Wer sich aus Deutschland mit dem Motorrad, Auto oder Reisemobil auf den Weg zum Urlaub in den sonnigen Süden macht, der fährt in den meisten Fällen über die Brennerautobahn. Der in den Ostalpen gelegene Brenner verbindet das österreichische Bundesland Tirol mit der zu Italien gehörenden Autonomen Provinz Bozen in Südtirol, ist also quasi die direkte Verbindung Richtung Strand und Sonne.
Gerade in Ferienzeiten ist hier aber auch oft Geduld gefragt. Die gut ausgebaute Straße und die bekannt gute Infrastruktur rechts und links davon sorgen trotz der recht hohen Mautkosten für dichten Verkehr und entsprechende Staugefahr.

Brückensanierung: Am Brenner droht das Mega-Chaos

Doch der ganz normale Wahnsinn am Brenner droht sich zu einem Mega-Chaos zu entwickeln. Winterurlauber können schon ein Lied davon singen, denn bereits Anfang Januar 2025 begann die mehrjährige Sanierung der Luegbrücke.
Dafür ist auf der 55 Jahre alten Brücke eine einspurige Verkehrsführung in beiden Fahrtrichtungen unerlässlich. Zusammen mit dem kilometerlangen Tempolimit von 60 km/h führte das im Winterurlaubsverkehr zu erheblichen Zeitverlusten.
Brennerautobahn
Die Europabrücke ist ein Kernstück der Brennautobahn und muss erneuert werden.
Bild: dpa
Damit nicht genug. Jüngst teilte die österreichische Autobahngesellschaft (Asfinag) mit, dass spätestens 2040 mit einem Neubau der Europabrücke begonnen werde.
Die Europabrücke war mit einer Höhe von 190 m lange Zeit die höchste Brücke Europas. Wichtiger für Reisende in den Süden: Die Brücke gilt als das Kernstück der Brennerautobahn (A13 in Österreich, A22 in Italien).
Spätestens dann gilt es, die Fahrt Richtung Italien gut zu planen und bestenfalls nach Alternativstrecken Ausschau zu halten. Dabei sollten Reisende aber berücksichtigen, dass die dann ebenfalls deutlich stärker frequentiert sein werden.

Hier einige mögliche Ausweichrouten

  • Über das Timmelsjoch (ital. Passo del Rombo) kommt man ebenfalls von Österreich (Tirol) nach Italien (Provinz Südtirol). Der Grenzpass führt bis auf eine Höhe von 2509 Metern und trennt die Ötztaler Alpen von den Stubaier Alpen. Das Passmuseum am Timmelsjoch ist ein beliebter Zwischenstopp. Außerdem bietet diese Strecke teilweise spektakuläre Ausblicke auf die alpine Bergwelt.
  • Der teilweise untertunnelte Arlbergpass verbindet das österreichische Vorarlberg mit Tirol über die L197 oder die S16. Aber Achtung, diese Strecke ist für Gespanne gesperrt, für Reisende mit Wohnwagen also nicht geeignet. Die Fahrt durch den Arlbergtunnel kostet 9,50 Euro pro für Pkw oder Reisemobile bis 3,5 t.
  • Eine malerische Alternativroute führt von Landeck (Österreich) über den Reschenpass (B180/SS40) in Richtung Meran (Südtirol). Der auf der Strecke liegende Reschensee ist bekannt für einen versunkenen Kirchturm und allemal eine Rast wert. Hier fährt man mautfrei auf gut ausgebauten Straßen.
  • Der Schweizer Gotthard-Tunnel liegt auf der Strecke von Basel über die A2 nach Bellinzona im bereits italienischsprachigen Schweizer Kanton Tessin und gilt als direkte Verbindung von der Nord- in die Südschweiz. Die Straße ist zwar gut ausgebaut, gilt wegen der hohen Verkehrsdichte aber ebenfalls als staugefährdet. Hier ist zudem die Schweizer Vignette (37,50 Euro für Fahrzeuge bis 3,5 t) notwendig.
  • Etwas mehr abseits davon und nicht so gut ausgebaut, dafür weniger stauanfällig ist die Strecke von Chur über die A13 durch den San-Bernardino-Tunnel nach Bellinzona. Der Weg ist länger als die Tour durch den Gotthard-Tunnel, dafür werden Reisende mit einer reizvollen Landschaft entschädigt. Auch hier muss natürlich die Schweizer Vignette gelöst werden.
  • Ebenfalls grandiose Ausblicke auf eine sehr schöne Landschaft bietet die Fahrt über den Maloja-Pass (Passo del Maloggia) von der Schweiz nach Italien. Die Strecke führt vom schweizerischen Silvaplana über die Hauptstraße 3/SS37 nach Chiavenna (Italien) und ist mautfrei.
Eines haben alle möglichen Ausweichrouten gemein: Sie sind länger und fressen damit mehr Urlaubszeit als die direkte Verbindung über den Brenner. Angesichts des dort zu erwartenden baustellenbedingten Chaos sind sie aber womöglich die entspanntere und vielleicht sogar schnellere Anreisemöglichkeit.