BMW X7 M50d im ersten Test

BMW X7 M50d im ersten Test

BMW X7 M50d: Test

Der BMW X7 fährt in seiner eigenen Liga

Der X7 M50d ist die neue SUV-Spitze von BMW. AUTO BILD testet den 400-PS-Riesen – ganz ohne moralisch erhobenen Zeigefinger.
Zum Start in die neue Grillsaison legt BMW mächtig vor. 86 mal 36,5 Zentimeter misst die Fullsize-Niere am neuen X7 und ist damit größer als je zuvor. Das gilt für das ganze Auto. Mit 5,15 Meter Länge rangiert der Mercedes-GLS-Konkurrent ganz oben in der SUV-Hierarchie der Bayern. Und auf den schwarzen Listen der Umweltschützer. Dabei ist das nur die halbe Wahrheit. Auf seinem wichtigsten Absatzmarkt USA tritt er gegen Chevrolet Suburban, Cadillac Escalade und Co an. Allesamt größer, schwerer – und versoffener. Mit den Ami-Dinos verglichen wirkt der mit moderaten Sechs- und Achtzylindern bestückte, "kompakte" X7 beinahe wie ein Umweltpionier.

Im X7 gibt es das ganz große Wohlfühlprogramm

SUV-Riese: Der X7 streckt sich auf 5,15 Metern und hat als M50d so ziemlich jeden Luxus im Programm.

Hierzulande wird das schwierig. Kollege Lars Busemann bestaunt den in der Testgarage vorbeirollenden X7 wie ein kleiner Junge einen langen Güterzug. "Das ist ja ein Mercedes Sprinter!" Hätte er sich mal reingesetzt, wäre sein Urteil vielleicht wohlwollender ausgefallen. BMW hat den Raum genutzt und alles mitgebracht, was so im Regal herumlag. Kostprobe? Dreigeteiltes Panoramadach, voll elektrische Einzelsitze in allen drei Reihen. Luftfahrwerk, Fünf(!)-Zonen-Klimaautomatik. Sitz- und Lenkradheizung alleine wären auch zu einfach. Hier sind auch die Armlehnen in Tür und Mittelkonsole beheizt. Selbst die Cupholder halten bei Bedarf den Kaffee warm oder die Coke kalt. Die nächste Urlaubsreise kann kommen. Doch erst mal geht es aus der Tiefgarage heraus. Eine fummelige Angelegenheit. Zu jeder Seite trennen nur ein paar Zentimeter die mächtigen 22-Zöller von den gemeinen Bordsteinkanten.

Die Leistungsentfaltung ist nicht explosionsartig

Schiebt gewaltig: Bei vollem Leistungseinsatz geht der M50d in 5,6 Sekunden auf Tempo 100.

Im Stadtverkehr brummelt das von uns gefahrene Spitzenmodell M50d kaum vernehmbar vor sich hin. Die bekannte Achtstufenautomatik von ZF arbeitet wie immer ideal, die Spreizung der höheren Gänge wurde etwas erhöht, um Drehzahl und Verbrauch bei hohen Geschwindigkeiten zu senken. Gleich vier Turbolader machen dem Dreiliter-Reihensechszylinder Dampf. Zwei in der Niedrigdruckstufe, zwei in der Hochdruckstufe. Über Piezo-Injektoren wird der Kraftstoff mit bis zu 2500 Bar Druck in die Brennräume geschossen. Das Ergebnis sind 400 Diesel-PS und ein maximales Drehmoment von 760 Newtonmetern. Wer bei einem M-Modell von BMW automatisch eine krawallige Leistungsexplosion erwartet, wird allerdings enttäuscht. Der X7 bleibt in jeder Lebenslage sanft und geschmeidig. Schnell, aber nicht hektisch. Handlich, aber nicht nervös.
Dank serienmäßiger Luftfederung und Allradlenkung zieht er gemessen an Größe und Gewicht extrem dynamisch durch enge Kurven, bleibt aber immer herausragend komfortabel. Und das bei Reifendimensionen, die die meisten Autos unfahrbar machen. Nur bei sehr kurzen Stößen auf Kopfsteinpflaster kann es vorkommen, dass sich die Federung kurz verhaspelt.

An der Kasse verlangt das Topmodell einen hohen Einsatz

Den M50d gibt es ab 109.990 Euro, im vollen Testwagen-Ornat werden sogar 140.000 Euro fällig.

Nicht ganz so souverän verhält er sich im Elchtest. Hier lässt das ESP das Vorderrad blockieren, stures Untersteuern ist die Folge. Ein Schicksal, das sich der X7 mit vielen fast so großen und schweren SUVs teilt. Eher auf Sportwagenniveau liegen dagegen die Verzögerungswerte. 33,9 Meter aus 100 km/h mit kalter Bremse sind für so ein Trumm schon hervorragend, dass die mächtige Bremsanlage im Warmzustand statt Fading aufzubauen mit 32,9 Metern sogar noch zulegt, ist beeindruckend. Dass die Bedienung trotz riesigem 12,3-Zoll-Bildschirm, Gestensteuerung und lernfähigem Personal Assistant ein paar Tage Eingewöhnung erfordert? Bei der Vielzahl der Funktionen kein Wunder. Und was kostet der automobile Größenwahn? Der M50d startet bei 109.990 Euro, der Testwagen kommt auf über 140.000 Euro. Was uns lehrt: Umweltschützer können sich wieder entspannen. Dafür, dass sich der BMW mit dem Megagrill bei uns nicht zu sehr verbreitet, sorgt BMW schon selbst. Mit seinen Preisen.
Das Fazit von Malte Büttner: "Man kann darüber streiten, ob dieses Riesen-SUV noch in die Zeit passt. Aber wir bewerten technisch, nicht politisch. Für alle, die das schätzen: Der X7 zeigt beeindruckend, was möglich ist. Bei uns eh ein seltener Gast."
AUTO BILD-Testnote: 2-

BMW X7 M50d im ersten Test

BMW X7 M50dBMW X7 M50dBMW X7 M50d

Autoren: Malte Büttner, Henning Klipp

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