Der Polizist ist baff. Konster­niert checkt er den in Dubai zugelassenen Brabus Bullit und fragt, warum das Auto in Deutschland sei. "Zum Tunen", antwortet GAD-Chef Sebastian Da­minger wahrheitsgemäß. 907 PS und 1413 Newtonmeter presst der Ver­edler aus dem aufgebohrten V12 – Ursprungshersteller Brabus ließ es noch bei 730 PS und 1100 Nm be­wenden. Neben fetter dimensio­nierten Turboladern zeichnet vor allem deren vergrößerte Luftzufuhr dafür verantwortlich. Darüber hinaus verbaut GAD größere Einspritzdüsen und tauscht die  Kühler für Ladeluft und Niedertem­peraturkreislauf gegen voluminö­sere Exemplare aus.
Brabus Bullit by GAD
Vergrößerte Luftführungen und optimierte Luftfiltergehäuse schaufeln mehr Sauerstoff zu.

Bild: Dieter Rebmann / AUTO BILD
Selbst der seri­enmäßige Ausgleichsbehälter des Wasserkreislaufs musste einem größeren weichen – um die beim V12-Biturbo leistungszehrende Luftblasenbildung im System bes­ser zu unterbinden. Die massive Mehrleistung erfordert gewisse Abstriche. Im Brabus-Trimm erfüllte das Auto alle damaligen Abgasvorschriften. Jetzt nicht mehr. Was dem Besitzer aber herzlich egal sein dürfte. In Dubai geht es in erster Linie um Power – und die hat der getunte Bullit wahrhaftig. Der übermächtig anreißende V12 flutet die Hinterräder ab Standgas mit li­nearer Gewalt, dazu schnauben und zischen die Lader überschwänglich.
Brabus Bullit by GAD
Die dünn mit Wildleder bezogenen Brabus-Schalensitze sind lediglich längs einstellbar.
Bild: Dieter Rebmann / AUTO BILD
Mit sensiblem Surfen auf der Dreh­momentwelle lässt sich die C-Klas­se dennoch nahezu schlupffrei in Halbgasstellung auf 100 km/h es­kortieren, darüber haften die heiß­gefahrenen Semislicks selbst unter Volllast zuverlässig. Nur die träge Fünfstufenautoma­tik hemmt den Benz in seinem Vor­wärtsdrang. Sie schaltet äußerst be­häbig, beim Wechsel von Stufe drei auf vier zappelt der Drehzahlmes­ser unentschlossen hin und her, das kostet viel Zeit. Obwohl das Getrie­be vor dem Test grundlegend revi­diert wurde, entlarvt eine zweite Zerlegung nach dem Test erneut verglühte Kupplungen – und führt dazu, dass GAD diese zusammen mit dem Wandler und diversen Wel­len zusätzlich verstärkt. Im getunten Bullit  darf der V12-Biturbo ungehemmter denn je über den Antriebs­strang herfallen. Perfekt ist er nicht, sämtliche Eigenschaften ordnen sich schierer Kraft unter. Lohn der Konsequenz: schnellster Mercedes von 0 auf 300 km/h in 23,5 Sekunden – Ziel erreicht.

Fazit

von

Frank Wiesmann
Im getunten Bullit  darf der V12-Biturbo ungehemmter denn je über den Antriebs­strang herfallen. Perfekt ist er nicht, sämtliche Eigenschaften ordnen sich schierer Kraft unter. Lohn der Konsequenz: schnellster Mercedes von 0 auf 300 km/h – Ziel erreicht.