Einen gewissen Eigensinn kann man den Jungs von Porsche ja wirklich nicht absprechen. Man nehme zum Beispiel ihren 911, den sie mit Liebe immer wieder zum besten Sportwagen der Welt perfektionieren, obwohl das Heckmotorkonzept nun wirklich nicht zu den anspruchslosesten gehört. Oder ihre ganz eigene Markenidentität, wonach selbst ein 2,3-Tonnen-SUV talentiert durchs Kurvige schwingen können muss. Im Cayenne S Diesel wummert nun in Form des Audi-stämmigen V8-Biturbodiesels eine ebenso druck- wie maßvolle Kraftquelle. Natürlich ging die Transplantation mit einigen Modifikationen einher.
BMW X5 M50d
Die Lenkung ist etwas indirekt, das Einlenkverhalten träge. Abhilfe schafft hier nur die Aufpreisliste – mit extrabreiten 20-Zöllern.
Bild: Ronald Sassen
BMW BMW offeriert in dieser Klasse immerhin 381 PS, da kann man in Zuffenhausen nicht mit serienmäßigen 340 Audi-PS ankommen. Doch auch wenn der X5 mit seiner Leistung recht offen hausiert, so kann er damit doch nicht von seinem Alter ablenken. Spätestens innen, wenn das geschulte BMW-Auge nach Fahrerlebnisschalter, Start-Stopp oder der aktuellen Bedienlogik am großen Multifunktionslenkrad fahndet, offenbart er, dass hinter seinem fein belederten Instrumententräger eben nicht mehr die aktuellste Rechnergeneration mit Bits und Bytes jongliert. Auch mit dem sportlichen Anstrich ist es innen nicht allzu weit her. Stattdessen formt das Mobiliar eine edle Festung der Gediegenheit, indem die großflächige Lederlandschaft mit detailverliebten Carbonreglern um die Wette nobelt.
Porsche Cayenne S Diesel
Das adaptive Luftfahrwerk schmust auf Wunsch sanft über Bodenwellen – oder drückt jede Asphaltanomalie formgenau ins Gesäß.
Bild: Ronald Sassen
Porsche Auch der Porsche fährt so ziemlich jede materielle Annehmlichkeit auf. Doch dabei verhehlt er nicht, dass man sportlich residiert. Die Mittelkonsole wächst als carbongespickter Trennstreifen ins Cockpit, die Sitze schmiegen sich ebenso sanft wie bestimmt um die Taille, während das dreispeichige Sportdesignlenkrad als griffoptimierte Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine fungiert. Er fährt sich wie ein typisches Vollwert-SUV, sperrt souverän aus, was die Umwelt an störendem Beiwerk serviert; gleichzeitig bewahrt er sich den gesamten Informationsfluss zum Wohle der Fahrdynamik. Heißt im Klartext: Die Lenkung funkt präzise, das Fahrwerk dämpft verbindlich, während sich der Diesel allergrößte Mühe gibt, nicht als solcher erkannt zu werden, und dies am Ende sogar schafft. Weitere Details zu den beiden gewichtigen Sportlern gibt es in der Bildergalerie. Den kompletten Artikel gibt's im Online-Heftarchiv als PDF-Download.

Fazit

von

Manuel Iglisch
Auch wenn die Uhr geradeaus ein Remis verzeichnet, so kommt der sportlichere Dieselmotor eindeutig aus München. Die Querdynamik dominiert hingegen der Cayenne, der zudem famos klingt und sich wie ein Sportwagen um den Fahrer schmiegt. Zur Perfektion fehlt somit nur noch das Getriebe des BMW – und dessen Raumangebot.