Der Bugatti Veyron ist ein Auto der Superlative. Er war DAS Vorzeige-Projekt von Ferdinand Piëch, entstand ohne den gefürchteten Rotstift. Ein Auto der Extreme. Zwischen 2005 und 2015 wurde insgesamt 450 Veyron in zahlreichen Varianten (Grand Sport, Super Sport, Grand Sport Vitesse) gebaut. Es gibt viele Sondermodelle und Einzelstücke, und jeder Veyron ist so gut wie einzigartig. Aber dieser Grand Sport Vitesse übertrifft sie alle!
Chassisnummer 8100 ist offiziell der teuerste Bugatti Veyron, der je das Atelier im französischen Molsheim verlassen hat. Die Geschichte hinter dem "One of One" klingt unglaublich. Nach vielen Jahren der Stille ist das Fahrzeug jetzt wieder aufgetaucht und wird bei Mechatronik zum Kauf angeboten. Der Preis wird nur bei konkretem Kaufinteresse verraten.
Aber fangen wir vorne an. 2012 präsentiert Bugatti mit dem Grand Sport Vitesse die letzte Ausbaustufe des Veyron. Er basiert auf dem Roadster Grand Sport, hat jedoch den Antriebsstrang des Super Sport. Bedeutet: Der vierfach aufgeladene W16 leistet unglaubliche 1200 PS und 1500 Nm Drehmoment. So wird der Grand Sport Vitesse zum schnellsten Roadster der Welt.

Der Bugatti Veyron Grand Sport Vitesse schafft 408,84 km/h

Nur ein Jahr nach der Präsentation erreicht der Vitesse eine Höchstgeschwindigkeit von 408,84 km/h. Offen, als Roadster. Zur Feier dieses Rekords legt Bugatti die auf acht Exemplare limitiert Sonderserie "World Record Edition", kurz WRE, auf. Weitere Sondermodelle folgen, darunter die "Les Légendes" – sechs spezielle Veyron Grand Sport Vitesse, die nach berühmten Rennfahrern benannt und jeweils drei Mal gebaut werden.
Bugatti Veyron Grand Sport Vitesse
Bei diesem Bugatti Veyron Grand Sport Vitesse ist alles Aluminium, was glänzt. Der Aufpreis für das spektakuläre Finish soll bei mehreren Millionen Euro gelegen haben.
Bild: Alex Penfold
Womit wir bei Chassis 8100 wären. Im Jahr 2014 kommt ein langjähriger Bugatti-Kunde (der unter anderem alle sechs Legenden-Modelle und mehrere Veyron Super Sport bestellt hat) auf die Idee, den extremsten und exklusivsten Veyron aller Zeiten zu kreieren. Als Inspiration hierfür dient der Veyron Pur Sang, von dem im Jahr 2007 fünf Stück entstanden sind. Das Besondere am Pur Sang: Einige Karosserieteile bestehen aus poliertem Aluminium, die Haube und das Dach aus Sichtcarbon. Doch der Kunde dieses Vitesse will mehr. Viel mehr!

Der exklusivste Veyron aller Zeiten

So wird beim Pur Sang aus Gründen der Komplexität und zwecks Einhaltung der Crashvorschriften die Frontschürze nicht aus Aluminium hergestellt, sondern lediglich lackiert. Die Seitenteile bestehen zwar aus Aluminium, werden aber zusammengeschweißt. Zwei Punkte, die der sehr penible Kunde des Chassis 8100 optimiert haben will.
Bugatti Veyron Grand Sport Vitesse
Nur die Motorabdeckung, die Ansaugung und das Dach sind in Sichtcarbon ausgeführt, alle anderen Karosserieteile bestehen aus poliertem Aluminium.
Bild: Alex Penfold
Laut Inseratsbeschreibung lässt er sich damals in der Auftragsbestätigung seines Grand Sport Vitesse vermerken, dass alle Karosserieteile aus einem Stück Aluminium entstehen und die Seitenteile nicht zusammengeschweißt werden sollen.

Deshalb war dieser Veyron so teuer

Eine kaum lösbare Aufgabe für die Bugatti-Ingenieure, die sich trotzdem ans Werk machen. Mithilfe eines CAD-Programms werden äußerst aufwendige Berechnungen angestellt, bei denen herauskommt, dass rund 20 Tonnen (!) Aluminium als Rohmaterial benötigt werden, um alle Karosserieteile des Grand Sport Vitesse aus Aluminium zu fertigen. Ein exorbitanter Aufwand, der mit astronomischen Kosten verbunden ist.
Die Geschichte besagt, dass die Produktionskosten über dem damaligen Neupreis eines normalen Veyron Grand Sport Vitesse (2,37 Millionen Euro brutto) gelegen haben sollen. Bugatti wollte deshalb die Bestellung stornieren und schlug dem Kunden vor, auf eine einfacher umzusetzende Konfiguration zu wechseln.
Bugatti Veyron Grand Sport Vitesse
Auch der rote Innenraum ist ein Hingucker. Auf den Kopfstützen prangen die Initialen des ersten und bislang einzigen Besitzers.
Bild: Alex Penfold
Diese Rechnung machte Bugatti jedoch ohne den zweifellos sehr einflussreichen Kunden. Der soll damit gedroht haben, alle bestellten Fahrzeuge zu stornieren und auch zukünftig keine weiteren Bugatti mehr zu bestellen, sollte der Vitesse nicht exakt nach seinen Wünschen entstehen. Koste es, was es wolle. Daraufhin wurde entschieden, den Vitesse zu bauen – und zwar ohne Kompromisse.

Auch das Interieur ist ein Hingucker

Das Ergebnis ist das hier gezeigte Exemplar, das beinahe komplett aus poliertem Aluminium besteht. Lediglich die Abdeckung des Motors und Kleinteile sind in Sichtcarbon ausgeführt. Als Kontrast zum glänzenden Äußeren wurde mit dem damaligen Designchef Achim Anscheidt entschieden, den Innenraum in kontrastierendem rotem Leder auszukleiden.
Bugatti Veyron Grand Sport Vitesse
Exklusiver geht immer: Für das Einzelstück wurde ein spezieller Kühlergrill entworfen.
Bild: Alex Penfold
Im Frühjahr 2015 wurde der Veyron Grand Sport Vitesse an den Kunden ausgeliefert, und zwar exakt so, wie das Auto bestellt wurde. Der Preis? Bis heute ein Geheimnis! Nur so viel: Die Extras (in erster Linie das Aluminium-Finish) sollen den Listenpreis von 2,37 Millionen Euro bei Weitem überstiegen haben, womit Chassis 8100 der teuerste Veyron aller 450 gebauten Exemplare sein soll.

Preis nur auf Anfrage

Direkt nach der Auslieferung verschwand das Einzelstück von der Bildfläche. Bis jetzt. Kürzlich hat Mechatronik den Veyron Grand Sport Vitesse aufgespürt und bietet ihn mit gerade mal 750 Kilometern auf dem Tacho zum Kauf an. Der Preis? Weiterhin ein Geheimnis!