Mit M-Sport fahrwerk geht der X2 lustvoll um Kurven und zeigt nur wenig Seitenneigung.
Bild: Christoph Börries/AUTO BILD
BMW X2 gebraucht: Qualitätsanmutung in Summe unübertroffen
Das ist er: Auf 4,36 Meter Länge beweist BMW, dass Kompakt-Gene keine Langeweile bedeuten müssen. Die bullige Karosserie des stets fünftürigen X2 fällt durch ihre extrovertierte Designsprache und eine sehr ordentliche Aerodynamik (cw-Wert 0,28) positiv auf. Die nach hinten stark ansteigende Fensterlinie und BMW-Logos auf den stämmigen C-Säulen wirken markant nach. Im Gegensatz zu seinem Technik-Zwilling X1 will der X2 als Sports Activity Coupé weniger nutzwertig sein, ist trotz des gleichen Radstands spürbar enger. Der Innenraum wirkt vorn und hinten eher wie ein sportlich geschnittener Anzug.
Technische Daten
Technische Daten | sDrive18i | xDrive20i Steptronic | M35i |
|---|---|---|---|
Motor | Dreizylinder/vorn quer | Vierzylinder/vorn quer | Vierzylinder/vorn quer |
Ventile/ Nockenwellen | 4 pro Zylinder/2 | 4 pro Zylinder/2 | 4 pro Zylinder/2 |
Hubraum | 1499 cm³ | 1998 cm³ | 1998 cm³ |
Leistung | 103 kW (140 PS) bei 4600/min | 141 kW (192 PS) bei 5000/min | 225 kW (306 PS) bei 5000/min |
Drehmoment | 220 Nm bei 1480/min | 280 Nm bei 1350/min | 450 Nm bei 1750/min |
Höchstgeschw. | 205 km/h | 224 km/h | 250 km/h |
0–100 km/h | 9,6 s | 7,4 s | 4,9 s |
Tank/Kraftstoff | 51 l/Super | 61 l/Super | 51 l/Super |
Getriebe/Antrieb | Sechsgang man./Vorderrad | Achtgang-DKG/Allrad | Achtgang-DKG/Allrad |
L/B/H | 4360/1824/1526 mm | 4360/1824/1526 mm | 4360/1824/1526 mm |
Kofferraumvolumen | 470-1355 l | 470-1355 l | 470-1355 l |
Leergewicht/Zuladung | 1395/590 kg | 1615/530 kg | 1685/505 kg |
Die Sitzposition, die noch traditionelle fahrerorientierte Cockpitergonomie mit iDrive-Controller, sowie die Qualitätsanmutung sind in dieser Fahrzeugklasse in Summe unübertroffen. Knistergeräusche gibt es, wenn überhaupt, meist bei niedrigen Temperaturen aus dem Armaturenträger. Highlight ist das optionale, extragroße Panoramadach. Durchdacht wirkt das 470 Liter große Kofferabteil mit herausnehmbarem Zwischenboden. Damit es fast so praktisch wie in einem kleinen Kombi zugeht, spendierte BMW dem X2 neben Verzurrösen kluge Details wie kleine Netzseitentaschen und eine dreigeteilte Fondrückenlehne.
Bereits der Basismotor ist vollkommen ausreichend
Das hat er: Wie bei BMW üblich, war die Erfüllung von reichlich Sonderwünschen möglich. Neben der Basis-Variante mit bodenständigen Details wie Halogenlicht gab es auch die Advantage-, M-Sport- und M-Sport-X-Modelle. Gut sichtbare Akzente setzen die Sonderfarben Galvanic Gold, Sunset Orange und Misanoblau. Je nach Ausführung sind 17 bis 20 Zoll große Felgen möglich, wobei insbesondere Letztere spürbar Federungskomfortkosten und die sensiblen Vorderachslenker langfristig stärker strapazieren.
Mit gehobener Motorisierung und Luxusextras wie Head-up-Display knackte ein X2 neu problemlos die 60.000-Euro-Schallmauer. Leider kosteten auch diverse Assistenten wie Park-Distance Control, Rückfahrkamera und das gut funktionierende, kamerabasierte Assistenzsystem Driving Assistant jeweils etliche hundert Euro Aufpreis.

Coupéartige Heckpartie. Optisch erahnen nur Kenner moderate 140 PS Motorleistung.
Bild: Christoph Börries/AUTO BILD
So fährt er: Aus seinen dynamischen Ambitionen macht der X2 keinen Hehl. Bereits der von uns gefahrene Dreizylinder-Basismotor mit 140 PS und Frontantrieb (sDrive) ist objektiv vollkommen ausreichend. Mehr Längsdynamik bietet der 20i mit 192 PS. Dynamischer Überflieger ist der 306 PS starke M35i, der ausschließlich mit xDrive-Allrad angeboten wurde. Für Pendler und Langstreckenfahrer sind die Dieselmodelle interessant: Mit 150 (18d) bis 231 PS (25d) passen sie bei Verbräuchen zwischen fünf und sieben Litern prima zum dynamischen X2-Naturell.
Technisch komplex und als Neuwagen eher als Steuersparmodell angeschafft, rundet der Plug-in xDrive25e mit 220 PS das Angebot ab. Er verfügt über eine elektrisch angetriebene Hinterachse. Das Fahrwerk schmeckt unabhängig vom Motor. Bei unserem Testwagen wirkte es selbst im Comfort-Modus vergleichsweise straff, jedoch nicht unkomfortabel. Erfrischend agil ist das Ansprechverhalten der Lenkung. Standardmäßig fährt der X2 als sDrive mit Frontantrieb vor, die teureren Modelle mit Allrad tragen das Kürzel xDrive.

Ausgezeichnete manuelle Sportsitze mit ausziehbarer Beinauflage sind Teil des M-Sport-Pakets.
Bild: Christoph Börries/AUTO BILD
Von möglichen Geländewagen-Ambitionen sollte man sich beim X2 dagegen von Anfang an verabschieden. Für gelegentliche Offroadabenteuer ist der X2 definitiv nicht der richtige Kandidat: Mit nur 16 cm Bodenfreiheit (mit Sportfahrwerk 15 cm) und 13 Grad Rampenwinkel ist er bereits auf ausgefahrenen Feldwegen überfordert. Ansonsten drohen teure Schäden an der tief liegenden Frontschürze.
X2-Besitzer minieren insgesamt nur wenig Probleme
Das macht Ärger: BMW bot ab Werk zwei, später drei Jahre Gewährleistung, drei Jahre Lackgarantie und zwölf Jahre Durchrostungsschutzgarantie. Insgesamt monieren X2-Eigner nur wenige Probleme. Teilweise fallen Außenspiegel durch mangelhafte Kabel aus. Die Dichtung des Panoramadachs kann sich lockern.
Gefällt uns
- Überzeugende Allroundqualitäten
- Vorbildliches Qualitätsniveau
- Fahrverhalten verblüffend dynamisch
Gefällt uns nicht
- Relativ kostspieliger Unterhalt
- Relativ kostspieliger Unterhalt
- Hohes Gebrauchtpreisniveau
Häufiger werden beschlagene Scheinwerfer bemängelt. Erhöhte Windgeräusche bei zügiger Fahrt und knarrende Türdichtungen sind ebenfalls ein Thema. Vereinzelt streiken Fensterheber. In der Datenbank des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) sind sieben Rückrufe hinterlegt. Themen sind Probleme mit Spurstangen (2019) und Überschlagssensor (2020), Kurzschlussgefahr im Hochvoltspeicher (2020), Ärger mit Gurtschrauben (2021) oder Mikrogasgenerator (2022) und Brandgefahr in der Hochvoltbatterie (2022).
Unterhaltskosten
Testverbrauch | 7,1 l S/100 km |
|---|---|
CO2 | 129-132 g/km |
Inspektion | 375-700 Euro |
Haftpflicht (18)* | 558 Euro |
Teilkasko (23)* | 679 Euro |
Vollkasko (23)* | 1055 Euro |
Kfz-Steuer (Euro 6) | 168 Euro |
Ersatzteilpreise
Lichtmaschine (AT) | 1329 Euro |
|---|---|
Anlasser (AT) | 666 Euro |
Wasserpumpe | 684 Euro |
Zahnriemen | entfällt, Steuerkette |
Nachschalldämpfer | 741 Euro |
Kotflügel vorn links, lackiert | 1531 Euro |
Bremsscheiben und -klötze v. | 785 Euro |
Infotainmentbildschirm | 3087 Euro |
4 Sommerreifen (Dimension 225/45 R 19) | 900 Euro |
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