Der dritte Generation des BMW X3 (G01) ging 2017 an den Start. Für wen ist er gebraucht die passende Wahl? AUTO BILD klopft die Stärken und Schwächen des mittelgroßen Premium-SUV ab.
Ein sportlicher Charakter und eine SUV-Karosserie sind kein Widerspruch. Den Beweis dafür trat BMW mit seinem Mittelklasse-SUV X3 bereits 2003 an. Im Sommer 2017 wurde die dritte Generation nach 1,5 Millionen gebauten Fahrzeugen eingeführt. Der X3 (interner Code G01) läuft im US-Werk Spartanburg und im südafrikanischen Rosslyn vom Band. Mit 4,71 Meter Länge und 1,89 Meter Breite wirkt der X3 für ein Mittelklasse-Modell recht üppig. Was leider auch für die Preisgestaltung gilt.
* Weitere Informationen zum offiziellen Kraftstoffverbrauch und zu den offiziellen spezifischen CO2-Emissionen und gegebenenfalls zum Stromverbrauch neuer Pkw können dem "Leitfaden über den offiziellen Kraftstoffverbrauch" entnommen werden, der an allen Verkaufsstellen und bei der "Deutschen Automobil Treuhand GmbH" unentgeltlich erhältlich ist www.dat.de.
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Unser Testwagen vom Autohus im niedersächsischen Bockel (bei Bremen) kostete trotz seiner keinesfalls luxuriösen Konfiguration laut Schwacke-Datenbank richtig Geld: Neu waren es rund 55.000 Euro. Die nennenswerten Extras unseres sophistograumetallic lackierten Advantage-Modells beschränken sich auf ein kleines 6,5-Zoll-Navi-Infotainment, beheizbare Teilleder-Sportsitze, Einparkassistenten vorn und hinten, LED-Nebelscheinwerfer sowie ein Keyless-Zugangssystem.
BMW X3 gebraucht: wahrlich kein Schnäppchen
Was jedoch nicht für Schnäppchenkurse sorgt: Nach 91.473 Kilometern werden für das im Juli 2018 erstmals zugelassene Fahrzeug immerhin noch 28.980 Euro aufgerufen. Wer in Richtung Vollausstattung mit 10,2-Zoll-Touch-Infotainment, Gestensteuerung, teilautonomem Driving Assistant, Head-up-Display, Vollleder, Premium-Soundsystem und Standheizung tendiert, der muss beim Gebrauchten leicht noch 10.000 Euro mehr einplanen.
Markentypisch gute Ergonomie und Qualität im Cockpit. Die straffen Sportsitze punkten mit ausziehbarer Beinauflage.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Wichtiger als ein Maximum an Ausstattung sollte der Pflegezustand sein. Bei unserem lückenlos gewarteten Testwagen halten sich die spür- und sichtbaren Verschleißspuren sehr in Grenzen. Das Fahrwerk verblüfft mit einer für SUV-Modelle unerwarteten Agilität und funktioniert tadellos. Der Lack ist frei von größeren Schrammen, könnte jedoch eine Aufbereitung vertragen. Beim Unterbodencheck entdecken wir weder Ölleckagen noch erste Rostnester.
Technische Daten
Technische Daten
BMW X3 xDrive20d
Motor
Vierzylinder/vorn längs
Ventile/Nockenwellen
4 pro Zylinder/2
Hubraum
1995 cm³
Leistung
140 kW (190 PS) bei 4000/min
Drehmoment
400 Nm bei 1750/min
Höchstgeschw.
213 km/h
0–100 km/h
8,0 s
Tank/Kraftstoff
60 l/Diesel
Getriebe/Antrieb
Achtstufenaut./Allrad
Länge/Breite/Höhe
4708/1891/1676 mm
Kofferraumvolumen
550-1600 l
Leergewicht/Zuladung
1825/595 kg
Im sorgfältig verarbeiteten Innenraum zeigen sich lediglich ein paar Kratzer an der hochglanzschwarzen Mittelkonsole sowie einzelne, erstaunlich abgegriffen wirkende Schalter. Dafür ist das Platzangebot selbst für große Passagiere in beiden Sitzreihen angenehm. Das praktisch geschnittene Kofferraumabteil mit serienmäßiger elektrischer Heckklappe bietet je nach Stellung der dreigeteilten Lehne 550 bis 1600 Liter Volumen. Werte auf Augenhöhe mit Mittelklasse-Kombis.
Das Motorenangebot ist überaus vielfältig
Bei einem BMW spielt traditionell unter der Haube die Musik. Der gut gedämmte Zweiliter-Common-Rail-Diesel mit SCR-Kat und NOx-Speicherkat erfüllt die Abgasnorm Euro 6 und ist ein ingeniöses Meisterstück. Er harmoniert prächtig mit der von ZF zugelieferten 8-Stufen-Wandlerautomatik. Angenehm kräftig und zugleich sparsam wird der Selbstzünder selbst dynamischen Fahrern gerecht.
Das knackige Fahrwerk ist dynamisch und dennoch komfortabel. Auch Kurvenfahrten meistert der X3 mit Bravour.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Sowohl die Sprintwerte aus dem Stand als auch der Durchzug auf der Autobahn bis Tacho 200 lassen wenig Wünsche offen. Zwar gibt es den X3 auch noch wesentlich stärker motorisiert, für die bis zu 510 PS starken Sechszylinder-Benziner (Diesel bis 340 PS) sprechen eigentlich nur Faszinations-Argumente. Ein Exot ist der 2021 eingeführte vollelektrische BMW iX3 (gebraucht ab 49.800 Euro).
Im Gelände trifft man den X3 selten an
Hänger-Eigner dürfen sich über üppige Anhängelasten des normalen Allrad-X3 freuen. Ungebremst sind 750 Kilogramm, gebremst sogar maximal 2400 Kilogramm möglich. Und im Gelände? Dort sieht man einen X3 trotz seines gut funktionierenden xDrive-Allrads selten. 25,6 Grad Böschungswinkel vorne, 23,4 Grad Böschungswinkel hinten, 20 Grad Rampenwinkel und eine maximale Wattiefe von 50 Zentimetern sind ordentlich, die Bodenfreiheit von 20,4 Zentimetern reduziert das Risiko aufzusetzen.
Bildergalerie
Gebrauchtwagen-Test BMW X3
Dennoch wird kaum ein X3 als Offroader verschlissen. Der xDrive-Allrad ist eher ein Traktionsgarant, der für hohe Fahrstabilität unter allen Witterungsbedingungen sorgt. Relativ hoch sind die Versicherungsklassen. Der X3 ist leider nicht nur bei Käufern, sondern auch bei Dieben ein überdurchschnittlich gefragtes Modell unter den Premium-SUV.
Unterhaltskosten
Unterhaltskosten
Testverbrauch
6,6 l D/100 km
CO2 gem. NEFZ-Zyklus
140 g/km
Inspektion
350-680 Euro
Haftpflicht (21)*
551 Euro
Teilkasko (24)*
759 Euro
Vollkasko (23)*
1218 Euro
Kfz-Steuer (Euro 6)
356 Euro
Ersatzteilpreise*
Ersatzteilpreise*
Lichtmaschine (AT)
1087 Euro
Anlasser
624 Euro
Wasserpumpe
582 Euro
Zahnriemen
entf., Steuerkette
Nachschalldämpfer
764 Euro
Kotflügel vorn links, lackiert
1443 Euro
Bremsscheiben und -klötze v.
833 Euro
Infotainmentbildschirm
2388 Euro
4 Sommerreifen (Dimension 225/60 R 18 104W)
700 Euro
Fazit
von
AUTO BILD
Wer ein mittelgroßes SUV mit hoher Fahrdynamik und modernen Assistenzsystemen sucht, der kommt schwer am X3 vorbei. Die Antriebsvielfalt ist enorm, die Anzahl möglicher Mehrausstattungen ebenso. Preislich ragt der X3 dadurch teils bis in die Oberklasse.
Gebrauchtwagen-Test BMW X3
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2003 haben wir mit dem Erscheinen des BMW X3 gelernt: sportlicher Charakter und SUV-Karosserie passen prima zusammen. Im Sommer 2017 wurde die dritte Generation eingeführt. Ein solcher Vertreter tritt hier zum Gebrauchtwagen-Test an.
Unser BMW X3 xDrive20d aus dem Juli 2018 kostet mit einer Laufleistung von 91.473 Kilometern noch stattliche 28.980 Euro. Ihnen steht der Sinn nach Vollausstattung? Dann sollten Sie noch einmal 10.000 Euro mehr einplanen.
Neu waren für unseren Kandidaten rund 55.000 Euro fällig. Die nennenswerten Extras beschränken sich auf ein 6,5-Zoll-Navi-Infotainment, beheizbare Teilleder-Sportsitze, Einparkassistenten vorn und hinten, LED-Nebelscheinwerfer sowie ein Keyless-Zugangssystem.
Bei unserem lückenlos gewarteten Testwagen halten sich die Verschleißspuren sehr in Grenzen. Das Fahrwerk verblüfft mit seiner Agilität und funktioniert tadellos. Der Lack ist frei von größeren Schrammen. Beim Unterbodencheck ist alles okay.
Im sorgfältig verarbeiteten Innenraum zeigen sich lediglich ein paar Kratzer an der Mittelkonsole sowie einzelne, erstaunlich abgegriffen wirkende Schalter. Dafür ist das Platzangebot selbst für große Passagiere in beiden Sitzreihen angenehm.
Das praktisch geschnittene Kofferraumabteil mit serienmäßiger elektrischer Heckklappe bietet je nach Stellung der dreigeteilten Lehne 550 bis 1600 Liter Volumen. Werte auf Augenhöhe mit Mittelklasse-Kombis.
Der gut gedämmte Zweiliter-Common-Rail-Diesel mit SCR-Kat und NOx-Speicherkat erfüllt die Abgasnorm Euro 6 und ist ein ingeniöses Meisterstück. Er harmoniert prächtig mit der von ZF zugelieferten 8-Stufen-Wandlerautomatik.
Angenehm kräftig und zugleich sparsam wird der Selbstzünder selbst dynamischen Fahrern gerecht. Sowohl die Sprintwerte aus dem Stand als auch der Durchzug auf der Autobahn bis Tacho 200 lassen wenig Wünsche offen.
Hänger-Eigner dürfen sich über üppige Anhängelasten des normalen Allrad-X3 freuen. Ungebremst sind 750 Kilogramm, gebremst sogar maximal 2400 Kilogramm möglich.
Und im Gelände? Dort sieht man einen X3 trotz xDrive-Allrad selten. 25,6 Grad Böschungswinkel vorne, 23,4 Grad hinten, 20 Grad Rampenwinkel und eine maximale Wattiefe von 50 Zentimetern sind ordentlich. Bodenfreiheit: 20,4 Zentimeter.
Dennoch wird kaum ein X3 als Offroader verschlissen. Der xDrive-Allrad ist eher ein Traktionsgarant, der für hohe Fahrstabilität unter allen Witterungsbedingungen sorgt.
Relativ hoch sind die Versicherungsklassen. Der X3 ist leider nicht nur bei Käufern, sondern auch bei Dieben ein überdurchschnittlich gefragtes Modell unter den Premium-SUV.
Probleme gibt es mit gestörten PDC-Systemen, der Lichtautomatik, knarrenden Schiebedächern, mangelhaften Spaltmaßen und Antriebsvibrationen. Diverse Rückrufe, gab es z. B. wegen falsch montierten Heckspoilern und Spurstangenbrüchen.
Fazit: Wer ein mittelgroßes SUV mit hoher Fahrdynamik und modernen Assistenzsystemen sucht, der kommt schwer am X3 vorbei. Die Antriebsvielfalt ist enorm, die Anzahl möglicher Mehrausstattungen ebenso. Preislich ragt der X3 dadurch teils bis in die Oberklasse.