Was für eine abgefahrene Reiseroute! Erst mal ans Meer bei St. Peter-­Ording. Dann zweimal nach Österreich. Weiter nach Nürnberg und zurück nach Hamburg. Und das mitten im Winter. Die ersten Wochen im Dauertest­-Leben des Wohnmobils Ixeo time zeigen zumindest eines: Bei AUTO BILD REISEMOBIL wird keiner geschont – auch nicht die Testredakteure, denen der Ixeo mehrfach die Nachtruhe raubte. Zweimal lag es am elektrisch betätigten Hubbett, einmal an der Heizung. Die fiel in einer eiskalten Nacht an der Nordsee mehrfach aus und meldete Fehlercode 212 – Entlüftung verdeckt. Redakteur und Technikprofi Jan Horn fand keinen Fehler und tippte auf den starken Dezemberwind, der in der Abluftleitung einen Rückstau verursacht haben könnte. "Folge: Bibber!", notierte er kurz und knapp im Fahrtenbuch. Warum das Hubbett streikte, wissen die Redakteure Matthias Moetsch und Frank Rosin hingegen ganz genau: Zwei durchgebrannte 20­-Ampere-­Sicherungen waren schuld. Kleine Ursache, große Konfusion: Das Cent-­Teil versteckt sich hinter der Verkleidung im vorderen linken Wandschrank – und ist im Handbuch nicht aufgeführt.

Im Ixeo können alle gut schlummern

Bürstner Ixeo time it 745
Das Hubbett funktioniert auf Knopfdruck, zwei Erwachsene liegen oben bequem – auf Wunsch mit Blick in den Himmel.
Dabei ist es gerade der Schlafkomfort im Ixeo, der bislang alle Bewohner überzeugt hat. Das gilt für die Bequemlichkeit des Hubbetts im Mittelteil wie für die großzügige Längsliegefläche im hinteren Teil. Dazwischen liegt – auf ganzer Breite – das Badezimmer und fungiert auch akustisch als Raumtrenner: ein Vorteil, den ruhebedürftige Eltern schätzen. Zudem gefiel den meisten Redaktions-­Reisenden der großzügige Grundriss des Bads mit seinem zentral platzierten Waschtisch. Das Layout findet überwiegend Fans, auch wenn solch ein Heck-­Separee natürlich Außenlänge bringt.

Trotz minus 15 Grad bleibt's drinnen gemütlich warm

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Eiskalt genießen in in Pettneu am Arlberg: Heizung und Isolierung machen es möglich. Auf dem Campingplatz hat jeder Stellplatz sein eigenes Badehaus.
Es lässt sich gut aushalten im Ixeo, selbst wenn's draußen stürmt und schneit. Tiefsttemperaturen von minus 15 Grad hat er während seiner ersten Wochen erlebt. Seine Fahrer loben die gute Wärmeisolierung und die wirksame Heizung, den großzügigen Stau-­ und Gepäckraum sowie den pra­xisnahen Schnitt der winkelförmigen Küche mit Dreiflammenkocher und großem Kühlschrank. Weil das Dauertest-Mobil häufiger als fahrbares Redaktionsbüro auf Tour geht, vermissten die Reisenden das Fehlen von Zwölf-­Volt-­ und USB­-Anschlüssen im Wohnbereich, kritisierten die ungünstige Platzierung der 230-­Volt-­Steckdose und die Empfindlichkeit der cremefarbenen Kunstlederpolster: Sie nehmen schnell die Farbe der Kleidung an. Kleiner Trost: Sie lassen sich ebenso schnell wieder reinigen. Und weil AUTO BILD öfter auch mit dem Fahrrad unterwegs ist, gab es zudem Ärger über den Heckträger: "Die Befestigung der Fahrräder am Trägerrohr ist fummelig und kräftezehrend, die Schrauben für die Stützen sind zu kurz", notierte Kollege Horn. Am Ende fixierte er die Räder ohne Streben mittels Spanngurtenden und Holzklötzchen.
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Mit der 148 PS starken Ducato-­Basis des Bürstner sind die Fernreisenden dagegen sehr zufrieden: Er verblüfft Reisemobil­-Neulinge mit Handlichkeit, verbraucht im Schnitt zwölf Liter Diesel und macht sich im Schnee mit seiner optionalen Traktionshilfe beliebt. Außerdem ist er verboten schnell – und läuft auf topfebener Bahn mehr als die angegebenen 135 km/h Spitze, wie wir auf unserer Teststrecke ermittelten. Nein, hier wird wirklich keiner geschont.

Fazit

von

Simon Berg
Jetzt wissen wir schon einiges über den Bürstner Ixeo time: dass sein Grundriss im Alltag mehr Vor-­ als Nachteile hat. Dass er komfortable Betten an Bord hat und absolut wintertauglich ist. Und dass sich die Sicherung des Hubbetts im Grunde ganz einfach tauschen lässt – wenn man sie erst mal gefunden hat.