Mittel- oder Oberklasse, C oder E? Beim Neuwagenkauf entscheidet meist der Geldbeutel, wo die Reise hingeht. Auf dem Gebrauchtwagenmarkt dagegen gibt es fürs gleiche Budget eine Riesenauswahl an C-Klassen und E-Klassen. Sogar individuelle Ausstattungs- und Farbwünsche lassen sich erfüllen. Aber welchen nehmen: eine gut ausgestattete C-Klasse – oder doch lieber oben ins Mercedes-Regal greifen, dafür auf ein paar Extras verzichten? AUTO BILD stellt zwei Exemplare vor: Mercedes C 220 d und E 220 d kommen beide als T-Modell, haben den gleichen Dieselmotor und kosten jeweils knapp unter 21.000 Euro. In Sachen Ausstattung, Laufleistung und Alter unterscheiden sie sich aber grundlegend!Die angebotene C-Klasse stammt aus dem Baujahr 2015, gehört also zur neuesten Generation W 205. Ihr 2,1 Liter großer Vierzylinder-Diesel leistet 170 PS und 400 Nm Drehmoment. Der Motor ist recht laut, aber mit realistischen fünf Litern Verbrauch auf 100 Kilometer sehr sparsam. Gar nicht sparsam ist die Ausstattung des schwarzen Kombis: Automatik, Navi mit Sprachsteuerung und Freisprechanlage, Head-up-Display, Abstandstempomat, Fernlichtassistent und eine selbstlenkende Einparkhilfe mit Rückfahrkamera beglücken Technik-Freunde.

Holz und Leder in der C-Klasse

Zwei günstige Diesel-Kombis von Mercedes
Modern und hochwertig: Innenraum mit hellem Leder und offenporigem Holz.
Fürs Wohlfühl-Ambiente sorgen helles Leder und offenporiges Holz, Stand- und Sitzheizung halten die Passagiere im Winter warm. In Sachen Sicherheit wurden Totwinkel- und Müdigkeitswarner, Notbrems- und Spurhalteassistent, Verkehrszeichenerkennung und LED-Scheinwerfer bestellt. Nach 74.377 gelaufenen Kilometern soll der Mittelklasse-Benz jetzt noch 20.880 Euro kosten.Die E-Klasse ist mit Baujahr 2016 zwar ein Jahr jünger, Sie gehört aber zur Vorgänger-Generation W 212 und ist technisch deutlich älter als die C-Klasse. Antrieb ist der gleiche Dieselmotor mit Automatik, in Sachen Ausstattung zieht sie aber den Kürzeren – sie ist keinesfalls karg, hat außer Navi, selbstlenkender Einparkhilfe, Schiebedach und Sitzheizung aber keine nennenswerten Komfort-Extras. Auch Sicherheitsfeatures sind mit Müdigkeitswarner und LED-Scheinwerfern deutlich weniger an Bord.

Die E-Klasse hat einen gigantischen Kofferraum

Zwei günstige Diesel-Kombis von Mercedes
Mit dem Facelift wurde die Formsprache der E-Klasse etwas runder. Unerreichte Platzverhältnisse!

Nachteil Nummer drei ist das Cockpit der E-Klasse. Es kommt im Vergleich mit der C-Klasse merklich angestaubt daher und wirkt mit seiner Teilleder-Ausstattung weniger edel. Einen klaren Vorteil hat die E-Klasse dafür in Sachen Platz: Ihr Kofferraum schluckt 695 Liter, bei umgeklappten Rücksitzen sogar gigantische 1950 Liter Gepäck! Das sind 205 bis 440 Liter mehr, als die kompakteren Geschwister zu bieten haben. Mit 20.980 Euro ist die E-Klasse nur geringfügig teurer, ist aber auch schon 132.776 Kilometer gelaufen.

Ausstattung und Sicherheit oder Prestige und Platz?

Zwei günstige Diesel-Kombis von Mercedes
Die C-Klasse (r.) stellt unterm Strich den interessanteren Deal dar, mit Einschränkungen bei Prestige und Platz.
Welchen also nehmen? Beide Kombis hatten zwei Vorbesitzer, sind scheckheftgepflegt und kommen mit frischer HU und Gebrauchtwagengarantie. Die Motoren schenken sie sich ebenfalls nicht viel, Fahrleistungen und Verbrauch liegen auf ähnlichem Niveau. Die C-Klasse ist aber das deutlich modernere Auto. Für sie sprechen die üppigere Ausstattung, der edlere Innenraum und nicht zuletzt die vielen Sicherheitsfeatures. Hinzu kommen die geringere Laufleistung und der etwas günstigere Preis. Die Stunde der E-Klasse schlägt dafür beim Platzangebot – Kofferraum und Beinfreiheit hinten sind unerreicht. Wer aber nicht stets zu viert unterwegs ist, mit dem geringeren Platzangebot zurechtkommt und auf das prestigeträchtige "E" im Modellnamen verzichten kann, der ist mit der C-Klasse wohl besser bedient. Hier gibt's weitere gebrauchte Mercedes C-Klassen und E-Klassen mit Garantie!

Von

Moritz Doka