(dpa/AUTO BILD/KI) In Italien wird die Praxis der Zustellung von Blitzerfotos an Verkehrssünder verändert. Ein neuer Erlass des italienischen Verkehrsministeriums, der am Samstag bekannt gegeben wurde, sieht vor, dass in Zukunft keine Fotos von Geschwindigkeitsübertretungen mehr an die Betroffenen versandt werden. Stattdessen erhalten Auto- und Motorradfahrer, die die zulässige Höchstgeschwindigkeit überschritten haben, nur noch einen Bußgeldbescheid.
Die Aufnahmen der automatischen Kameras, die auch die Gesichter der Fahrer zeigen können, verbleiben bei den zuständigen Behörden. Diese Fotos sollen ausschließlich zur Beweisführung herangezogen werden, falls gegen den Bußgeldbescheid Einspruch eingelegt wird. Diese neue Regelung betrifft ebenso ausländische Urlauber, die in Italien geblitzt werden.
Nach Informationen der Tageszeitung "Corriere della Sera" hat die italienische Datenschutzbehörde dem neuen Vorgehen zugestimmt. Die bisherige Praxis führte vereinzelt zu kompromittierenden Situationen für die Betroffenen, da nicht nur die Fahrer, sondern auch andere Insassen auf den Fotos erkennbar waren, was zu privaten Unannehmlichkeiten führen konnte.
Italien verfügt mit mehr als 11.000 Radarfallen über die höchste Anzahl solcher Anlagen in Europa.